Internationales

Netzwerk „Social Trauma“

Ein DAAD-gefördertes Studien- und Forschungsnetzwerk in Mittel- und Südosteuropa


Seit 2012 ist die IPU Berlin Mitglied in dem von ihr mitbegründeten internationalen Studien- und Forschungsnetzwerk "Social Trauma" mit Partnerhochschulen aus der Balkanregion und anliegenden Staaten. Das Netzwerk hat sich die Beleuchtung des vielschichtigen Themenkomplexes sozialer Traumata aus einer überregionalen und interdisziplinären Perspektive zum Ziel gesetzt. Neben einer Reihe von gemeinsamen Forschungsarbeiten und Publikationen zum Thema, bietet das Netzwerk seit 2013 gemeinsam den Wahlpflichtkurs "Social Trauma" (CST) für Masterstudierende an, der einmal jährlich im Rahmen einer internationalen Sommerschule durchgeführt wird.

Bewilligungszeitraum: 01.01.2019 – 31.12.2020, mit jährlicher Verlängerungsoption
Projektsprecher: Prof. Dr. Vladimir Hedrih (seit 01.01.2020)
Projektsprecher: Prof. Dr. Andreas Hamburger (bis 31.12.2019)

Projektbeschreibung
Das Netzwerkprojekt "Social Trauma in Changing Societies (STICS)" bringt Studierende und Lehrende aus Deutschland mit Studierenden und Lehrenden aus Bosnien, Bulgarien, Serbien und der Türkei zusammen. Es baut auf den Ergebnissen und Ressourcen einer intensiven langjährigen Zusammenarbeit in den DAAD-Netzwerken „Trauma - Trust - Memory (TTM)“ und „Migration - Trauma in Transition (MTT)“ auf und hat sich die Stärkung der überregionalen akademischen Zusammenarbeit zum Thema "Social Trauma" zum Ziel gesetzt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Einfluss sozialer Traumata auf die Entwicklung der Zivilgesellschaft(en) in den beteiligten Ländern.

Das zentrale Ziel des STICS-Projektes ist die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den vielschichtigen soziotraumatischen Problemen und psychosozialen Konditionen in den teilnehmenden Ländern. Damit soll insbesondere bei den Studierendengenerationen von zukünftigen Psycholog_innen, Soziolog_innen, Sozialarbeiter_innen und Politikwissenschaftler_innen das Bewusstsein für diesen Themenkomplex geschärft und die Bereitschaft zur kritischen Reflektion der eigenen Perspektive und zu deren historischen Kontextualisierung eingeladen werden. Den Hintergrund bildet die Annahme, dass einerseits gesellschaftspolitischer Fortschritt durch historisch gewachsene Problemfelder wir Apathie, Hate Speech, den Ausschluss von Minderheiten, die Entstehung nationalistischer und antidemokratischer Bewegungen oder die Aufrechterhaltung korrupter Strukturen systematisch behindert wird und andererseits neue Herausforderungen wie die wachsenden Migrationsbewegungen, die eng mit dem sozialen Trauma der jeweiligen Länder verbunden sind, nicht bewältigt werden können, ohne sich die jeweils eigene soziotraumatische Geschichte bewusst zu machen und sich mit dieser auseinanderzusetzen.

In diesem Sinne soll das STICS-Projekt einen Beitrag zu einem offenen und konstruktiven Dialog zwischen Studierenden, Wissenschaftler_innen und Expert_innen aus den beteiligten Ländern anregen, um einen Beitrag für ein besseres gegenseitiges Verständnis der soziotraumatischen Historie der jeweils anderen zu leisten.

Projektteam der IPU Berlin
Prof. Dr. Andreas Hamburger (Node Leader)
andreas.hamburger(at)ipu-berlin.de

Prof. Dr. Annette Streeck-Fischer
annette.streeck-fischer(at)ipu-berlin.de

Carmen Scher M.A. (Projektkoordinatorin)
carmen.scher(at)ipu-berlin.de

Julian Irlenkäuser M.A. (Projektadministration)
julian.irlenkaeuser(at)ipu-berlin.de

Partnerhochschulen
Bosnien und Herzegowina 
University of Banja Luka
Dr. Slavica Tutnjević
Faculty of Philosophy
slavica.tutnjevic(at)unibl.rs

University of Sarajevo
Prof. Dr. Dženana Husremović
Department of Psychology
dzenana.husremovic(at)ff.unsa.ba

University of Sarajevo
Prof. Dr. Maida Koso-Drljević
Department of Psychology
maida.koso(at)ff.unsa.ba

University of Tuzla
Dr. sc. Damir Arsenijević
Faculty of Philosophy
arsenijevicd(at)gmail.com

Bulgarien 
Sofia University St. Kliment Ohrid
Chief Asst. Prof. Camellia Hancheva
Department of General, Experimental and Genetic Psychology
hancheva(at)yahoo.com

New Bulgarian University
Prof. Dr. Nikola Atanassov
Department of Cognitive and Social Psychology
n.atanassov(at)gmx.ne

Serbien
University of Belgrade
Department of Psychology
Assis. Prof. Biljana Stanković
biljana.stankovic(at)f.bg.ac.rs

University of Niš
Prof. Dr. Vladimir Hedrih
Department of Psychology
vhedrih(at)hm.co.rs

Türkei
Başkent University
Prof. Dr. Gamze Özçürümez
School of Medicine, Department of Psychiatry
gamzeozcurumez(at)hotmail.com

Bilkent University
Prof. Saime Özçürümez
Political Sciences
saime(at)bilkent.edu.tr

Bewilligungszeitraum: 01.03.2017 – 31.12.2018, mit jährlicher Verlängerungsoption
Leitung: Prof. Dr. Andreas Hamburger

Projektbeschreibung
Das Projekt „Migration – Trauma in Transition“ ist der Nachfolger des Projekts „Trauma, Trust, and Memory“, das ein von Nachwuchswissenschaftler_innen getragenes transnationales Netzwerk in interdisziplinärer und psychoanalytischer Traumaforschung etabliert hat.

Vor dem Hintergrund der Frage: „Wie soll mit widersprüchlichen Gruppenidentitäten in demokratischen Diskursen umgegangen werden?“ sollen nun das gemeinsame Wissen zu sozialem Trauma sowie das entwickelte Kulturverständnis auf Migration angewandt werden. Dazu werden Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen mit Studierenden in Workshops zusammenarbeiten, um den Zusammenhang von sozialem Trauma und der Flüchtlingssituation zu untersuchen. Gleichzeitig führt ein spezialisiertes Masterprogramm in die grundlegenden Kenntnisse ein.

Das schon etablierte Netzwerk besitzt Erfahrungen im Umgang mit ethnischen Konflikten sowie dem Aufbau eines Netzwerkes auf Grundlage von gemeinsamen historischen Wurzeln. Der klinisch-kulturwissenschaftliche Kompetenztransfer ist ein Spezifikum der IPU Berlin, deren Projektteam in diesen Feldern wie im moderierten Wissenschaftsdialog über große Erfahrung verfügt.

Das Projekt hat zwei maßgebliche Ziele. Zum einen sollen aus dem Dialog von Forschung und Praxis Resultate gewonnen werden, die Entscheidungsträgern aus Verwaltung und NGOs vorgestellt werden. Zum anderen sollen Medienworkshops und Buchpublikationen geplant werden, die sowohl die professionelle als auch öffentliche Diskussion anregen sollen. Dies soll dazu dienen, eine nachhaltige Entwicklung von akademischer Ausbildung und Forschung sowie die Förderung von jungen Forschern und einer grenzüberschreitenden Kooperation in der Region voranzubringen.

Projektteam der IPU Berlin
Prof. Dr. Andreas Hamburger (Projektsprecher)
andreas.hamburger(at)ipu-berlin.de

Prof. Dr. Dr. Horst Kächele
horst.kaechele(at)ipu-berlin.de

Prof. Dr. Annette Streeck‐Fischer
annette.streeck‐fischer(at)ipu-berlin.de

Carmen Scher M.A. (Koordinatorin)
carmen.scher(at)ipu-berlin.de

Prof. Dr. Phil Langer
phil.langer(at)ipu-berlin.de

Partnerhochschulen
Bosnien-Herzegowina 
University of Banja Luka
Dr. Slavica Tutnjević
Faculty of Philosophy
slavica.tutnjevic(at)unibl.rs

University of Sarajevo
Department of Psychology
Assoc. Prof. Dženana Husremović

Bulgarien 
Universität Sofia St. Kliment Ohrid
Chief Asst. Prof. Camellia Hancheva
Department of General, Experimental and Genetic Psychology
hancheva(at)yahoo.com

New Bulgarian University (NBU) Sofia
Prof. Dr. Nikola Atanassov
Department of Cognitive and Social Psychology
n.atanassov(at)gmx.ne

Serbien
University of Belgrade
Department of Psychology
Assis. Prof. Biljana Stanković
biljana.stankovic(at)f.bg.ac.rs

University of Niš
Prof. Dr. Vladimir Hedrih
Department of Psychology
vhedrih(at)hm.co.rs

Türkei
Bilkent University
Prof. Saime Özcürümez
Political Sciences
saime(at)bilkent.edu.tr

Griechenland
University of the Aegean
Prof. Sotiris Xtouris
Department of Psychology
sxtou(at)aegean.gr

Bewilligungszeitraum: 01.01.2013 – 31.12.2016, mit jährlicher Verlängerungsoption
Leitung: Prof. Dr. Andreas Hamburger

Projektbeschreibung
Das Projekt hat ein von Nachwuchswissenschaftler_innen getragenes transnationales Netzwerk in interdisziplinärer und psychoanalytischer Traumaforschung etabliert. Es trägt zur Überwindung individueller wie gesellschaftlicher Traumatisierungserfahrungen bei und schafft Voraussetzungen zur subjektiven wie kollektiven Versöhnung.

Forschungsinitiativen aus Bosnien-Herzegowina (Republika Srbska und Föderation), Serbien und Bulgarien sind mit deutschen und internationalen psychoanalytischen Traumaforschungen verbunden worden: Psychotherapieforschung, epidemiologische Untersuchungen, Grundlagenstudien zu Traumaerleben und -verarbeitung, sowie – als Besonderheit des Verbundes – Studien zur kulturellen Verarbeitung kollektiver Traumatisierungen durch Literatur- und Filmanalysen.

Der klinisch-kulturwissenschaftliche Kompetenztransfer ist ein Spezifikum der IPU Berlin, deren Projektteam in diesen Feldern wie im moderierten Wissenschaftsdialog über große Erfahrung verfügt.

In den ersten beiden Jahren konnten gegenseitige Projektaudits, projektbezogene Schulungen und überregionale Präsentationen der Summer School, einer Koordinatoren-Konferenz, einer mehrteiligen Ringvorlesung in zwei Ländern, einem Fellowtraining und drei Sur‐Place‐Stipendien zum Thema des Forschungsnetzwerkes über unterschiedliche methodologische Ansätze in Bosnien‐Herzegowina, Serbien, Bulgarien und Deutschland durchgeführt und eingerichtet werden. Die Synergien dezentraler Forschungsbemühungen wurden genutzt, um in wechselseitigen und externen Schulungsprozessen (Fellowtrainings, Workshops) Instrumente zu validieren, die dem komplexen Thema von Trauma und Traumaverarbeitung gerecht werden, methodenübergreifende Triangulationsperspektiven sowie QM-Mechanismen zu erarbeiten und Perspektiven auf bilaterale Drittmittelanträge vorzubereiten. Durch diese Zusammenarbeit konnte ein transregionaler interdisziplinärer Forschungsverbund entstehen, der Forschungsergebnisse regional abstimmt, spezifiziert und publiziert und neue, gemeinsame Forschungsfragen multilateral in Angriff nimmt.

Projektteam der IPU Berlin
Prof. Dr. Andreas Hamburger (Projektsprecher)
andreas.hamburger(at)ipu-berlin.de

Prof. Dr. Dr. Horst Kächele
horst.kaechele(at)ipu-berlin.de

Prof. Dr. Annette Streeck‐Fischer
annette.streeck‐fischer(at)ipu-berlin.de

Prof. Dr. Lutz Wittmann
lutz.wittmann(at)ipu-berlin.de

Carmen Scher M.A. (Koordinatorin)
carmen.scher(at)ipu-berlin.de

Silvia Dröge (Assistenz)
silvia.droege(at)ipu-berlin.de

Partnerhochschulen
Bosnien & Herzegowina (BiH)
University of Banja Luka
Dr. Slavica Tutnjević
Faculty of Philosophy
slavica.tutnjevic(at)unibl.rs

University of Sarajevo
Dr. Sabina Alispahić
Department of Psychology
sabina_alispahic(at)hotmail.com

Dr. Larisa Kasumagić
Department of English Language and Education
larisakasumagic(at)yahoo.com

Academy of Sciences and Arts of BiH    
Prof. Dr. Dubravko Lovrenović
Department of History
dulov(at)bih.net.ba

Bulgarien (BG)
Universität Sofia St. Kliment Ohrid
Chief Asst. Prof. Camellia Hancheva
Department of General, Experimental and Genetic Psychology
hancheva(at)yahoo.com

New Bulgarian University (NBU) Sofia
Prof. Dr. Nikola Atanassov
Department of Cognitive and Social Psychology
n.atanassov(at)gmx.ne

Serbien (SRB)
University of Belgrade
Prof. Dr. Aleksandar Dimitrijević
Department of Psychology
adimitri(at)f.bg.ac.rs

University of Niš
Prof. Dr. Vladimir Hedrih
Department of Psychology
vhedrih(at)hm.co.rs

Das Netzwerk "Social Trauma" wird seit 2013 mit Fördermitteln des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) finanziell unterstützt.