Wissenschaftler

Wissenschaftliches Personal

Susanne Lanwerd

Prof. Dr. phil., Religions- und Kulturwissenschaft

1. Welches sind Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre?
Seit dem Studium der Religionswissenschaft und Ethnologie beschäftigen mich neben Religionsgeschichten, besonders des 19. bis 21. Jahrhunderts, auch die griechische Mythologie, psychoanalytische Positionen und Konstruktionsprozesse des / der Anderen. Später kam die Geschlechterforschung hinzu und mit ihr die spannende Gelegenheit, die Welt, die Wissenschaften, auch ihre „Klassiker“, neu und anders, ja: gegen den Strich zu lesen.

In meiner Magisterarbeit diskutierte ich, mit Montaigne, „wie sich das Sterben lernen lässt“, in der Dissertation Grundbegriffe der Religionswissenschaft (Mythos, Magie) und in der Habilitation Studien zum Verhältnis von Symbol und Sinnlichkeit (Religionsästhetik). Aktuelle Forschungsthemen umfassen Religion in den Medien sowie Theorie und Praxis von Ästhetik. In jüngeren Projekten (Experimentierfeld Museologie; How to Exhibit Religion) werden die Forschungsergebnisse auch in Ausstellungen präsentiert und umgesetzt.

2. Welche Inhalte vermitteln Sie in Ihren Lehrveranstaltungen?
Zu den genannten Themen und Schwerpunkten biete ich Lehrveranstaltungen an. In meinen Seminaren greife ich regelmäßig aktuelle gesellschaftliche Dynamiken und Konfliktlagen auf, z.B. Bilderpolitiken oder öffentliche Diskurse über den Islam, um entlang der Untersuchung ihrer Strukturen religionsgeschichtliche Wissensbestände zu vermitteln.

3. Was begeistert Sie an Ihrem Fach? und
4. Was können Studierende von Ihnen lernen?

Gerade die skizzierte Möglichkeit: Gegenwart mit Geschichte analytisch zu verknüpfen, begeistert mich an der Religionswissenschaft ebenso wie an der Psychoanalyse; auch, dass große wie kleine Dinge und Fakten gleichermaßen bedeutsam sind! Beide Perspektiven begreife ich als vielversprechende Unternehmungen, um Menschen und Dingen mit intellektueller Neugierde begegnen zu können. Und die Seminare gewähren Raum, um kritisches Denken stets aufs Neue zu erproben.

5. Haben Sie ein persönliches Lebensmotto oder einen Lieblingsspruch?
Es gibt verschiedene, die je nach Lebenssituation mal aufgegriffen, mal fallengelassen werden, auch kleine Änderungen sind erlaubt. Häufig zum Einsatz kommt zum Beispiel: der „Differenz mit Wohlgefühl“ bewusst zu sein, obwohl es im Original bei Nietzsche eigentlich „Unterschied“ heißt. Momentane Favoriten sind Hannah Arendts „Denken ohne Geländer“ und „Ein jegliches hat seine Zeit“ (Kohelet 3,1).

Foto Prof. Dr. Susanne Lanwerd