Die Fachzeitschrift psychosozial stellt sich vor


Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Herausgeber:innenkreis der Fachzeitschrift psychosozial ausgerichtet und versteht sich als Forum für die Diskussion aktueller gesellschaftlicher und politischer Fragestellungen. Im Zentrum stehen dabei die Präsentation und Diskussion zweier Themenhefte zu aktuellen Formen der Religionskritik sowie zu Erfahrungen des Antisemitismus vor und nach dem „7. Oktober 2023“ (Terroranschlag der Hamas in Israel). Diese stehen exemplarisch für einen zentralen Schwerpunkt der Zeitschrift: wissenschaftlich fundierte Gegenwartsdiagnosen.

Die psychosozial und die IPU Berlin teilen ein Interesse an inter- und transdisziplinären Fragestellungen. Entsprechend erscheinen in der Zeitschrift regelmäßig Beiträge aus der Psychoanalyse, Sozial-, Kultur- und Entwicklungspsychologie, Soziologie sowie Philosophie, die sich mit aktuellen sozial- und kulturwissenschaftlichen ebenso wie mit breiteren gesellschaftlichen und politischen Debatten befassen. Ein besonderes Anliegen ist dabei die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Studierende und junge Wissenschaftler:innen der IPU sind in zahlreichen Themenheften mit eigenen Projekten vertreten und werden aktiv in die fachlichen Diskurse eingebunden. Entsprechend sind Studierende – auch über die IPU hinaus – herzlich eingeladen, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen.

Die Veranstaltung umfasst drei Vorträge mit jeweils anschließender Diskussion. Prof. Dr. Hans-Jürgen Wirth wird als Verleger die Geschichte der Zeitschrift nachzeichnen und ihre thematischen Entwicklungen im Kontext des jeweiligen Zeitgeistes reflektieren. Prof. Dr. Jürgen Straub stellt ein Themenheft zu gegenwärtigen Formen und Entwicklungen der Religionskritik vor. Prof. Dr. Oliver Decker präsentiert ein Themenheft zum subjektiven Erleben von Antisemitismus und analysiert unter anderem psychosoziale Dynamiken im Kontext des Terroranschlags der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Die Vorträge sind jeweils als Impulse für die anschließende Diskussion mit dem Publikum konzipiert.

Programm


18 Uhr Prof. Dr. Hans-Jürgen Wirth: Hat die psychosoziale Idee eine Zukunft? Ein Blick zurück nach vorn auf die Geschichte der Zeitschrift »psychosozial«

19 Uhr Prof. Dr. Jürgen Straub: Religionskritik im Wandel: Antidogmatische und selbstkritische Tendenzen in der Gegenwart

20 Uhr Prof. Dr. Oliver Decker: Das Aufbrechen des Antisemitismus nach dem7. Oktober 2023

 

Abstracts und Biografien

Abstract

Wie hängen persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Krisen zusammen? Was haben Krieg, soziale Ungleichheit, ökologische Bedrohungen oder politische Konflikte mit unserem seelischen Erleben zu tun? Fragen wie diese stehen im Zentrum der Zeitschrift psychosozial, die 1978 von Horst-Eberhard Richter gegründet wurde, um Psychoanalyse und Sozialwissenschaften miteinander ins Gespräch zu bringen.

Der Vortrag lädt Studierende und Interessierte dazu ein, die Geschichte dieser Zeitschrift als Geschichte einer Idee kennenzulernen, die bis heute aktuell ist. Der Referent, seit 1981 Mitherausgeber von psychosozial und seit Gründung des Psychosozial-Verlags ihr Verleger, blickt auf zentrale Debatten, wissenschaftliche Aufbrüche und gesellschaftliche Konflikte zurück – und fragt, was die „psychosoziale Idee“ uns heute noch zu sagen hat.


Prof. Dr. Hans-Jürgen Wirth
Prof. Dr. habil., Dipl.-Psych., ist Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker und psychoanalytischer Paar- und Familientherapeut, Professor für Psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist Gründer des Psychosozial-Verlags, Mitherausgeber der Zeitschriften „psychosozial“ und „Psychoanalytische Familientherapie“. Ausgewählte Buchveröffentlichungen: Narzissmus und Macht. Zur Psychoanalyse psychischer Störungen in der Politik (5. Aufl. 2015); Gefühle machen Politik. Populismus, Ressentiments und die Chancen der Verletzlichkeit (2022).

Abstract

Wie hängen persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Krisen zusammen? Was haben Krieg, soziale Ungleichheit, ökologische Bedrohungen oder politische Konflikte mit unserem seelischen Erleben zu tun? Fragen wie diese stehen im Zentrum der Zeitschrift psychosozial, die 1978 von Horst-Eberhard Richter gegründet wurde, um Psychoanalyse und Sozialwissenschaften miteinander ins Gespräch zu bringen.

Der Vortrag lädt Studierende und Interessierte dazu ein, die Geschichte dieser Zeitschrift als Geschichte einer Idee kennenzulernen, die bis heute aktuell ist. Der Referent, seit 1981 Mitherausgeber von psychosozial und seit Gründung des Psychosozial-Verlags ihr Verleger, blickt auf zentrale Debatten, wissenschaftliche Aufbrüche und gesellschaftliche Konflikte zurück – und fragt, was die „psychosoziale Idee“ uns heute noch zu sagen hat.

Prof. Dr. Jürgen Straub
Prof. Dr. phil. Jürgen Straub ist Inhaber des Lehrstuhls für Sozialtheorie und Sozialpsychologie der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Er leitet mit Dr. Pradeep Chakkarath und Aladin El-Mafaalani das Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum für sozial- und kulturwissenschaftliche Psychologie und historische Anthropologie (KKC) an der Internationalen Psychoanalytischen Universität (IPU) Berlin und an der TU Dortmund, ab 01.08.2026 auch als Professor der IPU. 2015 erhielt er den Ernst-Boesch-Preis für Kulturpsychologie der Gesellschaft für Kulturpsychologie, 2017 den Hoffmann-Wissenschaftspreis für interkulturelle Kompetenz der Universität Vechta. Seine Forschungsschwerpunkte sind vielfältig und wandlungsfähig.

Einschlägige Publikationen:
Straub, J. (Hrsg.) (2025). Religionskritik im Wandel. Exemplarische Einsichten in aktuelle Diskurse. psychosozial 48(I), Nr. 179 (https://psychosozial-verlag.de/programm/4000/4100/8466-detail)
Straub, J. & Freudenberg, Maren (Hrsg.) (2024). Religion und Trauma: Gewalterfahrungen und ihre Verarbeitung in religiösen Kontexten. Trauma Kultur Gesellschaft 2(4) (https://psychosozial-verlag.de/programm/4000/4137/36530-detail)
Straub, J. (2016). Religiöser Glaube und säkulare Lebensformen im Dialog: Personale Identität und Kontingenz in pluralistischen Gesellschaften. Gießen: Psychosozial.

 

Das Abstract folgt.


Prof. Dr. phil. Oliver Decker
Dipl.-Psych., ist Direktor des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts sowie des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung, beide Universität Leipzig. Aufenthalte als Fellow und Gastprofessor u.a. an der School of Visual Arts (New York), am Institut für Soziologie der Universität Wien und am Department for Psychosocial Studies am Birkbeck College (London) eingeladen. Er lehr Sozialpsychologie an der Sigmund-Freud-Universität. Zusammen mit Christoph Türcke veranstaltet er seit 2005 die Tagungsreihe Kritische Theorie – Psychoanalytische Praxis. Zusammen mit Elmar Brähler leitet er sei 2002 die Leipziger Autoritarismus Studien zur rechtsextremen Einstellung in Deutschland (bis 2018 Leipziger „Mitte“-Studien).


Publikationen siehe hier: https://psychosozial-verlag.de/autor-innen-viten?autorid=92
 

 

Informationen


Wann

29. Mai 2026 18.00 Uhr


Wo
Hörsaal 1, (3. Etage) Stromstr. 2, 10555 Berlin

Die Veranstaltung findet in Präsenz statt. Der Eintritt ist frei.