PD Dr. Pradeep Chakkarath

Kulturpsychologie und kulturvergleichende Psychologie

IPU Berlin
Alt-Moabit 91A, 2. OG - Raum 2.18
10559 Berlin
Tel.: +49 30 300 117-500
E-Mail: pradeep.chakkarath(at)ipu-berlin.de

Schwerpunkte in der Lehre

 

Meine Vorlesungen und Seminare beinhalten durchgehend die Frage, wie Kultur und Psyche miteinander verbunden sind bzw. wie beide sich gegenseitig beeinflussen. Die dabei entwickelten Perspektiven sind dementsprechend in einem allgemeineren Sinne kulturwissenschaftlicher, in einem engeren Sinne kulturpsychologischer und kulturvergleichender Art.

Da diese Lehrinhalte die Frage nach sich ziehen, inwieweit auch wissenschaftliche Theorien über die menschliche Psyche von der jeweiligen Kultur geprägt sind, in der sie entstehen, legt meine Lehre Wert auf die kultur- und wissenschaftstheoretische Reflexion ansozialisierter Traditionen und Anschauungen. 

Schwerpunkte in der Forschung

 

Meine primär kulturpsychologischen Forschungsinteressen gehen auf mein Studium der Philosophie und Geschichtswissenschaft zurück, in dem ich mich insbesondere mit Wissenschaftstheorie, Sprachphilosophie sowie Kultur-, Ideen- und Sozialgeschichte beschäftigt habe. Der Wechsel von diesen stärker theoretisch ausgerichteten Disziplinen in die empirische Psychologie und meine Mitarbeit in international ausgerichteten entwicklungspsychologischen und kulturvergleichenden Forschungsprojekten führten zu einem vertieften Interesse an der Frage, wie wissenschaftstheoretische Annahmen sowie kultur-, ideen- und sozialgeschichtliche Entwicklungen seit der frühen Neuzeit die psychologische Erforschung des Verhältnisses von Kultur und menschlicher Psyche geprägt haben. 

In jüngerer Zeit interessiere ich mich für die Frage, inwieweit auch wissenschaftliche Theorien über Menschen, ihre Umwelt und ihre Psyche historisch und soziokulturell geprägt sind. Unter postkolonialer Perspektive interessiert mich in diesem Zusammenhang besonders, wie kulturell erwachsene Selbst- und Fremdkonstruktionen, an denen westliche Humanwissenschaften maßgeblich mitgewirkt haben, folgenreiche wissenschaftliche Selbstverständnisse produziert haben und nach wie vor produzieren. Eine dieser Folgen ist beispielsweise die Bagatellisierung und weitgehende, partiell systematisch betriebene Ausblendung nichtwestlicher Ideengeschichte aus dem weitgehend westlich geprägten Kanon der Sozialwissenschaft und Psychologie. Daraus ergibt sich für mich die notwendige Forderung nach einer sozial- und kulturwissenschaftlich informierten Psychologie, d.h. nach Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen, an denen es der psychologischen Ausbildung nach wie vor mangelt.  

Vor diesem Hintergrund gilt eines meiner Forschungsinteressen der Sichtbarmachung so genannter „indigener Psychologien“, d.h. psychologisch relevanten Theorien über den Menschen und seine Psyche, die sich zwar nicht in westlichen Lehrbüchern der Psychologie finden, aber einen wichtigen Einfluss auf die Sozialisation von Menschen in ihren jeweiligen kulturell unterschiedlichen Entwicklungskontexten haben. 

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