Dr. Ahmadreza Djalali droht Hinrichtung – HRK-Präsident fordert Freilassung des Wissenschaftlers

Amnesty International und Scholars at Risk berichten über drohende Hinrichtung

Der schwedisch-iranische Wissenschaftler Dr. Ahmadreza Djalali ist seit 2016 im Iran inhaftiert. Im Oktober 2017 wurde der in Schweden lebende Wissenschaftler wegen „Verdorbenheit auf Erden“ (ifsad fil-arz) zum Tode verurteilt. Nach Einschätzung von Amnesty International und Scholars at Risk steht nun seine Hinrichtung kurz bevor. Als Gründungsmitglied der deutschen Sektion von Scholars at Risk verbreitet die IPU den offenen Brief des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Peter-André Alt. Auch im Namen der Universitätsleitung und der amtierenden Präsidentin Prof. Dr. Lilli Gast schließt sich die IPU Berlin der Forderung an, die Todesstrafe nicht zu vollstrecken und Dr. Djalali aus der Haft zu entlassen.

Prof. Dr. Peter-André Alt schreibt: "Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit basiert auf den Standards der akademischen Freiheit und der Menschenrechte. Der Iran ist im Begriff, die bewährte deutsch-iranische Hochschulzusammenarbeit aufs Spiel zu setzen und der internationalen akademischen Gemeinschaft den Rücken zuzukehren. Wir werden nicht aufhören, uns für Dr. Djalali einzusetzen. Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Hinrichtung eines hochanerkannten Wissenschaftlers und EU-Bürgers ohne Rückwirkung auf die Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Iran bleiben wird."

Den offenen Brief des HRK-Präsidenten hat die Hochschulrektorenkonferenz in einer Pressemitteilung verbreitet, er ist hier nachzulesen. Den Bericht über die Lage von Dr. Ahmadreza Djalali und den Appell zu seiner Freilassung hat Scholars at Risk hier veröffentlicht.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen wollen gefährdete ForscherInnen besser unterstützen

Die Internationale Psychoanalytische Universität (IPU) Berlin ist seit 2014 Fördermitglied der internationalen Organisation Scholars at Risk (SAR), die sich zum Ziel gesetzt hat, weltweit unter dem Motto „Ideas are not crimes“ das Recht auf freie Meinungsäußerung in Forschung und Lehre zu verteidigen. Eine ihrer hauptsächlichen Aktivitäten besteht darin, verfolgte oder gefährdete Wissenschaftler*innen an Universitäten außerhalb des jeweiligen Landes zu vermitteln, an denen sie ihre Forschungen in Sicherheit und Freiheit fortsetzen können.

Am 20. September 2016 wurde im Rahmen eines Festaktes in Bonn die deutsche Sektion von Scholars at Risk gegründet. Die IPU Berlin, ursprünglich als dritte fördernde Universität Deutschlands, gehört zu den 20 Gründungsuniversitäten Deutschlands und war bei der feierlichen Zeremonie vertreten.

Von den Gründungsmitgliedern ist die IPU Berlin eine von nur zwei privaten Hochschulen, und die einzige, die Bachelor- und Masterstudiengänge anbietet. Dies unterstreicht das Selbstverständnis und commitment der IPU Berlin, aktiv auf globale gesellschaftliche Herausforderungen wie Verfolgung und Flucht zu reagieren und die Thematik lösungsorientiert mitzugestalten.