Das Ziel einer klimaneutralen Universität in den Fokus rücken

Um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung im Rahmen des Klimawandels gerecht zu werden, hat die IPU entschieden, Maßnahmen für einen möglichst emissionsarmen Universitätsbetrieb zu ergreifen.

„Vollständig klimaneutral zu werden, das ist eigentlich nicht möglich“, sagt die amtierende Präsidentin, Prof. Dr. Lilli Gast. Die Aktivitäten der IPU zielten vielmehr darauf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden: „Unsere Anstrengungen bestehen darin, die größtmögliche Minimierung der Umweltbelastung zu erreichen.“ Dafür wurden in einem ersten Schritt die jährlichen CO2-Emissionen ermittelt, um einen Überblick zu erhalten, welche Emissionen vermeidbar sind und inwiefern durch Kompensationsleistungen der Klimaschutz unterstützt werden kann. Für die 2019 ermittelten Emissionen von 626 Tonnen CO2 wurde eine Spende in Höhe von 8000€ beschlossen, der weitere jährliche Zahlungen folgen werden. Das Geld wurde an das Klimaschutzprojekt Panguana gezahlt.

Panguana erhält und erweitert Naturschutzgebiete
Das Projekt betreibt die älteste naturwissenschaftliche Forschungsstation mit einem privaten Naturschutzgebiet in den peruanischen Anden am nahen Tieflandregenwald im oberen Einzugsgebiet des Amazonas. Mit der Spende unterstützt die IPU den Erhalt, die Förderung und Erweiterung des Naturschutzgebiets von Panguana und dessen Primärregenwald, Sekundärwaldteilen und der Forschungsstation.

Hauptziele der Stiftung sind der Schutz des Regenwaldes von Panguana, die biologische, ökologische und geowissenschaftliche Erforschung seiner Biodiversität sowie die Wissensvermittlung über diesen bedrohten Lebensraum, um damit unter anderem einen Beitrag zum Erhalt der Natur und des Klimas zu leisten. Panguana soll durch Ankauf neuer Gelände erweitert werden, so dass ein größeres Schutzgebiet mit Pufferzone gegen die Zerstörung der Natur durch den Menschen entsteht und für die Forschung ein umfangreicheres Studienareal gebildet wird.

Den Diskurs über Klimaschutz aus psychoanalytischer Perspektive führen
Vor Ort an der IPU wird der Klima- und Umweltschutz mit Beginn dieses Semesters stärker in den Fokus rücken und zum Bestandteil der Lehre werden. „Als Universität sind wir einer der Orte, an denen der Diskurs geführt werden muss“, erklärt Lilli Gast. „Was wir tun können ist, Fragen des Klimaschutzes auch unter psychoanalytischen und kulturwissenschaftlichen Aspekten zu thematisieren und Veranstaltungen dazu zu organisieren.“ Mit dem Studium Generale besteht an der IPU dafür der passende Rahmen. Die Lehrveranstaltungen stehen allen Studierenden offen und sind am humboldtschen Ideal einer ganzheitlichen Bildung orientiert.

Die IPU arbeitet derzeit an der konzeptuellen Verankerung des Schwerpunkts Klimaschutz im Studium Generale. Den Start macht im Wintersemester 2020/2021 Prof. Dr. Susanne Lanwerd mit dem Seminar Corona im Klimawandel. Psychoanalytische und gesellschaftliche Reflexionen. Neben inhaltlichen Recherchen zum Thema wird auch organisatorisches Wissen vermittelt. So werden vier explorative Symposien mit ExpertInnen für das Sommersemester 2021 geplant.