Das Begehren des Gesetzes

Zur Psychoanalyse jugendlicher Straftäter


In der psychoanalytischen Einzel- und Gruppenarbeit mit jugendlichen Straftätern führt die Auseinandersetzung mit den juristischen Gesetzen stets auf das grundsätzliche Prinzip zurück, das die Psyche und ihr Begehren strukturiert – diese Hypothese untersucht Dr. Bernhard Schwaiger nicht zuletzt vor dem Hintergrund der bei Jugendlichen virulenten Pubertätsproblematik.

Anders als die in Mode gekommenen kognitiven und konfrontativen Trainingsprogramme für Straftäter sieht es die Psychoanalyse als ihre Aufgabe, ein Sprechen zu ermöglichen, das den Zusammenhang von Gesetz und eigenem Begehren zur Sprache kommen lässt, indem immer weiter geredet wird, und dadurch das Ausagieren von Konflikten mindert.
 

Kurzbiografien


Bernhard Schwaiger (Dr. phil.) ist Psychologischer Psychotherapeut, Kinder-/Jugendlichenpsychotherapeut und arbeitet im Jugendstrafvollzug Mecklenburg-Vorpommern. Er beschäftigt sich auch in der Forschung mit psychoanalytischer Therapie von Straftätern und der Rolle der Psychoanalyse in Institutionen. Er ist Mitglied der Freud-Lacan-Gesellschaft.

Informationen


Wann? 23. Mai 2026, 18-20 Uhr

Wo? Hörsaal 4, Alt-Moabit 91b,10559 Berlin

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Die Veranstaltung wird von der Arbeitsgruppe Lacansche Psychoanalyse organisiert.

In einer Zeit, die scheinbar zunehmend von Prozessen der Desintegration und Sehnsucht nach unterkomplexen Scheinlösungen geprägt wird, ist es an der Zeit, eine solche historische Scheinlösung zu beenden: die Vertreibung des politisch unkorrekten Lacan und seiner Denkweisen aus den deutschsprachigen Fachgebieten der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatischen Medizin. (Kuwert, 2017, 7)

Anfang 2026 haben Studentinnen der IPU die AG Lacansche Psychoanalyse gegründet, um die Auseinandersetzung mit dem Werk von Jacques Lacan (1901–1981) neu zu beleben und in der psychoanalytischen Community stärker zu verankern.

Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als offener Raum für Austausch, der neue Perspektiven eröffnet und Querverbindungen zwischen verschiedenen psychoanalytischen Ansätzen sichtbar macht. Ziel ist es, Interesse an alternativen Theorieansätzen zu wecken und Lacans Denken auch über spezialisierte Kontexte hinaus zugänglich und fruchtbar zu machen.

Die AG Lacansche Psychoanalyse wird StuRa der IPU finanziell unterstützt.