Psychotherapie der Emotionen
Vom Gegenwartsmoment zur Gegenwartsgestalt Grundlagen, Videodemonstration und Fallarbeit
Die Seminarreihe Psychotherapie der Emotionen an der IPU ist entstanden, weil sich die Auffassungen davon, was Emotionen sind, in den letzten Jahren sowohl in den analytischen Konzepten wie auch in der neurobiologischen Grundlagenforschung sehr stark verändert haben. Emotionen sind offenbar ein System, eine Funktion, die am Anfang der Entstehung des Psychischen steht. Auch das Selbst bildet sich aus emotionalen Ursprüngen. Emotionen stehen deshalb im Kern des psychischen Materials, was in die Stunde kommt. Dies hatte und hat großen Einfluss auf die Behandlungstechnik. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf das emotional präsente Material in der Stunde und wirkt dann an dessen Regulation und Integration mit. Der Gegenwartsmoment bezeichnet jene Momente, in denen das präsente emotionale Material wahrnehmbar wird und die Gegenwartsmomente haben offenbar einen inneren Zusammenhang, sie bilden ein Narrativ, eine Gegenwartsgestalt. Sie ist eine Form der unbewussten Erzählung, ganz ähnlich wie Träume, sie bilden einen unmittelbaren Zugangsweg zu den emotionalen Themen der Patientinnen und Patienten.
In der ersten Seminareinheit werden diese Grundlagen nochmals durchgesprochen und in der zweiten Seminar Einheit anhand der Videoaufnahme einer Therapiestunde demonstriert und diskutiert, in den drei folgenden Seminareinheiten wird an Fällen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern gearbeitet.
Das könnten Einzeltherapien mit Erwachsenen, mit Jugendlichen oder mit Kindern sein, Behandlungen, die als herausfordernd empfunden werden, aber auch Behandlungen, in denen eine Stagnation wieder in Fluss gekommen ist, jedenfalls Behandlungen, die irgendwie beschäftigt haben. Auch Sequenzen aus Gruppentherapien kommen infrage. Eine psychoanalytische Grundorientierung in der Arbeit mit Emotionen und mit Beziehung ist sinnvoll. Das Interesse an einer Fallvorstellung kann mir nach der Anmeldung durchgegeben werden zur Erleichterung der Planung. Schriftliche Protokolle sind nützlich, wenn man sie hat, meistens spricht man in der Fallarbeit aber doch in freier Rede über die Stunden.
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Praktizierende und klinisch Tätige aus den Bereichen Medizin und Psychologie, an Mitglieder von stationären Behandlungsteams und Beratungsstellen sowie an Studierende der IPU Berlin.
Lehrender
und Ansprechpartner zu inhaltlichen Fragen:
Reinhard Plassmann, Prof. Dr. med., ist Nervenarzt, Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Lehr- und Kontrollanalytiker der DPV und EMDR-Therapeut.