4. Jahrestagung des Arbeitskreises Sexualitäten in der Geschichte
Eine Kooperation des Arbeitskreises Sexualitäten in der Geschichte (AKSG) mit den Kulturwissenschaften an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin
2023 jährt sich die bundesrepublikanische Große Strafrechtsreform zum fünfzigsten Mal. Das Strafgesetz schützte fortan explizit die sexuelle Selbstbestimmung der Einzelnen und stellte nicht mehr eine sogenannte „Unsittlichkeit“ von Taten in den Mittelpunkt. Kann die Reform von 1973 rückblickend als bedeutsames Ereignis im Zeichen einer allgemeinen gesellschaftlichen Tendenz zu einer Enttraditionalisierung westlicher Sexualkultur erscheinen, so verweisen etwa die dato verbliebenen rechtlichen Einschränkungen (z. B. des sexuellen Verkehrs unter Männern) zugleich auf widersprüchliche Tendenzen in dieser Entwicklung. Über den Bereich des Rechts hinaus ist Sexualität bis heute ein Terrain widersprüchlicher Verhältnisse und Wirkungsweisen von gleichzeitigen Liberalisierungstendenzen und Restriktionen.
Die 4. Jahrestagung lädt zur Diskussion historischer, politischer, ideologischer und juristischer Facetten jüngster Sexualitätsgeschichte in Verknüpfung mit psychoanalytischen Perspektiven ein: Auf welche Weisen sind in den gesellschaftlichen Wandel sexueller Verhältnisse unbewusste Dynamiken, Lust, Fantasien und Abwehrprozesse involviert und welche spezifischen Erkenntnismöglichkeiten stellt die Psychoanalyse bereit?
Veranstalter*innen: Sonja Witte (IPU Berlin), Dagmar Lieske (Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin), Julia König (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Sebastian Bischoff (Universität Bielefeld)
Mit finanzieller Unterstützung durch den Verein der Freunde und Förderer der IPU e. V.
Veranstaltungsort: International Psychoanalytic University (IPU) Berlin
Raum: Alt Moabit 91b (Hörsaal 4)
Datum: 21.-22. April 2023
Die Veranstaltung ist ausgebucht. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich.