MUTTiER IV
Bilder sehen. Stimmen hören. Medien in Kunst und Klinik
Prof. Dr. Dorothea von Haebler (IPU Berlin), Dr. Irini Athanassakis (Paris) und Dr. Meredith Stone (Sydney)
Wir freuen uns an der IPU Berlin im vierten Jahr mit MUTTiER IV wieder einen interaktiven partizipativen Vortrag – diesmal zu BILDER SEHEN - STIMMEN HÖREN - ankündigen zu können.
Halluzinationen und Visionen begleiten die Menschheit durch die Jahrtausende. Sie galten als heilig, satanistisch, visionär oder krankhaft. Was sahen und sehen Menschen, wenn sie halluzinieren? Was hören sie? Was erzählen diese Bilder und Stimmen? Wie und warum entstehen Bilder und Stimmen, die für andere nicht wahrnehmbar sind?
Halluzinationen werden oft als Krankheitssymptom verstanden und medikamentös behandelt: vor allem, wenn ein Mensch darunter leidet. Sie können andererseits auch Inspirationsquelle für künstlerische Ausdrucksformen wie Bilder, Musik oder Texte sein. Sie sind ein Ausdruck innerer Vorgänge, der Leid ausdrücken und Perspektive erzeugen kann. Als solches können Sie ein Medium zum Selbst sein.
Mit Hilfe von Beispielen aus Kunst und Klinik werden unter Anerkennung der leidvollen und gefährlichen Aspekte des Halluzinierens in MUTTiER IV die Besonderheiten und kreativen und heilenden Potentiale erarbeitet und anhand kollaborativer Aktionen mit dem Publikum erlebbar gemacht.
Dr. Irini Athanassakis, *1968, lebt, arbeitet und forscht derzeit als Künstlerin und Autorin zu „Kunst und Leben: KORE. Un/Fruchtbarkeit“ bei Paris, in Salzburg und auf der Insel Kea, Griechenland und hat eine Tochter.
Sie studierte Bildhauerei (bei Alfred Hrdlicka), Transmediale Kunst (bei Brigitte Kowanz), und promovierte in Kunstgeschichte, Wissenstransfer und Numismatik an der Universität für Angewandte Kunst Wien (Dr. phil.). Davor studierte sie Europäische Betriebswirtschaft am ESB Reutlingen/London und arbeitete bei KPMG in Wien, Paris und Berlin in der Wirtschaftsprüfung.
Seit 2010 beschäftigt sie sich künstlerisch und wissenschaftlich mit Körperflüssigkeiten und biologischen Abläufen als Modellen für eine inklusive Ökonomik und zu bonds/ Bindungen aller Art unter anderem mit Milch als Kunststoff und Materie (Publikation Milk. Gabe, Lust und Verlust. (2018, Passagen Verlag Wien) und mit Un/fruchtbarkeit.
Seit 2021 ist sie als Fellow am Zentrum für Wissenschaft und Kunst an der Paris Lodron Universität Salzburg und der Universität Mozarteum Salzburg angesiedelt. Ihr Forschungsprojekt heißt KORE: in/fertilité und beleuchtet künstlerisch und wissenschaftlich Dimensionen von Fruchtbarkeit, Unfruchtbarkeit und Reproduktionstechnologien. Das Buch POIESIS zu den künstlerischen Arbeiten zu Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin gestalten von Nik Thoenen erschien mit einem literarischen Beitrag von Thomas Ballhausen im März 2025 beim Verlag für moderne Kunst, VFMK Wien.
Seit Frühjahr 2023 kooperiert sie als Research Fellow mit Professor Dr. Dorothea von Haebler (IPU) und Dr. Meredith Stone (IPU/Sydney) in Form von Veranstaltungen an der IPU Berlin mit dem Titel MUTTiER, Kunst-Frau-Psychose (2023) Kinder/Nicht/Wunsch (2024) und „Wenn die Worte fehlen (2025).
iriniathanassakis.eu
Instagram: athanassakisirini
Dr. Meredith Stone ist eine australische Psychiaterin. Ihre klinische Zeit verbringt sie als ‘Fly In, Fly Out’ - Psychiaterin auf dem Land im australischen Bundestaat New South Wales, und als Leiterin der Perinatal Psychiatry and Womens Mental Health im Royal Hospital for Women in Sydney. Im Wintersemester 2022/2023 war sie Gastwissenschaftlerin an der Internationalen Psychoanalytischen Universität, Berlin.