Prof. Dr. phil. Lutz Wittmann

Klinische Psychologie und Psychotherapie

IPU Berlin
Stromstr. 2a - Raum 2.09
10555 Berlin
Tel.: +49 30 300 117-810
E-Mail: lutz.wittmann(at)ipu-berlin.de

Schwerpunkte in der Lehre

Den Großteil meiner curricularen Lehre leiste ich im Modul Grundlagen der Klinischen Psychologie im BA sowie in den Modulen Klinische Störungen/Spezielle Störungslehre der Psychotherapie im MA Klinische Psychologie und Psychotherapie bzw. Modul Mental Disorders im MA Psychology (English track). Dabei stehen präzise Kenntnisse zu sämtlichen Dimensionen der Störungslehre genauso im Zentrum wie Aspekte der Theorie der Technik.

Neben der Vermittlung eines wissenschaftlichen Zugangs und aktueller empirischer Erkenntnisse zu psychischen Störungen lege ich deshalb Wert auf einen konsequenten Theorie-Praxis-Transfer. Dabei hinterfrage ich mit unseren Studierenden die Nützlichkeit der psychologischen und psychoanalytischen wissenschaftlichen Beiträge immer wieder durch Rückbezug auf die klinische Praxis. Dafür nutze ich insbesondere klinisches Material (Transkripte oder Aufnahmen von Therapiestunden) aus unserer Hochschulambulanz. Mein didaktisches Vorgehen orientiert sich an einem interaktiven Veranstaltungscharakter, in welchem die Aktivität der Studierenden durch kritische Diskussionen, Gruppenarbeiten, Kurzinputs und Rollenspiele gefördert wird.

Schwerpunkte in der Forschung

Meine Forschungsaktivitäten lassen sich drei Bereichen zuordnen:

Psychotherapieforschung: In Zusammenarbeit mit Prof. Michael Linden (Charité Berlin), Simon Kempe, MA und Eva Blomert, MA untersuche ich Belastungen, welchen PatientInnen im Rahmen psychotherapeutischer Behandlungen ausgesetzt sind („psychotherapeutische Nebenwirkungsdebatte“;


Empirische Traumforschung: Im Bereich der empirischen Traumforschung arbeite ich in unterschiedlichen Kontexten mit dem Zurich Dream Process Coding System von Ulrich Moser und Vera Hortig. Ein aktueller Schwerpunkt liegt dabei im Bereich des Zusammenhangs von Affektregulation im Traum und Persönlichkeitsorganisation.

 

Psychotraumatologie: Weit mehr als 99.9% der psychotraumatologischen Forschung beruht auf Designs, welche die von potentiellen traumatischen Ereignissen (PTE) betroffenen Personen erst nach dem betreffenden Ereignis untersucht. Prätraumatische Variablen werden dabei bestenfalls retrospektiv eingeschätzt, was sie anfällig für mögliche Verzerrungseffekte macht. Ebenso lässt sich ohne prospektive (prä-traumatische) Daten nicht valide einschätzen, ob bspw. Symptome, die nach einem PTE vorliegen (Prävalenz), erst nach dem Ereignis auftraten (Inzidenz) oder aber bereits vor dem Ereignis bestanden. In Kooperation mit Prof. Dr. Peter van der Velden (Centerdata & Universität Tilburg, NL) werten wir deshalb Daten eines großen repräsentativen niederländischen research panels (www.lissdata.nl/) aus. Durch die regelmäßig wiederholte Stichprobenbefragung liegen dabei Daten (bspw. zu psychopathologischen Symptomen oder Persönlichkeitseigenschaften) bereits vor späteren PTE vor. Bisherige und aktuelle Auswertungen weisen darauf hin, dass grundlegende und weitverbreitete psychotraumatologische Annahmen, etwa betreffend eine eingeschränkte Bedeutsamkeit prätraumatischer Variablen oder die Annahme, dass die Prävalenz psychischer Beschwerden nach einem PTE ihrer Inzidenz gleichkommt, einer Revision bedürfen.