Erkranken Menschen an Psychosen, bedarf es der Zusammenarbeit verschiedener Professionen, um den Betroffenen gut helfen zu können. Sozialarbeiter_innen, Psychotherapeut_innen, Ärzt_innen und nicht zuletzt professionelle Pfleger_innen müssen Hand in Hand arbeiten, um eine erfolgreiche Versorgung zu gewährleisten. Der weiterbildende Masterstudiengang Interdisziplinäre Psychosentherapie bietet ein Programm, das auf diese immer wichtiger werdende multiprofessionelle Zusammenarbeit zugeschnitten ist.
Im Studium können sie die Arbeit in einem multiprofessionellen Team direkt miterleben. Die Lehre integriert und verbindet verschiedene Methoden und psychotherapeutische Verfahren. Sie vertiefen und verknüpfen ihre spezifischen Berufsgruppenerfahrungen gegenseitig. Die Verbindung von Theorie und Praxis, studienbegleitender Selbstreflexion und Fallbesprechung erlaubt es, Fragen aus dem Arbeitsalltag in das Studium zu bringen, gemeinsam zu reflektieren und die gewonnenen Ideen wieder in die Praxis zurückzuführen.
Pharmakologische, psychotherapeutische oder sozialpsychiatrische Kompetenzen sind ebenso Teil der Lehre, wie sozialarbeiterische, pflegerische oder somatotherapeutische. Gesetzliche Neuerungen mit ihren Auswirkungen auf die unterschiedlichen Berufsgruppen und Arbeitsfelder werden aufgegriffen und in verschiedenen Perspektiven erörtert. Daneben sind innovative Berufsfelder, aber auch aktuelle Modellprojekte Thema, etwa zur bedürfnisangepassten Behandlung oder der Herausforderung durch Aspekte der Migration.
Der Studiengang besteht seit 2013 und wird an der IPU angeboten. Die multiprofessionelle Zusammenarbeit wird gewährleistet und unterstützt durch die Kooperation mit der Charité-Universitätsmedizin Berlin, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB).
Studienstart für den Weiterbildungsstudiengang ist jedes Jahr zum Sommersemester (1. April). Bewerben können Sie sich dazu jederzeit. In einem persönlichen Gespräch mit Studiengangsleiterin Prof. Dr. Dorothea von Haebler können Sie sich über eine Aufnahme in den Studiengang austauschen. Der Studiengang richtet sich an alle Berufsgruppen, die im Gesundheits- und Sozialwesen mit und für Menschen mit Psychosen arbeiten, insbesondere Ärzt_innen, Professionelle im Peerbereich, Psychiatrische Pfleger_innen, Psycholog_innen und Psychotherapeut_innen sowie Sozialarbeiter_innen und Sozialpädagog_innen. Zugangsvoraussetzung ist ein erster berufsqualifizierender Abschluss eines Hochschulstudiums und eine mindestens einjährige berufspraktische und spezifische Erfahrung mit Psychosekranken oder anders komplex psychisch Kranken. Ein erster Hochschulabschluss kann durch eine Eignungsprüfung ersetzt werden. Dies soll vor allem Professionellen in der Pflege und im Peerbereich mit langjähriger Berufserfahrung den Zugang zum Studium ermöglichen.