Fort- und Weiterbildung an der IPU

Persönlich reifen und beruflich weiterkommen

Beziehungsdynamische Therapie im 21. Jahrhundert

Berufsbegleitende Weiterbildung in psychoanalytischer Paar-, Familien- und Sozialtherapie

Die IPU Berlin bietet ab Oktober 2019 erneut eine berufsbegleitende Weiterbildung in psychoanalytischer Paar-, Familien- und Sozialtherapie an. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden psychoanalytisch geprägte Theoriebildungen zur interpersonalen Dynamik bei Paaren und Familien aufgegriffen und auch auf die heute vielfältigeren familienähnlichen Formen von Beziehungsgestaltung und Zusammenleben bezogen.

Auf darüber hinausgreifende Interaktionszusammenhänge bei Mehrpersonen-Beziehungssystemen, in und zwischen sozialen Gruppen oder Institutionen lässt sich diese Sichtweise ebenso gewinnbringend anwenden. In diesen Formen angewandter psychodynamischer Therapie spielen bewusste und unbewusste interpersonale Prozesse eine zentrale Rolle, immer eingebettet in spezielle Lebenslagen und soziale Kontexte. Interpersonale Beziehungsdynamik ist geprägt von unausgesprochenen Wünschen, ungelösten Konflikten und unverarbeiteten Traumata sowie deren Abwehr. Sie hat ihre Wurzeln nicht selten in transgenerationalen Aufträgen, die bereits frühe Eltern-Kind-Beziehungen mitgestalten können. Unbewusste Übertragungen, Erwartungen und Delegationen lassen so Blockaden oder Kollusionen in familiären und Paarbeziehungen entstehen.

Psychoanalytische Paar- und Familientherapie greift diese Aspekte im Zusammenspiel von intra- und interpsychischer Beziehungsdynamik auf. Sie besteht aus der aufdeckenden und verändernden Arbeit an unbewussten und vorbewussten interpersonellen Konflikten, Beziehungsmustern und Abwehrstrukturen, welche die Symptomatik eines Familienmitglieds oder Partners bedingen, mitbedingen oder aufrechterhalten. Diese Konflikte und Beziehungsstrukturen stellen sich in den (beziehungs-)therapeutischen Situationen szenisch dar und werden für alle Familienmitglieder (oder Mitglieder des informellen/formellen Beziehungsnetzes) in ihrer Existenz, Wirksamkeit und Interdependenz erfahrbar, erkennbar und somit veränderbar. Im therapeutischen Prozess werden die Ressourcen und Potentiale des Mehrpersonensystems genutzt.

Daneben muss eine abgeschlossene oder laufende psychoanalytische oder tiefenpsychologisch-fundierte Selbsterfahrung nachgewiesen bzw. mit der Weiterbildung begonnen werden (Einzel oder Gruppe). Ein Aufnahmegespräch bei einem der Dozierenden ist für die Teilnahme an der Weiterbildung obligatorisch. Die Weiterbildung entspricht den Anforderungen des Bundesverbandes Psychoanalytische Paar- und Familientherapie e.V. (BVPPF) sowie der European Federation for Psychoanalytic Psychotherapy (EFPP).

Namhafte Wissenschaftler_innen und bekannte, langjährig tätige Praktiker_innen auf dem Gebiet der Psychotherapie und der psychoanalytischen Paar-, Familien- und Sozialtherapie gestalten als Dozierende diese Weiterbildung und stehen als Supervidierende zur Verfügung. Sie kommen aus unterschiedlichen Grundberufen (Medizin, Psychologie, Sozialarbeit, Pädagogik, Sozialpädagogik) und sind in vielfältigen psychosozialen und medizinischen Arbeitsfeldern tätig.

Aufbau der Weiterbildung
Das Curriculum erstreckt sich über drei Jahre mit Beginn im Oktober 2019. Es umfasst insgesamt zwölf Wochenenden mit je acht Doppelstunden (Dstd.), jeweils freitags von 13:00 bis 19:00 Uhr und samstags von 09:00 bis 17:00 Uhr. Neben theoretischen Seminaren beinhaltet jedes Wochenende theoriegestützte Reflexionen der beratenden und therapeutischen Arbeit in Kasuistisch-technischen Seminaren (insgesamt 72 Dstd.). Hinzu kommt die berufsbezogene Familien-Selbsterfahrung in der Gruppe (insgesamt 24 Dstd.) an allen Wochenenden. Die persönliche Selbsterfahrung (150 Std.) sowie die Supervision der Behandlungsfälle (80 Std.) finden außerhalb der Wochenenden bei vom Veranstalter anerkannten Therapeut_innen statt, in der Regel in der Gruppe. Die Bildung von Supervisionsgruppen hat sich bewährt und wird organisatorisch unterstützt.

Abschluss
Die Weiterbildung beenden die Teilnehmenden mit der schriftlichen Dokumentation eines Falles und seiner Vorstellung in der Weiterbildungsgruppe im Kasuistisch-technischen Seminar. Bei erfolgreichem Abschluss wird ein vom Bundesverband Psychoanalytische Paar- und Familientherapie (BVPPF) anerkanntes Zertifikat ausgehändigt. Dies berechtigt dazu, die Bezeichnung „Psychoanalytischer Paar-, Familien- und Sozialtherapeut“ bzw. „Psychoanalytische Paar-, Familien- und Sozialtherapeutin“ zu führen und reguläres Mitglied im BVPPF zu werden.

Geschätzter finanzieller Aufwand
Die Kosten für die Weiterbildungswochenenden an der IPU belaufen sich auf insgesamt 4.200,00 € bzw. 3.000,00 € für Teilnehmende in psychotherapeutischer Aus-/Weiterbildung (Nachweis erforderlich). Hinzu kommen Kosten für das Aufnahmegespräch (80,00 €), die Supervision (90,00 €/Std., in der Gruppe anteilig) und gegebenenfalls die psychoanalytische/tiefenpsychologisch-fundierte Selbsterfahrung. Für die gesamte Weiterbildung kann der Aufwand inklusive der Supervision bei ca. 7.000,00 € liegen.  Entsprechend höher, wenn die Selbsterfahrung noch absolviert werden muss.

Leitungsgremium

  • Prof. Dr. med. Burkhard Brosig
  • Dipl.-Psych. Joseph Kleinschnittger
  • Dipl.-Päd. Renate Querfurth
  • Prof. Dr. phil. Ilka Quindeau
  • Prof. Dr. phil. Günter Reich

Link zum Bundesverband Psychoanalytische Paar- und Familientherapie e.V.: www.bvppf.de

Kontakt
Martin Runge
Ansprechpartner Fort- und Weiterbildung

IPU Berlin
Stromstr. 1 - Raum 4.02
10555 Berlin

Tel.: +49 30 300 117-765
Fax: +49 30 300 117-549

fortbildung(at)ipu-berlin.de

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Persönliche Sprechzeit nach vorheriger Vereinbarung.