Promovieren zu psychoanalytischen Fragestellungen

Jedes Jahr vergibt die Stiftung zur Förderung der universitären Psychoanalyse zwei Promotionsstipendien, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.

Das Ziel, die Psychoanalyse an der Universität stärker zur Geltung zu bringen, ist langfristig, ja über Generationen angelegt. Es bedarf eines Nachwuchses, der die Psychoanalyse als Wissenschaft fundiert vertreten und weiterentwickeln kann. Als die Stiftung zur Förderung der universitären Psychoanalyse im Jahr 2009 die IPU gründete, war diese Zielstellung, wissenschaftlich hervorragend ausgebildeten Nachwuchs hervorzubringen, der nach Studienabschluß weitere Qualifizierungsschritte geht, von Beginn an mitgedacht. Seit 2017 fördert die Stiftung mit jährlich zwei Promotionsstipendien Dissertationsprojekte, die psychoanalytische Fragestellungen verfolgen.

„Das Studium an der IPU ist eine gute Vorbereitung auf die anschließende psychotherapeutische Ausbildung, aber es soll auch den ersten Schritt zur Promotion ermöglichen“, erklärt die Stiftungsratsvorsitzende Prof. Dr. Christa Rohde-Dachser. Dieses Jahr werden die Promotionsstipendien zum fünften Mal ausgeschrieben und an IPU-AbsolventInnen vergeben. Über die Vergabe entscheidet eine Kommission, die aus zwei vom Stiftungsrat und einem von der Universitätsleitung der IPU benannten Mitglied besteht. „Natürlich müssen die Anträge auf Förderung ausführlich begründet sein“, betont die Stiftungsratsvorsitzende. Ausgewählt würden solche Projekte, die im Rahmen der Förderungsdauer Aussicht auf Erfolg haben. Daher bedarf es neben einem Exposé auch der gutachterlichen Einschätzung durch den/die wissenschaftliche/n BetreuerIn.

Für die Etablierung der Psychoanalyse innerhalb der Psychologie sind Arbeiten aus dem klinisch-psychologischen Bereich interessant, „um selber später die psychoanalytische Ausrichtung der Psychotherapie auch an der Universität vertreten zu können“, so Christa Rohde-Dachser. Genau so willkommen sind aber auch Anträge auf ein Stipendium für eine psychoanalytisch orientierte Dissertation in einem anderen wissenschaftlichen Fach, insbesondere der Kulturwissenschaft.

„Mit psychoanalytisch ausgerichteten Promotionen gibt es wirklich viel zu gewinnen“, sagt Prof. Dr. Bernd Ahrbeck. Er ist Mitglied im Promotionsbegleitausschuss, in dem gerade ein neues, strukturiertes Promotionsprogramm aufgelegt wird. Er bezeichnet dies als weiteren, wichtigen Schritt zur Verleihung des Promotionsrechts, mit dem die IPU sicherlich in einigen Jahren rechnen darf. Aktuell bestehen formale Kooperationen mit staatlichen Universitäten, die den Abschluss von Promotionsverfahren von Promovenden der IPU bereits jetzt ermöglichen. Die intensive Betreuung und Begleitung der Promotionskandidaten und -kandidatinnen von Seiten der IPU hat sich in diesem Prozess bestens bewährt.

Promovieren biete die Möglichkeit etwas Neues, eigene Erkenntnisse hervorzubringen, erklärt Prof. Ahrbeck: „Dieses Eigene und Neue kann besonders in psychoanalytischen Arbeiten hervortreten.“ Die Psychoanalyse zeichne sich durch eine offene Suchhaltung aus, die es ermögliche, dass sich auch die Forschenden selbst und ihre Forschungsintentionen hinterfragen: „Dadurch entsteht ein wichtiger Schutz davor, dass sie im konventionellen Rahmen verbleibt, Zeitgeistströmungen unreflektiert übernimmt und nur Altbekanntes wiederholt.“

Alle Informationen zu den Promotionsstipendien und den Bedingungen sind in den verlinkten Dokumenten zu finden. Die Bewerbungsfrist in diesem Jahr ist der 15. März.

Ausschreibung Promotionsstipendien
Leitlinien Promotionsvorhaben