Prof. Dr. Phil C. Langer

Psychoanalytische Sozialpsychologie und Sozialpsychiatrie

IPU Berlin
Stromstr. 3b - Raum 1.03
10555 Berlin
Tel.: +49 30 300 117-758
E-Mail: phil.langer(at)ipu-berlin.de

Schwerpunkte in der Lehre

In der Lehre vertrete ich im Bachelor- und Masterstudiengang Psychologie die Sozialpsychologie, die allgemein nach dem Erleben und Handeln der Subjekte im gesellschaftlichen Kontext fragt. Mit Identität und sozialer Wahrnehmung, Einstellungen und Vorurteilen, pro- und antisozialem Verhalten, Gruppenbildung und Gruppendynamik werden Schlüsselfragen des menschlichen Daseins verhandelt. Die Sozialpsychologie weist dabei Schnittmengen und Querverbindungen zu zahlreichen geistes- und naturwissenschaftlichen Fachgebieten auf, insbesondere der Soziologie, Politik-, Erziehungs- und Kulturwissenschaft sowie der Linguistik und den Neurowissenschaften.

Auch innerhalb der Psychologie lässt sich die Sozialpsychologie nicht trennscharf abgrenzen. Insbesondere in Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie, in Rechts-, Verkehrs-, Konsum- und Markt-, Gesundheits- und Friedenspsychologie sind Perspektiven einer angewandten Sozialpsychologie von zentraler Bedeutung. Im Masterstudiengang Interdisziplinäre Psychosentherapie bin ich unter anderem zu Themen der Sozialpsychiatrie, der Gesundheitswissenschaften, partizipativer Ansätze sowie von Migration und Kultur engagiert. Methodisch ist es mir ein Anliegen, qualitative Methoden empirischer Forschung zu vermitteln und ihre Bedeutung in den Studiengängen zu stärken.

Schwerpunkte in der Forschung

Derzeit werden drei drittmittelfinanzierte Forschungsvorhaben durchgeführt, die in empirisch-qualitativer Weise Erfahrungen von Gewalt in Konfliktgebieten in den Blick nehmen. In einem Follow-up-Projekt zu dem von der Deutschen Stiftung Friedensforschung geförderten Projekt „Wie der Krieg im Kopf den Blick auf Frieden trübt“, das den Folgen von alltäglicher Gewalt für die Identitätsbildung und das soziale Agency von Jugendlichen in Afghanistan nachspürte, können die Befunde dank einer Förderung durch die Stiftung Analytische Psychiatrie in Form eines Policy Paper, eines internationalen Symposium und zweier Monograhien für die Dissemination aufbereitet werden.

In einem andern Follow-up-Projekt, das im Kontext des Regionalvorhabens „Psychosoziale Versorgung syrischer und irakischer Geflüchteter und Binnenvertriebener“ der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit gefördert wird, wird unter dem Titel „What Helps the Helpers“?“ ein Konzept organisationaler Mitarbeiterfürsorge in ausgewählten Organisationen im Nahen Osten implementiert und die Implementierung evaluiert. Ebenfalls im Rahmen des GIZ-Regionalvorhabens wird ein Forschungsprojekt zu den psychosozialen Bedarfen ehemaliger Kindersoldaten des sog. Islamischen Staates im Nordirak realisiert.

Aktuell laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte:
Psychosocial Needs of Former ISIS Child Soldiers in North Iraq
What Helps the Helpers? Resonding to Staff Care Needs in Fragile Contexts
The Afghan Youth Project 2
Was hilft im Nahen Osten? Selbstverständnisse, Hilfetheorien und Organisational Care-Instrumente im Bereich MHPSS in der Region Syrien
Wenn der Krieg im Kopf den Blick auf Frieden trübt. Eine empirische Untersuchung zu den Folgen traumatischer Erfahrungen kollektiver Gewalt für Identität, Gesellschaftsbilder und Agency von Jugendlichen in Afghanistan (The Afghan Youth Project 1)
50 plus HIV. Älter werden mit HIV und Aids in Deutschland
ISAF 2010: Einsatzwirklichkeiten aus Sicht der Soldatinnen und Soldaten
Spätdiagnose HIV. Psychosoziale Hintergründe und Ansätze für die Prävention
Positives Begehren. Psychosoziale Dynamiken des sexuellen Risikoverhaltens homosexuell lebender Männer in Deutschland
Aktuelle Herausforderungen der Thematisierung von Nationalsozialismus und Holocaust

Weitere Informationen

Sprechzeiten im SoSe 2019: Mittwoch, 10.4., 15.5., 12.6., 3.7., 17.7.
16-18 Uhr, Raum 0.31 im Haus 3b

Veranstaltungskündigungen
Phil C. Langer & Joram Ronel: Kann man Extremtraumatisierungen verarbeiten? Diskussionsbeitrag auf der 1. Lotte Köhler Konferenz am Historischen Kolleg München, 26. Juli 2019.
Phil Langer & Aisha-Nusrat Ahmad: Should I stay or should I go? Living in and through traumatic landscape and the psychosocial dynamics of flight. Presentation at the international conference "Exile – Flight – Persecution" at the University Göttingen, November 29, 2019.