Prof. Dr. Insa Härtel

Kulturwissenschaften

IPU Berlin
Stromstr. 3b - Raum 0.29
10555 Berlin
Tel.: +49 30 300 117-727
E-Mail: insa.haertel(at)ipu-berlin.de

Schwerpunkte in der Lehre

Der kulturwissenschaftliche Studiengang an der IPU hat Schnittstellen und Verschränkungen von Kultur und Psychoanalyse auf dem Programm. Thema sind kulturelle Fragestellungen als Teil psychoanalytischer Ansätze, wie sie schon bei Freud zu finden sind. Ebenso psychoanalytische Zugangsweisen als ein Teil der Kulturwissenschaften. Dies ermöglicht z. B. Einsichten in kulturelle Konflikte. Auch lassen sich psychoanalytische Annahmen (etwa zur Geschlechterdifferenz) selbst kulturwissenschaftlich „beackern“. Die Auseinandersetzung findet anhand verschiedener Gegenstandsfeldern statt: Kulturelle Produktionen und Transformationen geraten ebenso in den Blick wie Alltagswelten, Wissenskulturen, soziale Beziehungen….

Da ich fachlich sowohl von der kulturwissenschaftlichen wie auch von der psychoanalytischen Seite her komme, ist mein Zugang in sich fächerübergreifend und das heißt auch: Er enthält einen Über-Griff (ein Begriff, der mich in seinen vielfältigen Konnotationen schon länger beschäftigt). In meiner Lehre ist es mir wichtig zu zeigen, wie kulturwissenschaftliche und psychoanalytische Theoriebildung Denk-Räume bereitstellt und das, was man für selbstverständlich hält, ins Rotieren bringen kann. Dies geschieht im Studium immer wieder, nicht nur bei den Studierenden. Auf diese Weise können kulturwissenschaftlich-psychoanalytische Ansätze auch als belangreiches kulturelles "Korrektiv" fungieren – und eine eigene Praxis bilden.

Ich biete einführende und vertiefende Veranstaltungen an, dabei thematische Bündelungen verschiedener Ansätze ebenso wie detaillierte Auseinandersetzungen mit einem Konzept. Zum Einsatz kommen vielfach Texte, thematisch angebunden aber auch Filme; ich lade Gäste ein, unterrichte manchmal im Co-Teaching mit Dozent/innen anderer Hochschulen oder plane „Ortswechsel“ z.B. in Ausstellungen. Insgesamt geht mir nicht nur darum, fachliche Inhalte zu vermitteln, sondern auch um eine Erprobung von Präsentationsformen mit den Studierenden oder eine Reflexion der Lehr- und Lernsituation selbst.

 

Schwerpunkte in der Forschung

Meine derzeitige Forschung hat sich aktuelle Heilsversprechen vorgenommen. Diese werden vor dem Hintergrund ihrer historischen Wandelbarkeit als gesellschaftlich wirkmächtige Inszenierungen verstanden. Was wird gegenwärtig als Heilsversprechen gehandelt, welche kulturellen Dynamiken werden dabei wirksam? Die Frage richtet sich darauf, wie solche Versprechen gesellschaftlich relevante Hoffnungen und Befürchtungen involvieren und was dabei z. B. als bedrohlich-unheilvoll gilt. Derzeit bearbeite ich zwei Teilprojekte, in denen ich anhand der jeweiligen Materialien untersuche, auf welche Weise sich kulturelle Ambivalenzen oder Konflikte geltend machen.

Aktuelle Projekte
„Messie“ mit Methode: Wohnmüll im TV-Format
Brust-Krebs-Schnitt: Mediale Inszenierungen der prophylaktischen Mastektomie Angelina Jolies (seit 2014)

Abgeschlossene Projekte
Scharf gestellt und umgedreht. Gerhard Richter „Betty“ (1977)
„Übergriffe“ und „Objekte“: Bilder und Diskurse kindlich-jugendlicher Sexualität