Machbarkeitsstudie zu ambulanter psychodynamischer Psychotherapie für Jugendliche mit Borderline-Persönlichkeitsstörung

Finanziert durch: Förderung der IPU
Wissenschaftliche Mitarbeit: Lena Korn, M.A. Psychologie

seit 2016 / Leitung: Prof. Dr. Simone Salzer, Prof. Dr. Annette Streeck-Fischer


Hintergrund der Studie

Aktuell werden verstärkt psychotherapeutische Konzepte für jene Adoleszente entwickelt und evaluiert, die bereits im Jugendalter die diagnostischen Kriterien einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erfüllen. Das Ziel ist dabei, diese Patientengruppe möglichst frühzeitig adäquat zu behandeln. Für die psychoanalytisch-interaktionelle Methode (PIM-A) konnte in einer eigenen Arbeit bei jugendlichen Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung bzw. mit strukturellen Störungen in einer ersten randomisierten kontrollierten Therapiestudie im stationären Setting nachgewiesen werden, dass diese eine wirksame Behandlungsoption darstellt (vgl. Salzer, Cropp, Jaeger, Masuhr & Streeck-Fischer, 2013; Salzer, Cropp & Streeck-Fischer, 2014).

Ziel der Studie

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie soll das bisherige stationäre Behandlungskonzept der psychoanalytisch-interaktionellen Methode (PIM-A) für Jugendliche mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (vgl. Streeck-Fischer, Cropp, Streeck und Salzer, 2016) an das ambulante Setting angepasst und entsprechend implementiert werden.

Methode

N=10 Jugendliche mit Borderline-Persönlichkeitsstörung erhalten eine ambulante manualisierte tiefenpsychologisch fundierte Langzeittherapie im Rahmen der Richtlinien-Psychotherapie mit bis zu 60 Sitzungen über 12 Monate. N=10 Jugendliche mit Borderline-Persönlichkeitsstörung werden unter treatment as usual über den Zeitraum von 12 Monaten beobachtet und erhalten anschließend eine Therapie. Durchführung einer standardisierten Diagnostik nach DSM-5 sowie Erfassung der Symptomatik in Fremd- und Selbsteinschätzung.

Einschlusskriterien

  • Alter: 15-18 Jahre
  • Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-5
  • Ausreichende Deutschkenntnisse

Ausschlusskriterien

  • Akute Suizidalität
  • Indikation zur stationären Psychotherapie
  • Antisoziale Persönlichkeitsstörung
  • Bipolare Störung
  • Psychotische Störung
  • Substanzabhängigkeit
  • Schwere somatische Erkrankung

Die Zuweisung erfolgt durch kooperierende Einrichtungen (Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP) und IPU-Hochschulambulanz) sowie durch niedergelassene Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten und -Psychiater.