„komm mit uns auf Fahrt, und wir zeigen dir eine andere Welt!“ Lagerwelten als Räume rechtsextremer Vergemeinschaftung und Vergeschlechtlichung

Laufzeit: Oktober 2022 bis Februar 2024 / Projektteam: Sebastian Winter & Phil C. Langer
Förderung: Köhler-Stiftung

Projektbeschreibung
Rechtsextreme Ideologie mit ihren Gemeinschafts- und Geschlechterentwürfen lässt sich als eine von Abwehrmechanismen getragene, vor sich selbst aufgeführte „show“ (Adorno, 1946, S. 402) beschreiben, die als „Habitusmodell“ (Botsch 2007, S. 6) von bestimmbaren Akteur:innen in Form einer „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ (Pfeiffer, 2011) angeboten und dort angeeignet wird. Viele Angehörige der Führungsstrukturen unterschiedlicher Spektren des Rechtsextremismus in Deutschland haben diese Aneignungsprozesse in sog. „Lagern“ und auf sog. „Fahrten“ völkischer Jugendbünde durchlebt und schicken wiederrum ihre eigenen Kinder dorthin (vgl. Röpke 2007, S. 42f.).
In dem Forschungsprojekt soll die Bedeutung dieser „Lager“ und „Fahrten“ als Räume politischer Sozialisation im Sinne einer affektiven Vermittlung rechtsextremer Ideologie untersucht werden. Im Zentrum steht dabei die Frage nach den psychodynamischen Prozessen der dort stattfindenden „völkischen“ Vergemeinschaftung und Vergeschlechtlichung. In empirisch-qualitativer Hinsicht sollen dazu Text-, Audio-, Bild- und Videodokumente ausgewählter „völkischer“ Bünde (etwa Zeitschriften, Webauftritte, Erlebnisberichte, Fotos) und biographisch-narrative Interviews mit Aussteiger*innen analysiert werden.