Wissenschaftler

Wissenschaftliches Personal

Udo Hock

Dr. phil., Lehrbeauftragter, Stiftungsdozent (Laplanche-Stiftung)

1.Welche sind Ihre Schwerpunkte in Forschung in Lehre?
Freudrezeption in Frankreich (Laplanche, Lacan), Allgemeine Verführungstheorie, infantile Sexualität, Zeitkonzeptionen in der Psychoanalyse, psychoanalytische Übersetzungstheorie, psychoanalytische Erkenntnistheorie und Metapsychologie.

2. Worum geht es in Ihrer Lehre?
Ich biete in diesem Semester ein Seminar über die Traditionslinien der französischen Psychoanalyse im Modul 8 für die Vollzeitstudierenden des Masterstudienganges Psychologie an. Dabei möchte ich die Studentinnen und Studenten gleichermaßen mit den Grundzügen der Geschichte der Psychoanalyse in Frankreich wie mit den wichtigsten theoretischen Schulen vertraut machen. Sie sollen die herausragenden psychoanalytischen Persönlichkeiten der französischen Psychoanalyse wie auch Spezifika des klinischen Arbeitens in Frankreich kennenlernen. Und schließlich sollen sie einen Einblick bekommen, wie die Psychoanalyse dort interdisziplinär eingebettet ist, also Anregungen von 'außen' bekommen und auch Anregungen nach 'außen' gegeben hat.

3. Was können Studierende von Ihnen lernen?
Ich bin ein leidenschaftlicher Denker, der versucht, psychoanalytische Theorie und Praxis miteinander fruchtbar zu verbinden. Mir ist die französische psychoanalytische Kultur aus nächster Nähe vertraut und ich möchte gerne insbesondere diese Kultur mit ihren Verzweigungen in Nachbarwissenschaften den Studierenden näher bringen.

4. Was begeistert Sie an der Psychoanalyse?
Die Psychoanalyse hat das Wissen der Menschheit über sich selbst in einer vorher noch nie da gewesenen Weise revolutioniert. Freuds große Leistung war es, all diese vermeintlich sinnlosen psychischen Tätigkeiten wie Traum, Witz, Fehlleistung und nicht zuletzt Symptom auf einen Begriff, den des Unbewussten, zurückgebunden zu haben. Ich staune immer noch über diese Erkenntnisleistung und habe mich ihr sozusagen mit Haut und Haar verschrieben. Besonders sympathisch erscheint mir die Konsequenz, dass jetzt auch Scheitern und Misslingen anders wahrgenommen werden können.

5. Haben Sie ein Lieblingszitat?
„L’acte manqué est un acte réussi“ – „Die Fehlleistung ist eine Meisterleistung“ (Lacan).

Foto Udo Hock