Wissenschaftler

Wissenschaftliches Personal

Insa Härtel

Prof. Dr. phil., Psychoanalytische Kulturwissenschaften

1. Welche sind Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre?
Schwerpunkte liegen etwa in folgenden Bereichen: Konzeptionen kultureller Produktion,  Raum/Phantasmen, psychoanalytische Kunst- und Kulturtheorie, Geschlechter- und Sexualitätsforschung.

Zurzeit erarbeite ich zwei Forschungsschwerpunkte:
„Messie“ mit Methode: Wohnmüll im TV-Format
Im Mittelpunkt dieser Forschung stehen Funktionsweisen episodischer kultureller Reinigungsrituale in sogen. „Messie-Sendungen“ (nicht die Schicksale betroffener Subjekte). Dabei mitgedacht werden Entwürfe „unsauberer“ Methoden.

Dieses Projekt steht in einem Verbund mit dem Forschungsschwerpunkt: Wohnseiten. Deutschsprachige Zeitschriften zum Wohnen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und ihre medialen Übertragungen am Mariann Steegmann Institut, Bremen.

Brust-Krebs-Schnitt: Mediale Inszenierungen (prophylaktischer) Brustentfernung
Ausgehend von der Figur Angelina Jolie werden Medienberichte zu ihrer prophylaktischen Mastektomie einem Close-Reading unterzogen. Im Fokus stehen die damit verbundenen kulturellen Versprechen, Ambivalenzen, Konflikte. Eine psychoanalytisch inspirierte Auseinandersetzung mit Gouvernementalitätstheorien ist auch hier inbegriffen.

Dieses Projekt steht im Kontext des interdisziplinären Forschungsnetzwerks: Heil versprechen: Kulturelle Gefüge, Wünsche, Phantasmen

2. Worum geht es in Ihrem Studienbereich?
Thema sind "Psychoanalytische Kulturwissenschaften" und darin kulturelle Fragestellungen als Teil psychoanalytischer Theoriebildung sowie psychoanalytische Zugangsweisen als Teil der Kulturwissenschaften. Neben den kulturwissenschaftlichen Zugängen und Schnittstellen Psychoanalyse/Kultur vertrete ich Bereiche des Studienschwerpunkts "Psychoanalyse–Kultur/Philosophie–Theorie". Insgesamt beschäftigt sich dieser Schwerpunkt mit kulturellen Produktionen und Artefakten, mit Medienkultur, Alltagswelten, Wissens- und Erinnerungskulturen, Dimensionen der Differenz sowie sozialen Beziehungen und Transformationen.

3. Was können Studierende von Ihnen lernen?
Bei mir als Wissenschaftlerin, die von beiden beteiligten Disziplinen her kommt, steht insbesondere eine psychoanalytische Herangehensweise und Denkkultur im Bereich der Kulturtheorie auf dem Programm - und deren dezidiert fächerüberschreitende Ausrichtung. Wichtig ist mir, deutlich zu machen, wie Theorie, indem sie Denk-Räume bereitstellt, das für selbstverständlich Gehaltene ins Rotieren bringen kann. Damit kann sie auch als belangreiches kulturelles "Korrektiv" fungieren - und eine eigene Praxis bilden.

4. Was begeistert Sie an der Psychoanalyse?
Entdeckungen an unerwarteten Stellen, wie die Psychoanalyse sie möglich macht.

5. Haben Sie einen Lieblingsspruch?
"Was aber falsch ist, das ist, sich vorzustellen, daß der Sinn, um den es geht, das ist, was sich versteht" (J. Lacan).
"Unsinn ist das, was Spaß macht" (8jähriger Junge).

Foto Insa Härtel