Wissenschaftler

Wissenschaftliches Personal

Rainer Bösel

Prof. em. Dr. phil., Allgemeine Psychologie – im Ruhestand

1. Welche sind Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre?
Den Schwerpunkt der Lehre bilden die psychologischen Grundlagenfächer Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie. Auch unsere Forschung ist Grundlagenforschung. Wir versuchen mit den Methoden der Hirnforschung, vor allem mit Hilfe der Elektroencephalographie (EEG), die Hirnmechanismen bei Steuerung und Kontrolle von sozialen Verhaltensweisen aufzuklären. Wir sind überzeugt, dass die Architektur der Hirnmechanismen wesentlich zur Erklärung der Struktur von Verhalten und Erleben beiträgt.

2. Welche Inhalte vermitteln Sie in Ihrem Modul?
Die Allgemeinen Psychologie beschäftigt sich vor allem mit den menschlichen Funktionen in Wahrnehmung, Denken und Handeln. Deren Kenntnis liefert den Ausgangspunkt auch für alle praktischen Tätigkeiten in der Psychologie. Die Befunde in den Grundlagenfächern werden mit sehr unterschiedlichen Methoden gewonnen und abgesichert. Insofern besteht das zentrale Lernziel darin, dass Sie mit den biologischen und neurologischen Grundlagen, sowie mit den Informationsquellen, den methodischen Herangehensweisen und den wichtigsten Modellen der Allgemeinen Psychologie und Neuropsychologie vertraut werden.

3. Was können Studierende von Ihnen lernen?
Bei meinen bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeiten hatte ich über viele Jahre hinweg mit sehr unterschiedlichen Facetten des psychologischen Denkens und Herangehens zu tun. Auf der Basis dieser Erfahrungen möchte ich Studierende befähigen und ermutigen, sich immer aufs Neue mit den Methoden und Befunden moderner Psychologie auseinanderzusetzen.

4. Was begeistert Sie an der Psychoanalyse/Psychologie?
Gerade die Neuropsychologie ist eine sehr junge Wissenschaft, in der sich ständig neue und interessante Forschungsperspektiven auftun. Dabei hat man es mit objektiv und naturwissenschaftlich Feststellbarem ebenso zu tun wie mit dem subjektiven menschlichen Erleben und mit der sozialen Wirklichkeit. Was gibt es Spannenderes als diese Dinge miteinander in Verbindung zu bringen, um sie besser zu verstehen?

5. Haben Sie ein Lebensmotto oder einen Lieblingsspruch?
Kein Motto, aber eine Überzeugung: Menschliches Wissen und Können ist ja grundsätzlich beschränkt. Daher ist es wohl nur vernünftig darüber nachzudenken, wie sich unter diesen Bedingungen Menschen wechselseitig unterstützen können. Das können wir sicherlich besser, je mehr wir über die Voraussetzungen von menschlichem Verhalten und Erleben wissen.

Foto Rainer Bösel