Forschungsprojekte der IPU

Die klinische Praxis und die Forschung

NeuroBind – Neuroimaging und Bindung bei children-at-risk

seit 2015 / Leiterin: Prof. Dr. Tamara Fischmann

Projektverantwortung: T. Fischmann; Chr. Fiebach
Gefördert durch die DFG (GZ: FI 2065/1-1) / Fördersumme: 71.440 €

Projektbeschreibung

Ziel von NeuroBind ist es neuronale Korrelate des kindlichen Bindungssystems mit struktureller und funktioneller Bildgebung (Magnetresonanztomographie/MRT) zu untersuchen. Durch Tafeln, auf denen verschiedene soziale Situationen gezeigt werden, wird bei Kindern zwischen 9 und 10 Jahren im fMRT-Scanner das Bindungssystem aktiviert. Die damit verbundenen neuronalen Aktivierungen werden untersucht und mit neuronalen Korrelaten von sozialen Erfahrungen anhand eines virtuellen Ballspiels verglichen.

In den letzten Jahren wird sowohl in der Öffentlichkeit als auch von Fachleuten vermehrt gefordert, Kinder so früh wie möglich zu fördern und zu unterstützen. Im Forschungsprojekt EVA (link) untersuchten wir die Wirksamkeit zweier Frühförderungsprogramme, „FRÜHE SCHRITTE“ und „FAUSTLOS“, die in Kindertagesstätten in Frankfurt angeboten wurden,. In einer Fortführung dieser Studien wollen wir unser Verständnis über die Zusammenhänge zwischen der emotionalen Entwicklung, den sozialen Fähigkeiten des Kindes und Hirnfunktionen vertiefen. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass sich frühe kindliche Erfahrungen nicht nur auf das Verhalten, sondern auch auf die Funktionsweise des Gehirns auswirken. Das Forschungsprojekt NeuroBind soll einen Beitrag zu diesem Verständnis leisten.

Empirische Befunde aus der Bindungsforschung illustrieren, dass der Bindungsqualität in der frühkindlichen Entwicklungsphase eine maßgebliche Rolle für die Ausgestaltung späterer kognitiver, affektiver und sozialer Entwicklungsprozesse bei Kindern zukommt. Darüber hinaus verdeutlichen erste neurobiologische Studien, dass frühe Bindungserfahrungen nicht nur für das weitere Verhalten, sondern auch für die Funktionsweise des Gehirns an sich bedeutsam sind. NeuroBind wird Einsichten zu dieser Forschungsfrage ermöglichen.

Diese Studie untersucht die Beziehung zwischen Gehirnprozessen und emotionalen Reaktionen auf unterschiedliche soziale Situationen bei Kindern. Rekrutiert werden Kinder im Alter von neun bis elf Jahren. Mit jedem Kind wird zunächst ein Bindungsinterview für Kinder, das „Child Attachment Interview“ (CAI), durchgeführt. Um die relevanten Gehirnaktivitäten der Kinder mittels funktioneller MRT zu erfassen, beschäftigen sich die Kinder auf spielerische Weise mit bindungsstimulierenden sozialen Interaktionssequenzen. So wird es möglich, räumlich präzise, lokalisierte Gehirnaktivierungen als Reaktionen auf bindungsrelevante Stimuli zu erfassen. Vor der eigentlichen Untersuchung am MRT Scanner, wird mit der Attrappe eines MRT Scanners gearbeitet, welcher die reale Untersuchungssituation in Bezug auf die Geräuschkulisse und Positionierung in der Röhre nachahmt, und die Kinder so auf die Untersuchungssituation im MRT vorbereitet.