Forschungsprojekte der IPU

Die klinische Praxis und die Forschung

Jactatio capitis – Kopfschaukeln und Kopfschlagen in der Frühen Kindheit

2016–2019 / Leitung: Huberta Ulmen, Prof. Dr. Dr. M. B. Buchholz, Prof. Dr. Dr. H. Kächele

Finanziert durch: IPU und Köhler-Stiftung

Projektbeschreibung
Obwohl die Phänomene des Kopfschlagens und Kopfschaukelns im Säuglingsalter in der klinischen Literatur immer wieder erwähnt werden, fehlt es gänzlich an systematisch empirischen Studie sowie an einer angemessenen Theorie zu den Ursachen. Das Ziel ist eine empirische Untersuchung der psychosozialen Ursachen des frühkindlichen Kopfschlagens und Kopfschaukelns.

Dabei wird der Frage nachgegangen, ob dass Kopfschlagen und -schaukeln als Kompensationsversuche bei mangelnder interaktiver Affektregulierung begriffen werden kann – wie es die Polyvagal-Theorie (Porges, 2010) und die Theorie des sozialen Biofeedbacks durch mütterliche Affektspiegelung (Gergely & Watson, 1996; Fonagy, Gergely, Jurist & Target, 2002) nahelegen.

Zur Überprüfung dieser Frage soll die Interaktion zwischen dem Kind und seiner primären Bezugsperson mit Hilfe moderner Videotechnik detailliert analysiert werden. Parallel sollen mit Hilfe bestimmter Interviewtechniken (Familienanamnese, Adult Attachment Projective Picture System – AAP) die pädagogische Haltung und die unbewussten Beziehungsrepräsentanzen der Bezugspersonen berücksichtigt werden.

Es handelt sich um eine erste explorative Untersuchung. Untersucht werden 10 Fälle.

Datenmaterial
Als Datengrundlage werden AAPs (Adult Attachment Projective Picture Interviews) und Familienanamnesen mit den Elternteilen der betroffenen Kinder sowie videogestützte Beobachtungen der Kinder erhoben. Die Familienanamnesen werden sorgfältig transkribiert (angelehnt an das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem – GAT).

Zusammenarbeit
Das Familienzentrum Potsdam unter der Leitung von Prof. Dr. H. Staats ist bei der Probandensuche behilflich. Prof. Dr. A. Buchheim berät bei der Datenerhebung der AAPs (Adult Attachment Projective Picture Interviews).