Forschungsprojekte der IPU

Die klinische Praxis und die Forschung

Alexithymie: Begriffliche Klärung und Zusammenhänge mit psychischen Beeinträchtigungen

10/2013–9/2016 / Leiter: Prof. Dr. Konrad Schnabel

Kooperationspartnerin: Prof. Dr. phil. Dr. med. Olga Pollatos, Universität Ulm

Alexithymie oder Gefühlsblindheit ist typischerweise gekennzeichnet durch Schwierigkeiten beim Erleben und Beschreiben eigener Emotionen. Alexithymen Menschen gelingt es somit nur unzureichend, ihre emotionale Befindlichkeit in einer jeweiligen Situation klar zu erkennen. Daraus ergeben sich vielfältige Zusammenhänge mit unterschiedlichen psychischen Beeinträchtigungen wie problematisches Essverhalten, Substanzmissbrauch, verminderte Empathiefähigkeit, verschlechterte Wahrnehmung körpereigener Vorgänge und unzureichende Emotionsregulation.

Bisherige Ansätze zur Erfassung unterschiedlicher Alexithymie-Ausprägungsgrade orientieren sich an einer eher breiten und diffusen Konzeptualisierung des Alexithymie-Konstrukts und verwenden vorwiegend Selbstberichtsmaße mit teilweise unklarer faktorieller Validität. Das laufende Forschungsprojekt untersucht Alternativen zu gängigen Fragebogenverfahren und verfolgt drei Hauptfragestellungen. 1) Inwiefern sollte die emotionsübergreifende Konzeptualisierung von Alexithymie zu Gunsten von emotionspezifischen Varianten aufgegeben werden? 2) Welche Erfassungsmöglichkeiten ergeben sich durch implizite Verfahren? 3) Welche Zusammenhänge zeigen sich mit spontanem und eher unbewusstem Emotionsausdruck?

Die Beantwortung dieser Forschungsfragen ermöglicht ein vertieftes Verständnis von unterschiedlichen Aspekten, die mit Alexithymie in Zusammenhang stehen. Dadurch können Beeinträchtigungen beim Verstehen eigener Emotionen und bei der Emotionsregulation differenzierter analysiert und neue Ansätze zur Intervention passgenau entwickelt werden.