Gleichstellung

Gleichstellung von Frauen und Männern sowie von Menschen in besonderen Situationen

Annette Streeck-Fischer

Prof. Dr. med., Psychoanalytische Entwicklungstheorien, Diagnostik

1. Welches sind Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre?
Psychotherapie-Forschung, Weiterentwicklung strukturbezogener Psychothe-rapieansätze, Integration sensomotorischer, kognitiver und störungsspezifischer Ansätze auf der Basis neuerer entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Konzepte.

2. Beschreiben Sie bitte Ihre Studienmodule.
Studienmodul 3 "Psychoanalytische Entwicklungstheorien"
Ausgewählte psychoanalytische Entwicklungstheorien werden ausgehend von S. Freud, über Spitz, Mahler, A. Freud, bis hin zu Stern, Lichtenberg Winnicott und Melanie Klein in Vorlesungen, Seminaren, anhand von Filmmaterial und in Referaten vorgestellt und erarbeitet. Die Theorien, die sich zum einen auf den rekonstruierten, zum anderen auf den beobachteten Säugling beziehen, werden in ihrer Bedeutung für heute verwendete diagnostische und therapeutische Konzepte beleuchtet und kritisch diskutiert. Mit den Theorien von Bowlby, Fonagy und Arbeitsgruppe, Solmes, Schore und den Säuglingsbeobachtungen von Selma Fraiberg wird eine Verbindung zwischen psychoanalytischen und neurobiologischen Konzepten, Mentalisierung und Ergebnissen der Traumaforschung gezogen, die auf erweiterte theoretische Sichtweisen und neue Behandlungsansätze verweisen.

Studienmodul 5 "Diagnostik"
Die Teilnehmer werden in Grundzüge psychoanalytischer Diagnostik, szenischem Verstehen, Rollenempfänglichkeit, Übertragung/Gegenübertragung, nicht mentalisierte, nicht sprachliche Botschaften eingeführt. Sie lernen anhand von Filmmaterial, Psychotherapieanträgen und im Rollenspiel mithilfe von nicht strukturierten und unterschiedlichen Formen strukturierter Interviews den Schweregrad der Störung zu kennen und Unterschiede zwischen neurotischen, strukturellen und traumatisch bedingten Störungen zu machen. Sie lernen die Bedeutung nicht-sprachlicher Botschaften zu erfassen und ihre Wahrnehmung hinsichtlich Ihres Erlebens, der Gefühle und Assoziationen zu schulen und lernen, Hypothesen hinsichtlich des vorliegenden Störungsbildes zu machen. Verbindungen zu den existierenden diagnostischen Klassifikationssystemen (ICD 10), DSM IV) werden gezogen und kritisch diskutiert.

3. Was begeistert Sie an der Psychoanalyse/Psychologie?
An der Psychologie reizt mich die Vielzahl der theoretischen Perspektiven und der forschungsmethodischen Ansätze, um das komplexe menschliche Verhalten, Wahrnehmen, Denken und Fühlen zu verstehen. Dabei eröffnet jedes neue Verständnis die Sicht auf neue Fragen und Wege, die meist auch noch miteinander interagieren. Dadurch bleibt die Psychologie immer dynamisch und spannend.

4. Wie lautet Ihr Lieblingszitat?
"Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können" (Friedrich Nietzsche aus 'Also sprach Zaratustra')

Foto Annette Streeck-Fischer