Psychotherapie der Emotionen VI

Die Bedeutung von Emotionen für Identität und Selbst-Entwicklung

Die moderne Emotionsforschung und die Behandlungserfahrungen haben die zentrale Bedeutung von emotionalen Vorgängen für die Entstehung und Behandlung von Krankheiten gezeigt. Sowohl Traumafolgestörungen wie auch psychosomatische Erkrankungen können als gescheiterte Versuche der Emotionsregulation und Emotionsverarbeitung verstanden werden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten von Krankheitsverständnis und Behandlung. Die zunächst unverarbeitbaren emotionalen Kerne von Erkrankungen werden in den Gegenwartsmomenten der Therapiestunde zugänglich und können damit eine zweite Chance der Integration und Verarbeitung erhalten.

Dann zeigt sich, dass sowohl das Erkranken wie auch die wiederbeginnenden seelischen Wachstumsvorgänge sehr starken Einfluss auf die Selbst-Entwicklung haben. Die Existenz desintegrierter emotionaler Komplexe entfremdet von wichtigen Teilen des eigenen Selbst. Körperselbst, Emotionalität und Sinnlichkeit gehen als Quellen der Vitalität verloren. Diese Vorgänge sind kein Abstraktum, sondern werden fühlbar mit einer Kategorie von Emotionen, die Selbstemotionen genannt werden kann. Umgekehrt kann in Momenten des seelischen Wachstums genau wahrgenommen und beobachtet werden, wie sich der Kontakt zum eigenen Selbst regeneriert, die Patient_innen kommen gleichsam wieder bei sich an, die durch den traumatischen emotionalen Komplex blockierte Identitätsentwicklung setzt sich fort. Der Wiedergewinn eines eigenen Identitätsgefühls wirkt sich äußerst stark entwicklungsförderlich aus.

Im zweitägigen Blockseminar werden in insgesamt fünf Seminareinheiten zunächst die Grundlagen der modernen Emotionsforschung, die Bedeutung von Emotionen für die Entstehung und Behandlung von Krankheiten und für Identität und Selbstentwicklung dargestellt. Daran anschließend werden klinische Phänomene und therapeutische Konsequenzen anhand von Videoaufnahmen demonstriert. Die Teilnehmenden bekommen nach ihrer Anmeldung vor Seminarbeginn Literatur zugeschickt. Es ist sehr willkommen, wenn die Teilnehmenden Erfahrungen aus eigenen Behandlungen in das Seminar einbringen.

Teilnehmende, die an mindestens drei Seminaren aus dem Zyklus „Psychotherapie der Emotionen“ teilgenommen haben, können über die erfolgreiche Teilnahme am Kurs eine Bestätigung erhalten.

Ihr Ansprechpartner zu inhaltlichen Fragen:
Prof. Dr. med. Reinhard Plassmann: prof.plassmann(at)gmx.de

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an Praktizierende und klinisch Tätige aus den Bereichen Medizin und Psychologie, an Mitglieder von stationären Behandlungsteams und Beratungsstellen sowie an Studierende der IPU Berlin.

Lehrender

Reinhard Plassmann, Prof. Dr. med., ist Nervenarzt, Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Lehr- und Kontrollanalytiker der DPV, EMDR-Therapeut und Gastprofessor an der IPU.

Termine und Programm

Freitag, 24. April 2020

13:30 - 15:00 Uhr
Moderne Emotionsforschung, Emotionsregulation und Krankheitsentstehung, Störungen von Identität und Selbstentwicklung, das Phänomen der Selbstemotionen.

15:00 - 15:30 Uhr
Pause

15:30 - 17:00 Uhr
Der Gegenwartsmoment als Zugangsweg zum emotionalen Kern der Erkrankung, Kontakt und Kontaktverlust zum eigenen Selbst, Kohärenz als Rhythmusphänomen.

17:00 - 17:30 Uhr
Pause

17:30 - 19:00 Uhr
Gegenwartsmoment und emotionale Resonanz, die therapeutische Fokussierung auf Selbstemotionen.
Videodemonstration

Samstag, 25. April 2020

09:00 - 10:30 Uhr
Behandlungstechnik, der Einfluss des Selbstsystems auf die seelischen Wachstumsprozesse, die Arbeit mit Prozessdeutungen.
Videodemonstration

10:30 - 11:00 Uhr
Pause

11:00 - 12:30 Uhr
Selbstsystem und Kreativität, die Beobachterdeutung und die resonante Deutung.
Videodemonstration

Teilnahmegebühren

280,00 € regulär,
140,00 € für Kandidat_innen und Studierende (mit Nachweis).

Für die Veranstaltung werden Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer Berlin beantragt.

Anmeldung

Bitte richten Sie Ihre Anmeldung bis zum 15.04.2020 an: fortbildung(at)ipu-berlin.de

Abmeldung/Rücktritt
Eine Abmeldung muss schriftlich bis zum Ablauf des 14. Tages vor Veranstaltungsbeginn erfolgen. Bis dahin können Sie Ihre Teilnahme kostenlos stornieren und erhalten die von Ihnen bereits gezahlten Teilnahmegebühren vollumfänglich erstattet. Nach Ablauf des 14. Tages ist eine Rückerstattung ausgeschlossen. Sie können jedoch eine Ersatzperson mit der erforderlichen Qualifikation benennen, die Ihren Platz einnimmt.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!