Mentalisieren in Einzel- und Gruppenpsychotherapien | Serie 3

Mentalisieren wurde von Peter Fonagy, Anthony Bateman und anderen als Konzept zum Verständnis und für die Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Zunehmend zeigt sich, dass mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) transdiagnostisch auch bei anderen Störungen, wie z.B. Depressionen, Angst-, Ess- und Somatisierungsstörungen, vorteilhaft ist. Der Fokus auf Mentalisieren und Mentalisierungsdefizite kann in allen Therapiemethoden nützlich sein. Für Patient:innen mit Mentalisierungsstörungen ist es hilfreich, wenn diese überwunden werden. Voraussetzung ist allerdings, dass auch Psychotherapeut:innen mentalisieren. Zunächst wird die Entwicklung des Mentalisierungsmodells und seine theoretische Weiterentwicklung als „work in progress“ vorgestellt. An Videos, in Rollenspielen und in Supervisionen eigener Patient:innen werden Kompetenzen und Vorgehensweisen geübt, um Mentalisieren wiederzugewinnen oder aufrechtzuerhalten.

Schwerpunkt der Fortbildung

Gruppenpsychotherapien in Kliniken und Tageskliniken sind zwar in der Regel das häufigste Therapieangebot, jedoch fehlen ebenso häufig qualifizierte Supervisionen und Fort- und Weiterbildungen in Kurz-(Intensiv)-Gruppenpsychotherapien bei Verweildauern von 6-12 Wochen.  Inzwischen ist gut belegt, dass Gruppenpsychotherapien für die meisten psychischen und psychosomatischen Erkrankungen hinsichtlich der Wirksamkeit als mindestens gleichwertig gegenüber anderen Psychotherapieverfahren, für bestimmte Patient:innengruppen sogar als höherwertig anzusehen sind. Die Fortbildung „Mentalisieren in Gruppen“ hat zum Ziel, mit Gruppen arbeitenden Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen ein Rüst- und Handwerkszeug für die Behandlung von schwierigen und schwer kranken Patient:innen unter den aktuell schwierigen Bedingungen in Kliniken und Tageskliniken zur Verfügung zu stellen. Wir vertreten neben der Theorievermittlung ein erlebnisorientiertes Üben anhand von Gruppen-Vignetten in Rollenspielen. Szenen aus eigenen Gruppenpsychotherapien können unter dem Blickwinkel einer mentalisierungsfördernden Supervision eingebracht werden.

Ziele der Fortbildung in Mentalisieren sind für die Teilnehmenden ...

  • die Hintergründe und die Entwicklung des Mentalisierungsmodells zu kennen,
  • Störungen des Mentalisierens wahrzunehmen,
  • prämentalistische Modi zu unterscheiden,
  • mit eigenen Mentalisierungsstörungen vertraut zu sein,
  • Interventionen zur Reaktivierung des Mentalisierens kennenzulernen und diese in exemplarischen Übungssituationen einzusetzen,
  • Anwendungsfelder mentalisierungsbasierter Therapie in Psychiatrie und Psychosomatik zu kennen,
  • Erfahrungen mit Mentalisieren in Gruppen zu machen.

Zielgruppe

Die an vier Terminen stattfindende Fortbildung ist geeignet für Assistenzärzt:innen in fachärztlicher Weiterbildung, für Psycholog:innen in psychotherapeutischer Ausbildung, sowie für Psychoanalytiker:innen und Psychotherapeut:innen in eigener Praxis.

Lehrende

Lenka Staun, Dr. med., Psychoanalytikerin (DPV/IPA), in fortgeschrittener Weiterbildung zur Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Leiterin der Psychotherapeutischen Ambulanz der IPU Berlin. Autorin des Buches „Mentalisieren bei Depressionen“.

 

Ulrich Schultz-Venrath, Prof. Dr. med., Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalytiker (DPV/DGPT/IPA), Gruppenlehranalytiker (D3G/EFPP/ GASi), in privater Praxis in Köln tätig. Fakultätsmitglied für Psychosomatische Medizin an der Universität Witten/ Herdecke. Sprecher und Herausgeber der Zeitschrift „Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik – Zeitschrift für Theorie und Praxis der Gruppenanalyse“. Vorsitzender des Instituts für Gruppenanalyse und Mentalisieren (IGAM)

Termine und Programm

18./19. März 2022

29./30. April 2022

20./21. Mai 2022

23./24. September 2022

 

Die Fortbildung findet an den genannten Terminen jeweils freitags von 14:00 bis 19:00 Uhr sowie samstags von 09:00 bis 18:00 Uhr statt.
 

Teilnahmegebühren

XXXX,XX € regulär für alle vier Blöcke,
XXX,XX € für Kandidat:innen (mit Nachweis).

Die Mindestteilnehmendenzahl beträgt 20.

Für die Veranstaltung werden Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer Berlin beantragt.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum  unter folgendem Formular an:

Anmeldeformular

Sollten Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich gerne an folgende E-Mail-Adresse: fortbildung(at)ipu-berlin.de

Abmeldung/Rücktritt
Eine Abmeldung muss schriftlich bis zum Ablauf des 14. Tages vor Veranstaltungsbeginn erfolgen. Bis dahin können Sie Ihre Teilnahme kostenlos stornieren und erhalten die von Ihnen bereits gezahlten Teilnahmegebühren vollumfänglich erstattet. Nach Ablauf des 14. Tages ist eine Rückerstattung ausgeschlossen. Sie können jedoch eine Ersatzperson mit der erforderlichen Qualifikation benennen, die Ihren Platz einnimmt.