Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP)

Curriculare Fortbildung zur psychoanalytisch orientierten Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) in Kooperation mit KIPU e.V., zertifiziert durch die Psychotherapeutenkammer Berlin.

Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) ist eine psychoanalytisch orientierte Methode zur Behandlung früher Eltern-Kind-Beziehungen, die durch frühkindliche Symptome und/oder elterliche peri- und postpartale psychische Symptome belastet sind. Psychotherapeutische Behandlung kann bereits während der Schwangerschaft, im Übergang zur Elternschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes einen wichtigen Beitrag zur Prävention späterer Störungen leisten. Wissenschaftlich begründete Methoden zur Behandlung von frühkindlichen Regulationsstörungen und seelischen Entwicklungsproblemen dienen der wirksamen und dauerhaften Besserung von psychischen und/oder somatischen Störungen bei Säuglingen, Kleinkindern und ihren Bezugspersonen und beugen einer sich entwickelnden dysfunktionalen Familiendynamik vor. 


Schwerpunkt der Behandlung ist das Erkennen und Bearbeiten der Beziehungsthemen, die den Symptomen von Eltern und Kind zugrunde liegen. Die Behandlungsmethode ESKP ist den psychodynamischen Behandlungsverfahren zugeordnet und kommt in unterschiedlichen klinischen Settings zur Anwendung. Grundlage der konkreten therapeutischen Behandlungstechniken ist ein Verstehen der unbewussten Beziehungsmuster, die in der Beziehungssituation zwischen Eltern, Kind und Therapeut:in aktualisiert werden.

Lehrkonzept

In praxisorientierten und erfahrungsbasierten Seminareinheiten vermitteln Psychotherapeut:innen für Erwachsene sowie Kinder- und Jugendliche mit spezieller Kenntnis in Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie

 

  • Theoriekompetenz wie z.B. psychoanalytische Entwicklungstheorie, Säuglingsforschung und Bindungstheorie (Inhalte s.u.) sowie

  • therapeutische und diagnostische Kompetenzen für die Eltern-Kind-Behandlung.

 

Zentral ist die Anwendung psychodynamischer Kernkonzepte in der Behandlung von Eltern und Kind(ern) sowie die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit aktuellen behandlungstechnischen Entwicklungen, die in der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie als Erweiterungen und Ergänzungen zu klassisch psychoanalytischen Behandlungsansätzen diskutiert werden.

Der Fokus der Fortbildung liegt auf

 

  • der besonderen therapeutischen Haltung und Beziehung zu Eltern und Kind(ern) im Mehrpersonen-Setting,
  • einer übertragungsfokussierten und mentalisierungsbasierten Behandlungstechnik,
  • störungsspezifischen Behandlungsansätzen unter Berücksichtigung frühkindlicher Symptomatik (Schrei-, Schlaf- und Fütterprobleme) und Persönlichkeitsstruktur der Eltern sowie
  • transgenerationalen Aspekten der Weitergabe von Traumatisierungen.

 

Darüber hinaus werden

 

  • spezifische Problemsituationen im Eltern-Kind-Setting, z.B. Kinderschutz, (erweiterte) Suizidalität, Therapieabbrüche, Behandlung im häuslichen Umfeld (home-treatment),

  • psychotherapeutisches Arbeiten an den Grenzen zu Pädagogik, Psychoedukation, Jugendhilfe, Familienrecht sowie

  • zentrale Wirkprinzipien, Effektivität und Evaluation von Eltern-Kind-Behandlung

 

forschungsbasiert reflektiert.

Ziele der Fortbildung

  • Die Fortbildung vermittelt spezifisches Wissen für Diagnostik und Therapie, vertieft psychotherapeutische Handlungskompetenzen und integriert Selbsterfahrungs- bzw. Selbstreflexionsanteile, die für die Arbeit mit psychisch belasteten Eltern und/oder Säuglingen und Kleinkindern von Bedeutung sind.
  • Aus Perspektive langjährig erfahrener psychoanalytisch und tiefenpsychologisch fundiert arbeitender Therapeut:innen bekommen die Teilnehmenden einen praxisnahen Einblick in die besondere klinische Situation mit Eltern und Säuglingen/Kleinkindern und lernen unterschiedliche klinische Behandlungssettings kennen.
  • Auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wird ein breites Wissen zu komplizierten Elternschaftskonstellationen, frühkindlicher Entwicklung und deren Störungen, Beziehungs- und Interaktionsdiagnostik und Behandlungstechnik bereitgestellt.
  • Das Fortbildungskonzept integriert Theorie, Kasuistik, Literaturstudium sowie Behandlung unter Supervision und berücksichtigt den Theorie-Praxis-Transfer.

Inhalte

Die theoretische Fortbildung umfasst umfangreiches Wissen aus verschiedenen Fachgebieten und Themenbereichen, das anhand von klinischen Fallbeispielen beleuchtet und bearbeitet wird:

 

  • Säuglingsforschung und Neuropsychologie
  • Entwicklungspsychologie und Bindungstheorie
  • Risiko- und Resilienzforschung
  • Diagnostik/Differentialdiagnostik
  • Behandlungsindikation und Behandlungssetting
  • Behandlungsmethodik und Behandlungstechniken
  • Therapieansätze und Behandlungsprozess
  • Familiendynamik und Interkulturalität
  • Kinderschutz und Kindeswohlgefährdung
  • Präventive Ansätze und Konzepte
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit

 

Die praktische Fortbildung umfasst die Behandlung von fünf Eltern-Kind-Paaren (0-3 Jahre) unter Supervision, zwei davon können Beratungen sein. Die Supervision erfolgt durch kooperierenden Supervisor:innen, die in die ESKP-Weiterbildung eingebunden sind. Die Kosten für Supervision sind nicht in der Teilnahmegebühr enthalten und werden von den Teilnehmenden direkt mit den Supervisor:innen vereinbart und abgerechnet. Die Supervision kann in Form von Einzel- oder Gruppensupervision erfolgen, nach individueller Absprache oder z.B. auch an den Modul-Wochenenden freitags von 11.00 bis 13.00 Uhr.

 

Für approbierte Psychotherapeut:innen und Kinder- und Jugendlichentherapeut:innen, die für die Praxisanteile der Weiterbildung Zugang zu Patient:innen und eine institutionelle Anbindung für die Behandlungsfälle suchen, besteht die Möglichkeit, in Abstimmung mit der Ambulanzleitung (Dr. med. L. Staun) Sprechstundentermine und Behandlungen in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz der IPU durchzuführen. Nähere Informationen dazu im Rahmen des ersten Seminar.

Fachdozent:innen

Prof. Dr. Christiane Ludwig-Körner
Frau Eva Heinle-Schneider
Prof. Dr. Eva Hedervari-Heller
Dr. med. Karin Trübel
Dipl.-Psych. Bärbel Derksen
Dr. med. Tamara Jacubeit
Dr. med. Nikolas von Hofacker
Dr. Dr. Inge Pretorius
Dr. med. Franziska Schlensog-Schuster
Dr. med Carola Bindt

Zugangsvoraussetzungen

  • Abgeschlossene Psychotherapieausbildung (Approbation) in einem anerkannten Verfahren der Richtlinienpsychotherapie, entweder für die Behandlung von Erwachsenen oder Kindern/Jugendlichen bzw. Kandidat:innen in fortgeschrittener psychotherapeutischer Ausbildung.
  • Berufliche Vorerfahrung mit Säuglingen/Kleinkindern bzw. Kontakt zu Klient:innen mit Säuglingen/Kleinkindern ist erwünscht.

Zertifizierung

Auf der Grundlage

 

  • der Teilnahme an den 12 Fortbildungsmodulen
  • der Behandlung von 5 Eltern-Kind-Paaren (30 dokumentierte Behandlungsstunden) unter Supervision (24 Supervisionsstunden in Einzel- und Gruppensupervision) und
  • der Vorstellung eines Falles im Abschlusskolloquium

 

wird ein Zertifikat ausgestellt. Die Teilnahmebescheinigung inkl. Fortbildungspunkten der Berliner Psychotherapeutenkammer erhalten die Teilnehmenden nach jedem einzelnen Modul.

 

Das Curriculum ist angelehnt an die Richtlinien für Eltern-Säuglings-Kleinkind-Psychotherapie der Gesellschaft für die seelische Gesundheit in der frühen Kindheit (GAIMH).

Dauer und Umfang

Die curriculare Fortbildung umfasst insgesamt 12 Module sowie ein Abschlusskolloquium. Jedes Modul umfasst 7 Doppelstunden (= 168 Seminareinheiten à 45 Minuten). Die Fortbildung findet jeweils zu folgenden Zeiten statt:


Freitag, von 14.00 – 15.30 Uhr, 15.45 – 17.15 Uhr, 17.30 - 19.00 Uhr (3 Doppelstunden),
Samstag, von 9.00 - 10.30 Uhr, 11.00 – 12.30 Uhr, (Mittagspause: 12.30 – 14.00 Uhr), 14.00 – 15.30 Uhr und 16.00 - 17.30 Uhr (4 Doppelstunden).

 

Seminarort:

Die Module finden in den Räumlichkeiten der IPU Berlin statt. Sollte dies aufgrund der Auflagen des Berliner Senats nicht zulässig sein (z.B. pandemiebedingt) finden die Module als Online-Veranstaltungen statt.

 

Flyer ESKP 21-22

Seminartermine

2021

 

17./18. September 2021

08./09. Oktober 2021

05./06. November 2021

 

2022

 

14./15. Januar 2022

11./12. Februar 2022

18./19. März 2022

29./30. April 2022

13./14. Mai 2022

24./25. Juni 2022

23./24. September 2022

07./08. Oktober 2022

11./12. November 2022

09./10. Dezember 2022

 

Die Module bauen aufeinander auf und können nicht einzeln gebucht werden.

Anmeldung, Koordination und Organisation

 

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung in Form des ausgefüllten Anmeldeformulars:

Anmeldeformular

 

Ansprechpartner:innen IPU Fort- und Weiterbildung:

fortbildung(at)ipu-berlin.de

Sandra Buttress

 

Ansprechpartner:innen Koordination (Konzept, Behandlungspraxis, Supervision):

eskp.fortbildung(at)ipu-berlin.de

Dr. Gabriele Koch, Melanie Eckert, Ulla Stegemann (KIPU e.V.)
Prof. Dr. Annette Klein (KIPU-Vorstand)


Abmeldung/Rücktritt
Eine Abmeldung muss schriftlich bis zum Ablauf des 14. Tages vor Veranstaltungsbeginn erfolgen. Bis dahin können Sie Ihre Teilnahme kostenlos stornieren und erhalten die von Ihnen bereits gezahlten Teilnahmegebühren vollumfänglich erstattet. Nach Ablauf des 14. Tages ist eine Rückerstattung ausgeschlossen. Sie können jedoch eine Ersatzperson mit der erforderlichen Qualifikation benennen, die Ihren Platz einnimmt.

Teilnahmegebühren

3.320,00 € (Ratenzahlungen sind möglich)

Die Gruppengröße beträgt 20-23 Personen.

Die Fortbildung ist von der Psychotherapeutenkammer Berlin zertifiziert.
Für jedes absolvierte Modul/Wochenende werden Fortbildungspunkte bescheinigt.

Für nachgewiesene Supervisionsstunden gibt es weitere Fortbildungspunkte.

Informationen zur Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie an der IPU und das Forschungsprojekt SKKIPPI