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Weg mit dem Dreck: Kulturelle Ordnungen und Anomalien des Mülls

Käthe von Bose, Insa Härtel und Laura Moisi

Anfang Juli kann man an der IPU Berlin einen Abend lang Müll genießen. Drei Referentinnen tragen ihre kultur- und sozialwissenschaftlichen Überlegungen in Kurzform vor. Anschließend wird diskutiert.

Politik
Das „richtige“ Heraustragen des Mülleimers als politische Frage: Laura Moisi betrachtet den häuslichen Abfall als politischen Schauplatz: Sehen, Berühren, Riechen ebenso wie Vermeiden, Verbergen, Trennen von Müll können zur Grundlange von gesellschaftlichen Aufteilungen werden, Praktiken des Wegwerfens ein „ästhetisches Regime“ begründen (nach Rancière).

Fernsehen
Messie-Alarm: Insa Härtel geht televisionären kulturellen Reinigungsritualen in Gestalt sogen. „Messie-Sendungen“ nach. Auf den heimischen Bildschirmen werden serienmäßig nicht nur Wohnstätten, sondern auch Leben aufgeräumt. Welche maßlosen Kehrseiten offenbaren sich – und was hat der Müll mit dem TV-Medium selbst zu tun?

Krankenhaus
Klinisch rein: Käthe von Bose widmet sich den vielschichtigen Aushandlungen von Sauberkeit und Hygiene im Krankenhaus: Wer putzt für wen, was wird unter „sauber“ und „schmutzig“ verstanden, wie werden soziale Grenzen, Geschlechterzuschreibungen und soziale Ordnungen (re-)etabliert, aber auch in Bewegung gebracht?


Dienstag, 9. Juli 2019
19:00–21:00 Uhr
Stromstraße 2, 3. OG, Hörsaal 1, 10555 Berlin. Eintritt frei.


Referentinnen
Dr. Käthe von Bose, Leitung des Lehrbereichs Geschlechtersoziologie an der Universität Potsdam
Prof. Dr. Insa Härtel, Kulturwissenschaft an der International Psychoanalytic University Berlin
Laura Moisi, Humboldt Universität zu Berlin, Institut für Kulturwissenschaft