Die Veränderung der Affektregulation in Träumen im Rahmen psychoanalytischer Psychotherapien mit PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsorganisation

Laufzeit: 2019 - 2022; Projektleitung: Prof. Dr. Lutz Wittmann, PD Dr. med. Werner Köpp

Wissenschaftliche Mitarbeit: Simon Kempe, M.A., Eva Blomert, M.A.
Finanziert durch: Heigl-Stiftung, Köhler-Stiftung, Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur

Projektbeschreibung

Über Träume von niedrig strukturierten PatientInnen liegen vergleichsweise wenig wissenschaftliche Arbeiten vor. Nichtsdestoweniger haben AutorInnen immer wieder auf die bedeutsame Unterscheidung von „klassisch“ neurotischen Träumen und niedrig strukturierten Träumen hingewiesen. Dies gilt vor allem für den klinischen Umgang und den Inhalt, weniger hinsichtlich der Affektregulation innerhalb der Träume. Darüber hinaus ist ein psychoanalytisches Störungsverständnis von Borderline-Persönlichkeitsorganisation typischerweise mit traumatisierenden Objektbeziehungen und beeinträchtigter Affektregulation assoziiert. An der Schnittstelle von empirischer Traum- und Psychotherapie-Prozessforschung untersucht diese Studie deshalb die folgenden Fragestellungen:

  • Unterscheidet sich die Affektregulierung innerhalb der Träume von PatientInnen mit Borderline- von solchen mit neurotischer Persönlichkeitsorganisation?
  • Verändern sich die Träume über den Therapieprozess hinweg?
  • Kovariieren spezifische PatientInnen- und Prozessvariablen mit der möglichen Veränderung der Träume im Therapieverlauf?

Der Forschung bietet sich hier eine spannende Parallele zwischen der Re-Inszenierung früher komplexhafter Beziehungserfahrungen im interaktiven psychotherapeutischen Geschehen einerseits und der Mikrowelt Traum (Moser & Hortig, 2019) anderseits.

Als Datengrundlage dienen vollständig audio- bzw. videodokumentierte psychoanalytische Behandlungen, von denen die Traumberichte transkribiert werden. Die Affektregulation im Traum wird mit Hilfe des Zurich Dream Process Coding Systems (ZDPCS; Moser & Hortig, 2019; Moser & von Zeppelin, 1996) erschlossen. Innerhalb des therapeutischen Prozesses stehen vor allem patientInnenseitig genutzte Abwehrmechanismen sowie die therapeutische Allianz im Fokus.

Literatur

  • Moser, U. & Hortig, V. (2019). Mikrowelt Traum. Affektregulierung und Reflexion. Frankfurt am Main: Brandes & Apsel.
  • Moser, U. & von Zeppelin, I. (1996). Der geträumte Traum: wie Träume entstehen und sich verändern. Stuttgart: Kohlhammer.

Kontakt

Simon Kempe, M.A.
E-Mail: simon.kempe@ipu-berlin.de