Brüche der therapeutischen Arbeitsbeziehung und deren Reparatur in drei Formen von Psychotherapie

2019-2023 / Leitung: Dr. Johannes Ehrenthal (Universität Kassel)

Kooperationsprojekt mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Universität Kassel (Dr. Christian Sell)

Projektbeschreibung

Die therapeutische Arbeitsbeziehung ist einer der am besten untersuchten Wirkfaktoren in der Psychotherapie. Die sog. „Alliance-Outcome-Correlation“ (AOC) wurde in umfangreichen Studien und Meta-Analysen verfahrensübergreifend nachgewiesen, mit insgesamt mittleren Effekten. Gleichzeitig sind Brüche dieser Arbeitsbeziehung in Therapien ein häufiges Phänomen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass nicht bearbeitete bzw. nicht „aufgelöste“ Brüche mit einem schlechteren, aufgelöste Brüche mit einem besseren Behandlungsergebnis einhergehen. Bisher gibt es jedoch kaum Untersuchungen, die zeigen, wie sich diese Phänomene in den drei bisher im deutschen Versorgungssystem finanzierten Therapieverfahren Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Analytische Psychotherapie in einer vergleichbaren Patient*innengruppe abbilden. Dies ist unter anderem deswegen von theoretischer Relevanz, da die drei Verfahren der Arbeit mit und in der Beziehung einen unterschiedlichen Stellenwert zubilligen. Praktisch ist es bedeutsam, da bei einem besseren Verständnis dessen, was möglicherweise verfahrensspezifisch besonders hilfreich ist, die Aus- und Weiterbildung von Therapeut*innen verbessert werden kann.

Im Projekt, das in einer Kooperation zwischen IPU Berlin, Universitätsklinikum Heidelberg und Universität Kassel (Dr. Christian Sell) durchgeführt wird, werden zunächst anhand mehrerer Sitzungen aus unterschiedlichen Zeitpunkten Art und Ausmaß von Allianzbrüchen sowie Art und Erfolg von deren Reparatur mithilfe des Rupture Resolution Rating System (3RS) beschrieben. In weiteren Schritten werden diese Maße mit Einschätzungen der therapeutischen Arbeitsbeziehung, dem Therapieergebnis und ggf. anderen Variablen in Verbindung gesetzt. Nach Abschluss sollen zudem praxisorientierte Empfehlungen veröffentlicht werden.

Projektteam

IPU Berlin
Prof. Dr. Dr. Dorothea Huber
dorothea.huber(at)ipu-berlin.de

Imke Grimm, M.A. Psych.
Telefon: +49 30 300 117-776
imke.grimm(at)ipu-berlin.de

Universitätsklinikum Heidelberg
Dr. Johannes C. Ehrenthal
Telefon: +49-(0)6221-56 8149
Johannes.ehrenthal(at)med.uni-heidelberg.de

Universität Kassel
Dr. Christian Sell
Telefon: +49-(0)561-804 2896
csell(at)uni-kassel.de