Biologische Funktion von Träumen (BFT)

Seit 2018 (laufend) / Leitung: Prof. Tamara Fischmann (IPU) in Kooperation mit Dr. Michael Koslowski (Charité Berlin)

Gefördert durch die International Psychoanalytic Association (IPA) und die American Psychoanalytic Association (APsaA)

Projektbeschreibung

Ziel der Studie ist die Erforschung der biologischen Funktion von Träumen, die sich von jener des REM-Schlafs unterscheidet. Menschen verbringen fast ein Drittel jeden Tages im Schlaf. Ungefähr während eines Fünftels dieser Zeit träumen sie. Dies bedeutet, dass täglich etwa 90 Minuten im Zustand des Träumens verbracht werden. Daher erstaunt es, dass weder in der empirischen Schlafforschung noch in neurowissenschaftlichen Studien die biologische Funktion des Träumens bisher umfassend geklärt werden konnte. Die Frage bleibt: Warum träumen wir eigentlich?

Durch eine spezifische Wahl der Stichprobe von neurologischen Patienten mit posterioren kortikalen Läsionen, die aufgrund der Läsion dem Risiko ausgesetzt sind, die Fähigkeit zu träumen zu verlieren, zielt das geplante Projekt in besonderem Maße auf das Verständnis der biologischen Funktion des Traums in Abgrenzung zum REM-Schlaf ab. Ausgehend von der neuropsychoanalytischen Theorie von Solms (1997), sowie neuropsychologischen Befunden, nach denen REM-Schlaf und Träumen doppelt dissoziierbare Phänomene sind, soll die zentrale Hypothese untersucht werden, dass Träume dazu dienen den Schlaf aufrechtzuerhalten (Freuds Hypothese, siehe Freud, [1900] 2000). Damit meinte Freud, dass der Traum dazu diene, mitunter stark affektgeladene Handlungsimpulse mit halluzinatorischer Wunscherfüllung zu beantworten, damit sie nicht zum vorzeitigen Aufwachen führen. Zum zweiten soll untersucht werden, ob Träume die affektive Gedächtniskonsolidierung beeinflussen. Unsere Hypothesen sind, dass Patienten, die die Fähigkeit zu träumen bei erhaltenem REM-Schlaf verloren haben, (i) eine schlechtere Schlafqualität und (ii) eine schlechtere emotionale deklarative Gedächtniskonsolidierung aufweisen.