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Vortrag der 30. Sigmund-Freud-Vorlesung

Prof. Dr. Christa Rohde-Dachsers Vortrag bei der Sigmund-Freud-Vorlesung liegt jetzt gedruckt vor

Vor einem Jahr war Prof. Dr. Christa Rohde-Dachser eingeladen, die 30. Sigmund-Freud-Vorlesung zu halten, die einmal jährlich von der Sigmund-Freud-Stiftung veranstaltet wird. Der Beitrag ist nun in der „Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis“ erschienen.

Seit 1987 werden jedes Jahr „verdiente PsychoanalytikerInnen und WissenschaftlerInnen anderer Disziplinen“ mit der Vortragsreihe von der Sigmund-Freud-Stiftung geehrt. Zum 30. Jubiläum sprach die Vorsitzende der Stiftung zur Förderung der universitären Psychoanalyse zum Thema „Über Todesgewissheit, Todesverleugnung und das Bedürfnis, zu glauben – Freuds Einstellungen zum Tod und die Wiederkehr des Verdrängten“.

Die Laudatio hielt Prof. Dr. Vera King vom Sigmund-Freud-Institut Frankfurt/Main. Sie berichtete darin von Rohde-Dachsers Lebenslauf und betonte die fortschrittlichen Beiträge, die die Psychoanalytikerin und Soziologin für die Psychoanalyse leistete. „Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Christa Rohde-Dachser an die Goethe-Universität kam und weit über die Grenzen des Instituts für Psychoanalyse und des Fachbereichs Psychologie hinaus die Studierenden, Mitarbeiter und Forschenden nicht nur durch ihre umfassende klinische Erfahrung und analytische Kompetenz beeindruckte – sondern auch durch ihre leidenschaftliche Art der Lehre“, berichtet King. „In ihren Themen verknüpfte sie zum Beispiel soziologische und kulturwissenschaftliche Analysen zu Geschlechterverhältnissen mit einer Relektüre und kritischen Revision psychoanalytischer Konzepte, etwa der psychosexuellen Entwicklung.“

Zusammenfassung des Vortrags zur 30. Sigmund-Freud-Vorlesung:
Freud war ein Kind der Aufklärung und stand der Religion von daher ausgesprochen ablehnend gegenüber. Vorstellungen von Gott oder einem Fortleben nach dem Tode waren für ihn Ausdruck einer kindlichen Vatersehnsucht, von der der Mensch sich im Dienste der Vernunft zu emanzipieren habe. Folgt man Julia Kristeva, dann handelt es sich bei diesem ‚unglaublichen Bedürfnis zu glauben‘ aber um eine anthropologische Konstante, die nicht wirklich stillgestellt werden kann und einer weiteren psychoanalytischen Durchdringung bedarf, die derzeit noch ganz am Anfang steht. Wenn dies zutrifft, müssen aber auch schon Freuds Vorstellungen vom Tod als Ende einen unbewussten Subtext enthalten, der dem widerspricht und durch eine tiefenhermeneutische Analyse zur Sprache gebracht werden kann. Die Autorin Rohde-Dachser versucht dies zunächst unter Bezugnahme auf Rizzuto durch eine Gegenüberstellung der Illustrationen der Philippson-Bibel, deren Aussagen von Freud längst verworfen worden war, und der Figurensammlung, die sein Sprechzimmer bevölkerte und eine ganz andere Botschaft verkündete. Mit der gleichen Zielsetzung unterzieht sie anschließend Freuds ‚Erinnerungsstörung auf der Akropolis‘.“

Die vollständige Laudatio und der Beitrag Christa Rohde-Dachsers sind nachzulesen in Heft 2/2018 der Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis: