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VolkswagenStiftung fördert Forschungsprojekt

Die moderne Gesellschaft befindet sich in einem Prozess stetiger Beschleunigung. Um mitzuhalten, muss sich der Mensch auf immer neue Gegebenheiten einstellen und sich und sein Verhalten fortwährend optimieren. Wie sich dieser Perfektionierungszwang auf das individuelle Leben auswirkt, versucht nun ein interdisziplinäres Forscherteam aus den Bereichen Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie/Psychoanalyse zu ergründen.

Für die Wissenschaftler Prof. Dr. Vera King (Universität Hamburg), Prof. Dr. Hartmut Rosa (Universität Jena) und Prof. Dr. Benigna Gerisch (International Psychoanalytic University, Berlin) wird im Zentrum ihres breit angelegten Forschungsvorhabens die Frage stehen, wie sich die fortwährende gesellschaftliche Dynamisierung des Wettbewerbs und der Anerkennungsstrukturen in Perfektionierungszwänge für die Subjekte übersetzt und welche Konsequenzen dies für soziale Beziehungen, Selbstentwürfe und Körperpraktiken hat.

Geplant ist ein dreigliedriger und zugleich mehrdisziplinärer Zugang, bei dem verschiedene qualitative und quantitative Methoden kombiniert werden: Im ersten Teil wird aus makrosoziologischer Perspektive die Matrix einer Zeit- und Gesellschaftsdiagnose erarbeitet, die im zweiten Teil durch eine biografieanalytische Mikroanalyse unter Einbezug generationaler Aspekte von Sozialisationsprozessen sowie psychischen Verarbeitungsmustern weiter ausdifferenziert wird, während im dritten Teil die Auswirkungen auf den Ebenen des Psychischen mit Blick auf die Umschlagstelle von Selbstoptimierung und Autodestruktion fokussiert werden.

Das Forschungsvorhaben mit dem Titel "Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne. Gegenwärtiger kultureller Wandel von Selbstentwürfen, Beziehungsgestaltungen und Körperpraktiken" ist eines von insgesamt fünf Forschungsprojekten, die von der VolkswagenStiftung im Rahmen der Förderinitiative "Schlüsselthemen für Wissenschaft und Gesellschaft" mit insgesamt 4,7 Millionen Euro unterstützt werden.