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Neuigkeiten und wichtige Hinweise

Symposium an der IPU zur Zukunft der Psychoanalyse

Der Verein der Freunde und Förderer der IPU e.V. wird am 31. August 2012 um 18.00 Uhr in den Räumen der IPU Berlin ein Symposium mit dem Titel "Die Zukunft der Psychoanalyse im Spannungsfeld von Wissenschaft und Profession" veranstalten. Dort wird über die sehr aktuelle und kontrovers beurteilte Frage der sogenannten "Direktausbildung" diskutiert werden. Das Bundesministerium für Gesundheit erwägt die bisher übliche und auch bewährte Praxis der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an den Instituten der Fachverbände aufzulösen und an geeignete Universitäten zu übergeben. Mögliches Vorbild für diese neuen Ausbildungen könnte das Medizinstudium sein, das mit einer Approbation endet, bevor sich die Absolventen dann im Weiteren spezialisieren und die Kassenzulassung erwerben können.

Die Direktausbildung würde die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten stark verändern. Neben zahlreichen rechtlichen Problemen (Kombination eines staatlich kontrollierten Studienganges, der mit einer Approbation endet mit einer von den Ländern einzurichtenden Ausbildung im Bachelor- und Master-System, die Klärung der Bezahlung der PIAs etc.) sind wichtige Fragen noch offen. Allerdings muss geklärt werden, in welcher Weise die bisherigen Ausbildungsinstitute im Rahmen einer universitären "Direktausbildung" mitwirken können. Wie könnten Kooperationsmodelle aussehen und welche Teile der Verantwortung für die Ausbildung und ihre Inhalte blieben bei den Ausbildungsinstituten? Auch muss die Frage erörtert werden, ob die Inhalte z.B. einer psychoanalytischen Ausbildung tatsächlich im Rahmen von universitären Veranstaltungen auf sachlich angemessene Weise vermittelt werden können. Denn das Bildungsziel der psychoanalytischen Ausbildung umfasst nicht nur ein ausgedehntes Wissen, sondern auch eine spezifische Handlungskompetenz und eine psychoanalytische Haltung.

Andererseits könnte die Akademisierung der Ausbildung zum psychoanalytischen Psychotherapeuten begrüßt und die Hoffnung daran geknüpft werden, dass die Psychoanalyse auf diese Weise ihren Platz an den Universitäten und in der Forschungslandschaft sichern könnte. So stellt sich die Frage: kann die Psychoanalyse als Wissenschaft allein schon dadurch erhalten und fortentwickelt werden, dass sie an den Ausbildungsinstituten gepflegt und tradiert wird.

Diese durchaus offenen Fragen sollen auf einer Podiumsdiskussion zur Sprache kommen. Der Verein der Freunde und Förderer der IPU e.V. hat dazu Vertreter sehr unterschiedlicher Auffassungen eingeladen, so dass die Kontroversen deutlich werden können und hofft, mit dieser Veranstaltung zur Meinungsbildung in der Profession beitragen zu können.

Die Veranstaltung ist von der Berliner Psychotherapeutenkammer mit vier Punkten zertifiziert. Für eine Anmeldung wenden Sie sich bitte per E-Mail an die Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der IPU e.V., Dipl.-Psych. Irene Roski  M.A.: i.roski(at)t-online.de

Veranstaltungsort ist die IPU Berlin, Stromstr. 2, 10555 Berlin, Hörsaal 3. OG.