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Mediale Inszenierungen des Todes im Film der Postmoderne

Vortrag von Prof. Dr. Christa Rohde-Dachser am 16. Januar 2015

Solange Menschen sich mit der Unabwendbarkeit ihres Todes auseinandersetzen, solange haben sie auch Vorstellungen, Phantasien und Bilder kreiert, in denen dieser Tod nicht endgültig ist, sondern nur den Übergang in einen anderen Seinszustand darstellt, der das erfüllt, was einem das Leben vorenthielt.

Es gibt keine Religion, die nicht eine solche Verheißung bereit hält, und die Suche danach ist auch mit dem Bedeutungsverlust der institutionalisierten Religionen keineswegs verstummt. Sie ist nur an andere Orte ausgewandert, die in der postmodernen Gesellschaft für die Produktion von Bildern zuständig sind. Dazu gehört unter den Medien insbesondere das Kino, das mit dem ihm eigenen Ambiente den Zuschauer in einen regressiven Bewusstseinszustand versetzt, der ihn auch für die Rezeption von Erlösungsszenarien empfänglich macht, in denen Tod und ersehnte (Wieder-)Verschmelzung eine untrennbare Verbindung eingehen.

An Hand von Filmausschnitten aus drei bekannten Filmen der letzten 20 Jahre, nämlich „Dead Man“ (Jim Jarmusch 1995), „Kirschblüten – Hanami“ (Doris Dörrie 2008) und Melancholia (Lars von Trier 2011) sollen verschiedene Variationen dieser Erlösungsszenarien vorgestellt und unter anderem auch auf ihre gendertypischen Ausformungen hin weiter untersucht werden. Wir wollen sehen, was diese Szenarien trennt, aber auch, was ihnen gemeinsam ist, als tragendes, den Tod überdauerndes Element. In allen drei Szenarien wird dabei der „Sucht nach Bildern“ (Leuschner) eine herausragende Bedeutung zukommen.

Bitte, beachten Sie: Weil der Vortrag wegen der darin gezeigten Filmausschnitte etwas länger als üblich dauern wird, beginnt er diesmal bereits um 19 Uhr, und zwar s. t.

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