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Masterabschluss in Psychologie eröffnet Zugang zur Psychotherapeutenausbildung

Grundsatzurteil bestätigt: Kein Bachelor-Abschluss in Psychologie notwendig

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 17. August 2017 ein Grundsatzurteil zur Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten gefällt. Dem Urteil zufolge reicht der Abschluss eines Masterstudiums der Psychologie an einer inländischen Universität als Qualifikation aus. Ein vorheriger Bachelorabschluss ist demnach nicht obligatorisch.

Eine Absolventin der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin hat erfolgreich gegen die bestehende Auslegung des Psychotherapeutengesetzes durch das Hessische Landesprüfungsamt geklagt. Ab 2009 studierte sie berufsbegleitend im Masterstudiengang Psychologie. Die Zulassung zum Masterstudium erfolgte mit der Auflage, verschiedene Brückenkurse zu belegen. Nach bestandener Abschlussprüfung, die das Fach Klinische Psychologie einschloss, wurde ihr im September 2013 der Mastergrad verliehen. Ihr Antrag auf Prüfung ihrer Zugangsberechtigung für die Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin wurde im Jahr 2014 jedoch abgewiesen. Da ihr der Bachelorabschluss in Psychologie gefehlt habe, seien die Voraussetzungen des Psychotherapeutengesetzes nicht erfüllt gewesen. Widerspruch und Klage gegen den Bescheid blieben ohne Erfolg. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof wies auch die Berufung der Klägerin zurück.

Das Bundesverwaltungsgericht hat nun entschieden, dass sich der Vorschrift durch das Psychotherapeutengesetz die Pflicht zum Bachelorabschluss nicht entnehmen lasse. Der Gesetzgeber habe „die durch den sog. Bologna-Prozess bewirkte Umstellung der Studienstrukturen auf Bachelor- und Masterabschlüsse bislang nicht zum Anlass genommen“ das Gesetz „zu ändern oder zu reformieren.“ Diplom- und Masterprüfung seien entsprechend als gleichwertig zu betrachten.

Der Präsident der IPU Berlin, Martin Teising, betont: „Die Auslegung des Psychotherapeutengesetzes durch das Bundesverwaltungsgericht entspricht unserer Auffassung. An der IPU waren und sind daher auch Quereinstiege von Bewerbern aus verwandten Studiengängen mit entsprechenden Brückenkursen in den Masterstudiengang Psychologie möglich. Wir erwarten von den Landesprüfungsämtern eine entsprechende Änderung ihrer Zulassungspraxis und freuen uns sehr, dass damit für die Betroffenen nun endlich der Zugang zur angestrebten Ausbildung möglich ist.“

Kontakt
Daniel Jakubowski
Öffentlichkeitsarbeit

International Psychoanalytic University Berlin gGmbH
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E-Mail: daniel.jakubowski(at)ipu-berlin.de