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Jane McAdam Freud an der IPU Berlin

Jane McAdam Freud hält zwei Vorträge an der IPU und der Kunsthochschule Weißensee

Die Londoner Bildhauerin und Multimedia Künstlerin Jane McAdam Freud, Tochter von Lucian Freud und Urgroßenkelin von Sigmund Freud, ist der gemeinsamen Einladung der International Psychoanalytic University und der Kunsthochschule Weißensee gefolgt und wird mit zwei aufeinander bezogenen Vorträgen nach Berlin und an jede der beiden Hochschulen kommen.

Die an der Royal Academy of the Arts ausgebildete Künstlerin hat viele Preise und Ehrungen erhalten, unter anderem aktuell den Freedom of the City of London und den europäischen Trebbia Award for artistic achievement 2014. Ihre Werke befinden sich in Sammlungen wie dem Britischen Museum, dem Victoria and Albert Museum und dem Freud-Museum in London. Regelmäßig werden ihre Arbeiten in internationalen Ausstellungen in den USA, Asien, Australien und Europa gezeigt, Einzelausstellungen sind aktuell in London, Südkorea und Deutschland in Vorbereitung.

Jane McAdam Freud ist die Tochter des Malers Lucian Freud und Urgroßenkelin von Sigmund Freud. Erst seit einigen Jahren bezieht die Künstlerin das familiäre Erbe in ihrer Kunst mit ein: sie erforscht die Beziehung zu den großen Vor-Vätern: Lucian, den Maler, dessen Intensität sie erst spät erfahren konnte, und Sigmund, dem Begründer der Psychoanalyse. Obwohl Künstler der Moderne sich schon immer mit dem Themen der Psychoanalyse beschäftigt haben, dem Unbewussten, Verdrängten aber auch den Wegen der Konfliktlösung, ist McAdam Freud die einzige, die in den Traditionslinien der eigenen Familie diese Verlinkung in ihrer Kunst untersucht. Ihre Vorträge knüpfen an diese Erkenntnisprozesse an.

Der Vortrag „In the Mould of the Fathers — Objects of Sculptures, Subjects of Legacy“ wird am 16. Juni um 20.00 Uhr an der International Psychoanalytic University zu hören sein. In ihrem Titel spielt sie mit der Zweideutigkeit des Begriffes Mould – zum einen ist es für Bildhauer die Bezeichnung für die Gussform, zum anderen kann er aber auch Schimmel oder Humusboden bezeichnen. In ihrem Vortragsabstract umreißt Jane McAdam Freud ihren Vortrag folgendermaßen:
»In meinem Vortrag möchte ich die Formen und Prozesse erkunden, die ich in meinen Portraitskulpturen verwende, indem ich den Drang zu Familien- und Galionsfiguren (wie Lucian Freud, Sigmund Freud, Mary, Moses und Picasso) nachgehe. Ich zeige Arbeiten, die mich dazu gebracht haben, zum Selbst als Fokus der Skulptur als Folge meiner Gefühle und Verantwortung für mein Erbe zurückzukehren. Meine Reflexionen beziehen sich darauf, wie die verdichtete Reliefform eine Anspielung auf psychodynamische Prozesse sein können, oder wie im Gegenzug der aufgeladene Inhalt die zweiseitige, kondensierte Form verursachen könnte.«

Dienstag, 16. Juni 2015, 20.00 Uhr, Ort: Großer Hörsaal der International Psychoanalytic University Berlin, Seminargebäude, Stromstr. 2, 10555 Berlin.

Der Vortrag „Mother Mould“, der am 18. Juni um 18.00 Uhr in der Kunsthochschule Weißensee stattfinden wird, wendet den Blick zurück von den Vätern auf das mütterliche Erbe. Jane McAdam Freud schreibt dazu:
»Mother Mould ist eine Vorschau auf meine neuen Skulpturen, die demnächst in einer Einzelausstellung im Juli in London gezeigt werden. Die Arbeiten sind eine Referenz an „Mutter“ als die Quelle unserer ästhetischen Entwicklung. Ich stelle Betrachtungen an zu den „ersten Dingen“ der Wahrnehmung und des Sehens. Die Arbeiten spielen mit den Begriffen dieser ersten sinnlichen Erfahrungen, indem ich evokative Materialien und Formen heranziehe, um vergessene Erinnerungen und aufbewahrte Empfindungen zum Ausdruck zu bringen. Titel wie Seed (Samen) Feed (Futter) und EDENsNEDE (etwa: Paradiesbedarf) unterstreichen die Anmutung dieser neuen Arbeiten und ihre Konzepte.«

Donnerstag, 18. Juni 2015, 18.00 Uhr, Ort: Aula der Kunsthochschule Weißensee, Bühringstr. 20, 13086 Berlin.

Die International Psychoanalytic University und die Kunsthochschule Weißensee laden Sie sehr herzlich zu beiden Vorträgen ein und freuen uns auf die Abende mit Jane McAdam Freud und Ihnen. Die Vortragssprache ist Englisch. Eintritt frei. Gäste willkommen.