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Neuigkeiten und wichtige Hinweise

Integration bedeutet, das ‚echte Leben‘ kennenzulernen

Die EsBar der IPU Berlin wird zum Ort der interkulturellen Begegnung

„Viele junge Leute berichten uns, dass ihnen die Möglichkeit fehlt, sich mit gleichaltrigen Menschen über das Leben in Deutschland zu unterhalten“, erzählt Rilana Maria Kühn. „Mit anderen Worten: Über das ‚echte Leben‘.“ Zusammen mit Katayun Ensani arbeitet Rilana für das Projekt StuFen der IPU Berlin. Das Projekt bietet Beratung und Unterstützung für geflohene Menschen bei der Integration in der deutschen Hochschullandschaft. Als Ergänzung soll es ab Mitte November ein Begegnungs-Café geben, in dem es um Fragen gehen kann, die fernab der ständigen Bürokratie die meisten Neuankommenden beschäftigen.

Das sind Fragen wie: Trinkst du Alkohol? Wieviel Alkohol? Hattest du schon mal einen Freund? Deine Eltern erlauben es dir, alleine zu wohnen? Gehst du als junge Frau am Abend/in der Nacht alleine nach draußen? Glaubst du an ("irgendeinen") Gott? Diese Fragen entstehen durch Kulturunterschiede – und über die soll gesprochen werden, ohne dass sie aufgegeben werden müssen. Denn, wie Rilana betont, „Integration muss von zwei Seiten angegangen werden, um erfolgreich zu sein“.

Das Leben in einer Unterkunft isoliert allerdings von der Lebensrealität und erschwert dadurch die Integration. Deutsche sind dort zumeist nur Ansprechpartner, Küchenhelfer oder gar Vorgesetzte, die Anweisungen geben. Die Bewohner haben wenig Freiheiten, müssen ihre Mahlzeiten zu vorgegebenen Zeiten einnehmen, können ihre Freizeit nur schwer selbst bestimmen. Den Angestellten der Unterkünfte gelingt es zumeist, die Unterkünfte als privaten Rückzugsort zu gestalten. Privater Kontakt zwischen angestellten Deutschen und geflohenen Bewohnern ist aber meist untersagt. Das macht es schwer, in Deutschland anzukommen und sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen.

„Ein Café, in dem alle entspannt zusammensitzen und sich unterhalten können erscheint mir da sehr sinnvoll“, resümiert Rilana. Das Angebot wird vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) im Rahmen des Projekts StuFen gefördert und richtet sich an studierfähige Menschen. Geplant sind monatliche Treffen, immer montags, der erste Termin ist am 13. November um 14.30 Uhr.

„Wir hoffen, dass wir viele Leute aus der IPU begeistern können, sich einmal im Monat mit Leuten – wortwörtlich – über Gott und die Welt zu unterhalten. Dass es sich lohnt vorbeizukommen, kommt mir schon fast albern vor extra zu betonen, aber viele sind letzten Endes doch überrascht.“

Seit November 2015 engagiert sich die IPU Berlin im Rahmen von We Integrate Refugees (WIR) für die Unterstützung von Menschen mit Fluchthintergrund. Das Projekt StuFen wurde von Studierenden der IPU ins Leben gerufen und wird seit Januar 2016 im Rahmen des Programms Welcome vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. StuFen ist das einzige Projekt, das die Integration an allen Berliner Hochschulen und Universitäten versucht.