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Gestörte Organisationen. Wie verstehen wir soziokulturelle Pathologien?

Öffentlicher Gastvortrag von Prof. Dr. Matthias Kettner (Universität Witten/Herdecke)

Wir laden herzlich ein zum Vortrag „Gestörte Organisationen. Wie verstehen wir soziokulturelle Pathologien?“ von Prof. Dr. Matthias Kettner am Abend des 22. Juni 2017.

Wie sollten wir massiv gestörte Sozialgebilde theoretisch begreifen? Gravierende Störungen sozialer Funktionen können in unterschiedlichsten Arten von Organisationen auftreten (z. B. in politischen, wissenschaftlichen, medizinischen, bürokratischen, künstlerischen, militärischen, medialen). Sie können sich in unterschiedlichsten Formaten manifestieren (z. B. in Familien, in Zweckverbänden, in Unternehmen, in Staatsapparaten, in Religionsgemeinschaften, in ganzen Gesellschaften, in globalen Funktionssystemen).

Wie und wie weit können wir die innerhalb der Medizin ausgereifte krankheitstheoretische Semantik von disease (Krankheitsbefund), illness (Kranksein), sickness (Krankenrolle), die primär auf natürliche Personen bezogen ist, auf diverse Sozialgebilde übertragen? Was leisten in diesem Zusammenhang einige relativ robuste Konzepte aus Psychotherapie und Psychiatrie?

Bieten bewährte nosologische Konzepte (z. B. Stress, Trauma, Vulnerabilität und Resilienz, Resonanzverlust, Funktionsbeeinträchtigung, Projektion, Spaltung, maligner Narzissmus) eine Grundlage für die Konstruktion von aufschlussreichen soziopathologischen Modellen?

Matthias Kettner ist Professor für Philosophie und Diplom-Psychologe. Promotion bei Apel und Habermas über Hegel, Habilitation über Diskursethik. Seit 2002 Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Universität Witten/Herdecke. Seit 2008 Forschungsdekan der Fakultät für Kulturreflexion und Leiter des Studiengangs Philosophie, Politik und Ökonomik. Forschungsschwerpunkte: Diskursethik, Ethik in Wirtschaft und Medizin, philosophische Rationalitätstheorie, Kulturtheorie, Psychoanalyse.

Donnerstag, 22. Juni 2017
Beginn 20.00 Uhr
Eintritt frei


Die Veranstaltung findet statt im Hörsaal 1 in der IPU Berlin, Stromstraße 2, 3. OG, 10555 Berlin.