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Digitalisierung als Kulturprozess

Wissenschaftler diskutieren Auswirkungen von digitalem Kulturwandel auf die soziale und mentale Welt heranwachsender und erwachsener Personen am 20. Dezember 2014 an der IPU

Die digitale Gesellschaft ist eine Gesellschaft im Umbruch.

Digitale Technologien durchdringen unseren Alltag und bieten eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Das Wissenschaftsjahr 2014 – Die digitale Gesellschaft – zeigt auf, wie Wissenschaft und Forschung diese Entwicklung mit neuen Lösungen vorantreiben und widmet sich den Auswirkungen der Revolution (www.digital-ist.de). In den von der Fakultät für Kulturreflexion der Universität Witten/Herdecke organisierten, vom BMBF geförderten Diskursworkshops "Digitalisierung als Kulturprozess" in Witten und Berlin nehmen Experten aus verschiedenen Disziplinen diese Entwicklung unter die Lupe – verteilt auf drei Problemfelder: Macht, Vernunft und Psyche. Jedem Workshop schließt sich eine öffentliche Podiumsdiskussion für interessierte Bürger an.

Im ersten Teil am Freitag, dem 5. Dezember geht es in Witten ab 12:00 Uhr um digitalen Kulturwandel in politischen Machtverhältnissen. Anfangs versprach die Netzwelt eine ungeheure Erweiterung privater und öffentlicher Kommunikationsfreiheit. Politik wird transparenter, Partizipation wird erweitert, kommunikative Freiheiten werden entfesselt, „deliberative“ und „liquide“ Demokratie scheinen zum Greifen nahe. Doch spätestens seit Snowdens Enthüllungen sind wir Netzpessimisten. Das Wort von der „digitalen Diktatur“ macht die Runde. Nähren die wirklichen Machtverhältnisse im Cyberspace postdemokratische Stimmungslagen? Rund 20 Wissenschaftler und Studenten aus verschiedenen Universitäten und Fachbereichen nehmen am Diskurs teil. Ab 18:00 Uhr werden die Arbeitsergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Diskussion vorgestellt.

Im zweiten Teil am 6. Dezember in Witten wird ab 11:00 Uhr diskutiert, ob und wie sich unser Verständnis von Wissen und Vernunft durch Digitalisierungsprozesse verändert. Begriffe wie Schwarmintelligenz, Vernetzung und Big Data deuten auf solche Veränderungen. Sicherheitsdenken wird auf-, Freiheitsdenken wird abgewertet. Müssen Vernunft und Ethik im Rahmen der internetbasierten Kommunikation neu bewertet werden? Ab 17:00 Uhr werden die Arbeitsergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Diskussion vorgestellt.

Der dritte Teil wird am Samstag, dem 20. Dezember in Kooperation mit der International Psychoanalytic University in Berlin durchgeführt. Psychoanalytiker, Soziologen, Philosophen und Medienwissenschaftler diskutieren über die Auswirkungen von digitalem Kulturwandel auf die soziale und mentale Welt heranwachsender und erwachsener Personen. Sagt ein Modebegriff wie „Digital Natives“ für Kinder, die schon früh mit der digitalen Welt in Berührung gekommen sind, in Bezug auf Persönlichkeitsstrukturen überhaupt etwas aus? Was machen neue Umgangsformen und Möglichkeiten der Selbstinszenierung in sozialen Netzwerken mit Subjektivität und Intersubjektivität? Ab 16:30 Uhr werden die Arbeitsergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Diskussion an der IPU vorgestellt.

Anmeldung für Witten und weitere Information
Prof. Dr. Matthias Kettner, kettner(at)uni-wh.de, Tel.: 0172 - 694 96 87

Anmeldung für Berlin
Für die Teilnahme in Berlin senden Sie bitte bis zum 12.12.2014 eine E-Mail an Frau Zippel: christine.zippel(at)ipu-berlin.de