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Der Freud Komplex

Eine Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland (Buchvorstellung)

Anthony D. Kauders im Gespräch mit Lilli Gast und Heinrich Deserno

Flyer Anthony D. Kauders im Gespräch mit Lilli Gast und Heinrich Deserno

In sechs Kapiteln stellt der 1967 in Zürich geborene Historiker Anthony D. Kauders die Wechselwirkungen zwischen historischen Situationen und der Rezeption sowie Institutionalisierung der Psychoanalyse in Deutschland dar.
Die Stationen seiner Untersuchung sind: 1913: Sexualität, 1930: Seele, 1938: Rasse, 1956: Wiedergutmachung, 1967: Kindheit und 1985: Vergangenheit. Insgesamt handelt es sich nicht nur um eine Darstellung der Psychoanalyse im 20. Jahrhundert in Deutschland; der „Freud Komplex“ führt auch zu einer Erhellung der deutschen Geschichte, den Ausläufern des Bürgertums und der romantischen Tradition.
Im „Dritten Reich“ wurde Freud nicht wie zuvor als „rationalistisch“ kritisiert, sondern seine Intellektualität war nun seiner fremden „Rasse“ geschuldet und insofern stellte sein Denken ein Hindernis dar, bürgerliche Werte im Interesse des Nationalsozialismus periodisch aufzuheben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte allerdings kaum jemand an diese Aufwertung von kollektiver Emotionalität und Rauschzuständen erinnert werden. Nun machte man die Psychoanalyse (wieder) verantwortlich, jetzt für den Verlust von Selbstregulierung. Die Studentenbewegung rebellierte mit der Psychoanalyse gegen diese konservative Anschauung.

In Zusammenarbeit mit dem Berlin Verlag.

Lesung und Diskussion
Dienstag, 24. Juni 2014
Beginn 19.30 Uhr
Eintritt frei


Veranstaltungsort ist die Bibliothek der IPU Berlin, Stromstraße 2, 2. OG, 10555 Berlin.

Alle Termine werden auf der Website der IPU sowie auf Facebook veröffentlicht. Interessenten, die gerne per E-Mail über die Termine informiert werden möchten, können den kostenlosen Newsletter 'IPU Campus-News' abonnieren.