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Antisemitismus, Emotion und Geschlecht

Öffentlicher Vortrag von Frau Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum am 5.5.2017

Ein zentraler Aspekt des Antisemitismus sind tief verwurzelte „feindliche Gefühle“. Sie treten in unterschiedlichen Formen der Kommunikation, in Texten, Bildern, Filmen oder Reden zutage,  zeichnen sich durch Hass, Missgunst, Ekel, Angst, Neid, Abscheu etc. aus und haben immer eine markante geschlechtsspezifische Dimension.

In der Antisemitismusforschung hat die Kategorie „Geschlecht“ bislang jedoch kaum eine Rolle gespielt, während die aversiven Gefühle meist als gegeben vorausgesetzt oder erst gar nicht in die Analyse miteinbezogen werden.

Eine geschlechtergeschichtlich inspirierte Emotionsgeschichte des Antisemitismus kann daher neue Perspektiven befördern und zur historischen, vielleicht auch zur politischen Erklärung dieses hartnäckigen Ressentiments beitragen.

Frau Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum ist seit 2009 Vorsitzende der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts in der Bundesrepublik Deutschland, seit 2011 Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin und seit 2012 Mitglied im Direktorium des Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind die deutsch-jüdische und spanische Geschichte sowie die Geschlechtergeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Veröffentlichungen u.a.: Geschlecht und Differenz, Paderborn 2014; Krieg und Fliegen. Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg, Paderborn 2010; Die jüdische Minderheit in Königsberg 1871–1945, Göttingen 1996.

Freitag, 5. Mai 2017
Beginn 20:00 Uhr
Eintritt frei


Veranstaltungsort ist der Hörsaal 1 in der IPU Berlin, Stromstr. 2, 10555 Berlin.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.