Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bei der Behandlung von Angst- und Persönlichkeitsproblemen (APS)

gefördert durch die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT)

Leitung IPU

Prof. Dr. Dr. Dorothea Huber

Leitung extern

Prof. Dr. Cord Benecke (Institut für Psychologie Universität Kassel)
Prof. Dr. Henning Schauenburg (Heidelberg)
Prof. Dr. Hermann Staats (Fachhochschule Potsdam)

Projektbeschreibung

Im Bereich der psychotherapeutischen Behandlung von Angststörungen bestehen zurzeit verschiedene Forschungslücken:

  • Mangel an Wirksamkeitsstudien zur Behandlung von Patient:innen mit Angststörungen unter systematischer Berücksichtigung der bei dieser Störungsgruppe hohen Komorbidität
  • Mangel an Studien zur Überprüfung der Nachhaltigkeit der Wirkungen von  Angstbehandlungen
  • Mangel an Untersuchung der langfristigen Kosten-Nutzen-Relation von Angstbehandlungen

Die APS-Studie zielt darauf ab, diese Lücken zu schließen, indem zwei Verfahren zur Behandlung von Patient:innen mit Angststörungen und Komorbidität im Bereich Persönlichkeitsschwierigkeiten, in einem randomisiert-kontrollierten Studiendesign hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, der Nachhaltigkeit der erzielten Veränderungen, sowie ihrer Kosten-Nutzen-Relation in einer Langzeitstudie miteinander verglichen werden. Bei den beiden untersuchten Behandlungsformen handelt es sich um Analytische Psychotherapie und Kognitive Verhaltenstherapie. Die Stichprobe soll insgesamt 260 Patient:innen umfassen (130 pro Behandlungsverfahren) und wird in vier verschiedenen Studienzentren (Berlin, Hamburg, Heidelberg, Kassel, München) durchgeführt. Jede psychiatrische Behandlung, insbesondere Medikation und stationäre Behandlung, wird dokumentiert und später als Kovariate in der statistischen Auswertung berücksichtigt.

Es wird angenommen, dass sowohl die Verhaltenstherapie als auch die Analytische Psychotherapie mit signifikanten Verbesserungen einhergeht (Nutzen-Kriterium). Aufgrund der deutlich höheren Behandlungsdosis in der Analytischen Psychotherapie werden in der Langzeitkatamnese (hier einheitlich sechs Jahre nach Behandlungsbeginn, unabhängig von der Behandlungsform) insbesondere für Patient:innen mit multipler Komorbidität (Notwendigkeitskriterium) stabilere Verbesserungen in dieser Behandlungsform erwartet. Entsprechend werden in der Langzeitkatamnese vergleichbare Kosten-Nutzen-Relationen der beiden Psychotherapieverfahren angenommen (Wirtschaftlichkeitskriterium). 
Gesamtlaufzeit: 12 Jahre

Die Beantwortung der Frage nach nachhaltigen Effekten von Langzeitbehandlungen erfordert naturgemäß einen langen Beobachtungszeitraum. Der Zeitraum für die Rekrutierung der insgesamt 260 Studienpatient:innen ist auf mehrere Jahre angelegt. Die langen Folgezeiträume ergeben sich aus der Dauer der Langzeitbehandlungen (ausgegangen wurde hier von ca. 3 Jahren für eine Analytische Psychotherapie) und mindestens 3 Jahreskatamnesen (bzw. Abschlusserhebung sechs Jahre nach Behandlungsbeginn für alle Behandlungen). Unabhängig von der Dauer der einzelnen Behandlungen beträgt der Gesamterhebungszeitraum 6 Jahre ab Behandlungsbeginn. Die Weiterführung der Katamnesen auch bei kürzeren Behandlungen ist insbesondere für die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von großer Bedeutung. Nur so ist es möglich, einen realistischen Vergleich von Kosten-Nutzen-Relationen durchzuführen.

Originalsprache: Deutsch

Projektbeteiligte

Svenja Over (IPU Berlin)
Levin Laser (IPU Berlin) 

Laufzeit

Projektbeginn: 01/2012
Projektende: 12/2026

Publikationen

  • Benecke, C., Huber, D., Staats, H., Zimmermann, J., Hans, M., Deserno, H. et al. (2016). A comparison of psychoanalytic therapy and cognitive behavioral therapy for anxiety (panic/agoraphobia) and personality disorders (APD study): Presentation of the RCT study design. Z Psychosom Med Psychother 62 (3), 252–269.
  • Benecke, C., Huber, D.,  Schauenburg, H. &  Staats, H. (2016). Wie können Langzeit-therapien mit kürzeren Behandlungen verglichen werden? Designprobleme und Lösungsvorschläge am Beispiel der APS-Studie. Psychotherapeut, 61(6), 476–483. DOI 10.1007/s00278-016-0140-1.