Ambulanz

Psychotherapeutische Hochschulambulanz der IPU

Angst- und Persönlichkeitsstörungen-Studie (APS)

2011–2021 / Leitung: Prof. Dr. Dr. Dorothea Huber, Prof. Dr. med. Heinrich Deserno

Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Behandlung von Angst- und Persönlichkeitsproblemen

Finanzierung durch: DGPT / Stiftung zur Förderung der universitären Psychoanalyse

Im Bereich der psychotherapeutischen Behandlung von Angststörungen bestehen zurzeit verschiedene Forschungslücken

  • Mangel an Wirksamkeitsstudien zur Behandlung von Patienten mit Angststörungen unter systematischer Berücksichtung der bei dieser Störungsgruppe hohen Komorbidität
  • Mangel an Studien zur Überprüfung der Nachhaltigkeit der Wirkungen von Angstbehandlungen
  • Mangel an Untersuchung der langfristigen Kosten-Nutzen-Relation von Angstbehandlungen
  • Mangel an Studien zur differenziellen Indikation

Die APS-Studie zielt darauf ab, diese Lücken zu schließen, indem zwei Verfahren zur Behandlung von Patienten mit Angststörungen mit Komorbidität im Bereich Persönlichkeitsschwierigkeiten, in einem randomisiert-kontrollierten Studiendesign hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, der Nachhaltigkeit der erzielten Veränderungen, sowie ihrer Kosten-Nutzen-Relation in einer Langzeitstudie miteinander verglichen werden. Bei den beiden untersuchten Behandlungsformen handelt es sich um Analytische Psychotherapie und Kognitive Verhaltenstherapie.

Stichprobe, Ein- und Ausschlusskriterien

Die Stichprobe soll insgesamt 260 Patienten umfassen (130 pro Behandlungsverfahren) und wird in vier verschiedenen Studienzentren (Berlin, Hamburg, Heidelberg, Kassel, München) durchgeführt. Die diagnostischen Ein- und Ausschlusskriterien richten sich nach DSM-IV-TR.

Einschlusskriterien

  • Panikstörung (mit/ohne Agoraphobie) und
  • mindestens eine der folgenden Persönlichkeitsakzentuierungen: (Selbstunsicher vermeidende Persönlichkeitsstörung (PS), Dependente PS, Zwanghafte PS, Depressive PS, Passiv-aggressive PS, Histrionische PS oder Borderline PS - letztere nur, wenn nicht akut suizidal und als ambulant behandelbar eingestuft)
  • Alter: mindestens 21 Jahre

Ausschlusskriterien

  • Bipolare Affektive Störung, Psychotische Störungen, akute Essstörungen, Störungen durch Substanzmittelabhängigkeit (außer Koffein u. Nikotin), Cluster-A-Persönlichkeitsstörung (d.h. paranoide, schizoide und schizotypische PS), Antisoziale Persönlichkeitsstörung
  • Neurologische Erkrankungen
  • Geringe Deutschkenntnisse

Eine psychopharmakologische Behandlung stellt kein Ausschlusskriterium dar (Ausnahme: dauerhafte Einnahme von Benzodiazepinen). Jede psychiatrische Behandlung, insbesondere Medikation und stationäre Behandlung, wird dokumentiert und später als Kovariate in der statistischen Auswertung berücksichtigt.

Hypothesen

Die Hypothesen gehen davon aus, dass sowohl Verhaltenstherapie als auch Analytische Psychotherapie signifikante Verbesserungen erbringen (Nutzen-Kriterium), dass die Verbesserungen sich aber bei den mit Analytischer Psychotherapie behandelten Patienten in der Langzeitkatamnese (hier einheitlich sechs Jahre nach Behandlungsbeginn, unabhängig von der Behandlungsform) aufgrund der deutlich höheren Behandlungsdosis als stabiler erweisen, insbesondere für Patienten mit multipler Komorbidität (Notwendigkeitskriterium), und dass sich daher in der Langzeitkatamnese vergleichbare Kosten-Nutzen-Relationen der beiden Psychotherapieverfahren zeigen (Wirtschaftlichkeitskriterium).

Zeitplan der APS-Studie

Gesamtlaufzeit: 10 Jahre (Nov. 2011 - Okt. 2021)
Die Beantwortung der Frage nach langfristigen Effekten von Langzeitbehandlungen erfordert naturgemäß einen entsprechenden Zeitraum.

Die Zeitfelder sind als grobe Orientierungen zu verstehen. Der Zeitraum für die Rekrutierung der insgesamt 260 Studienpatienten ist auf mehrere Jahre angelegt. Die langen Folgezeiträume ergeben sich aus der Dauer der Langzeitbehandlungen (ausgegangen wurde hier von ca. 3 Jahren für eine Analytische Psychotherapie) und mindestens 3 Jahreskatamnesen (bzw. Abschlusserhebung sechs Jahre nach Behandlungsbeginn für alle Behandlungen). Unabhängig von der Dauer der einzelnen Behandlungen beträgt der Gesamterhebungszeitraum sechs Jahre ab Behandlungsbeginn. Die Weiterführung der Katamnesen auch bei kürzeren Behandlungen ist insbesondere für die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von großer Bedeutung. Nur so ist es möglich, einen realistischen Vergleich von Kosten-Nutzen-Relationen durchzuführen.

Studienzentren und Kontakt

Zentrale Studienwebsite: www.aps-studie.de und E-Mail: info(at)aps-studie.de

Hier finden Sie stets die aktuellen Kontakte und Informationen der Studie. Dies soll insbesondere nach Beendigung der Behandlung und dem dann folgenden Befragungszeitraum als zusätzliche Möglichkeit zur gegenseitigen Kontaktaufnahme dienen.

Studienzentrale und Gesamtkoordination

Kassel
Leitung: Prof. Dr. phil. Cord Benecke
Koordination: M. Sc. Psych. Miriam Hans
Institut für Psychologie
Universität Kassel
Holländische Str. 36-38
34127 Kassel
Tel: 0561-804 7527
E-Mail: miriam.hans(at)uni-kassel.de

Studienzentren

Heidelberg
Leitung: Prof. Dr. med. Henning Schauenburg
Koordination: Dipl.-Psych. Ottilia Klipsch
Universitätsklinikum Heidelberg
Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik
Thibautstr. 2
69115 Heidelberg
Tel: 06221-56 36317
E-Mail: ottilia.klipsch(at)med.uni-heidelberg.de

Berlin
Leitung: Prof. Dr. phil. Dr. med. Dorothea Huber, Prof. Dr. med. Heinrich Deserno
Koordination: Dipl. Psych. Svenja Over
Psychologische Psychotherapeutin
IPU Berlin
Stromstr. 3
1055 Berlin
Tel.: 030-300 117 800
E-Mail: svenja.over(at)ipu-berlin.de

Hamburg
Leitung: Prof. Dr. phil. Silke Wiegand-Grefe
Koordination: M. Sc. Psych. Patrik Tessmann
MSH Medical School Hamburg
Am Kaiserkai 1
20457 Hamburg
Tel: 040-361 22 6457
(erreichbar: Mo & Mi zw. 10–15 Uhr)
E-Mail: patrik.tessmann(at)medicalschool-hamburg.de

München
Leitung: Prof. Dr. med. Dr. phil. Dorothea Huber
Koordination: Dr. phil. Dipl. Psych. Ingrid Erhardt
Klinikum rechts der Isar
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Institutsambulanz
Ismaningerstr. 22
81675 München
Tel: 0176-8694 1193 (mobil)
(erreichbar: Mo, Mi, Do zw. 10–14 Uhr)
E-Mail: ingrid.erhardt(at)tum.de

Weitere Informationen

Patienteninfoblatt (PDF zum Download)

Therapeuteninfoblatt (PDF zum Download)

Ambulanz Kontakt
Psychotherapeutische Hochschulambulanz
Koordination
Uta Grundmann, M.A.
Nadine Kaiser, M.Sc.

IPU Berlin
Alt-Moabit 90C, 1. OG
10559 Berlin

Tel.: 030 300 117-800
Fax.: 030 300 117-809

sekretariat(at)ha.ipu-berlin.de

Anmeldungen und Terminabsprachen
Telefonische Sprechzeiten sind Montag bis Mittwoch von 9:30 bis 12:30 Uhr und Donnerstag von 9:30 bis 11:30 Uhr. Terminabsprachen sind verbindlich. Zum Erstgespräch ist die Versicherten‐Karte mitzubringen.

Kosten der Behandlung
Die Ambulanz ist gemäß §117 SGB V ermächtigt, die erbrachten Leistungen mit den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Auch Privatversicherte können die Rechnungen bei ihren Kassen einreichen. Interessenten an den Studien der Hochschulambulanz wenden sich bitte an die angegebenen Telefonnummern bzw. Mailadressen der Studienmitarbeiterinnen.