Ambivalente nationale Identität und die Verhandlung nationaler Zugehörigkeit im Wandel

Eine qualitative Langzeitstudie in Deutschland im Kontext von Fußball-Welt- und Europameisterschaften

Projektbeschreibung:

Im Projekt wird der Konstruktion und Bedeutung von deutscher nationaler Identität im Alltag wie auch im besonderen Kontext von internationalen Fußballturnieren empirisch nachgegangen. Das Projekt ist als mixed-methods Langzeitstudie, mit einem Fokus auf qualitative Methoden, angelegt, so dass sich Veränderungen im gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland zum Thema nationale Identität am Material nachvollziehen lassen.

Erhebungen in Form von Interviews und Begleitfragebögen finden seit 2008 im Kontext von Fußball-Welt- und Europameisterschaften statt. Die erste Teilstudie wurde 2008 an der Universität Bremen unter der Leitung von Prof. Thomas Kühn und Prof. Gavin Sullivan durchgeführt. Weitere Erhebungen fanden in den Jahren 2012, 2014 und 2016 statt. 2018 wurde das Projekt zum ersten Mal an der IPU unter der Leitung von Prof. Thomas Kühn und Prof. Phil Langer durchgeführt. Im Sinne eines Mini-Längsschnitts umfasst jede Teilstudie je drei Erhebungszeitpunkte: kurz vor, während und nach dem jeweiligen internationalen Fußballturnier, so dass die Bedeutung der unterschiedlichen emotionalen Atmosphäre auf die Konstruktion und Bedeutung nationaler Identität nachvollzogen werden kann.

Auch im Rahmen der diesjährigen Fußball Europameisterschaft 2021 wird es wieder eine Erhebung geben. Neben den gleichbleibenden allgemeinen Fragen zum Erleben nationaler Identität im Alltag und im besonderen Kontext des internationalen Fußballturniers wird in diesem Jahr der Fokus vor allem auf die gegenwärtige Corona Pandemie gerichtet. Welche Bedeutung kommt nationaler Identität in der gegenwärtigen Situation zu? Was für Konsequenzen hat das Gebot zur sozialen Distanz für ein Massenevent wie die Fußballeuropameisterschaft, in der Emotionen vor allem aus der Gemeinschaftserfahrung resultieren und des Weiteren kollektive Emotionen zur Konstitution von Gemeinschaft auch erst beitragen?

Interviewer*innen gesucht:

Für die diesjährige Erhebung suchen wir interessierte Studierende, die Lust haben Einblicke in die qualitative Sozialforschung zu gewinnen und durch Interviewführung und bei Interesse auch Auswertung an dem Projekt partizipieren möchten. Das Schreiben von Abschlussarbeiten ist im Projekt möglich. Bei Interesse bitte bei Katrin Voigt (katrin.voigt@ipu-berlin.de) melden.