Zusatzinformationen zum MA Erziehungswissenschaft - Psychosoziale Intervention


Im Folgenden haben wir für Sie Informationen zu den Studiervarianten, den Studienabschnitten,
den exemplarischen Studienverläufen sowie die Modulbeschreibungen zusammen gestellt.

Studiervarianten

Studiervariante (1): Zielgruppe dieser Studiervariante bilden vor allem Bachelor-Absolventen sozialwissenschaftlicher Studiengänge (z. B. Erziehungswissenschaft, Psychologie oder Soziologie) einer Universität oder Fachhochschule. Diese Studierenden müssen sich nach dem Grundlagenstudium für eine der drei Studienrichtungen entscheiden. Nach dem Schwerpunktstudium in einer Studienrichtung können die Studierenden das Aufbaustudium belegen und die Master-Arbeit schreiben.

Nach acht (berufsbegleitenden) Semestern schließen die Studierenden das Studium mit 120 Leistungspunkten und einem Master of Arts "Erziehungswissenschaft - Psychosoziale Intervention" mit einer der drei Studienrichtungen Delinquenzprävention, Frühen Hilfen/Frühförderung, Psychodynamische Beratung ab.

Studiervariante (2): Studierende mit einem sozialwissenschaftlichen Diplom (oder einem Magister, Master oder Staatsexamen) einer Universität oder Fachhochschule können das Grundlagenstudium auslassen und gleich mit dem Schwerpunktstudium beginnen. Wenn sie in ihrem vorigen Studium Leistungsnachweise über die Fachgebiete des Grundlagenstudiums erworben haben und einschlägige berufliche Vorerfahrungen nachweisen, können ihnen dafür bis zu 30 ECTS angerechnet werden. Diese Studierenden schließen ihr Studium nach 6 Semestern mit ebenfalls 120 ECTS (bzw. 90 ECTS, wenn Voraussetzungen für eine Anrechnung von Leistungen nicht gegeben sind) und dem Master of Arts "Erziehungswissenschaft - Psychosoziale Intervention" mit einer der drei Studienrichtungen Delinquenzprävention, Frühen Hilfen/Frühförderung, Psychodynamische Beratung ab.

Studiervariante (3)
:
Es ist möglich, nur das Schwerpunktstudium mit einer der drei Studienrichtungen zu belegen. Diese Variante ist für solche Sozialberufler interessant, die in dem sehr weiten Praxisfeld psychosozialer Intervention arbeiten, aber in ihrer Hochschulausbildung nur ungenügend auf die Berufspraxis vorbereitet wurden. In ihrem Studium werden sie auf dem von ihnen gewählten Praxisfeld (Delinquenzprävention, Frühe Hilfen/Frühförderung oder Psychodynamische Beratung) ihr Wissen erweitern und sich fachlich fundierte Handlungskompetenzen aneignen. Sie schließen das Schwerpunktstudium mit ihrer gewählten Studienrichtung ab und erhalten ein Zertifikat über einen weiterbildenden Master (60 ECTS).

Studiervariante (4)
: Schließlich können Studierende, die ihre allgemeinen fachlichen Kompetenzen als Berater (z. B. in der Einzelfall- oder Familienhilfe) verbessern wollen, ausschließlich die beiden Semester des Grundlagenstudiums belegen und mit einem Zertifikat (30 ECTS) abschließen. Dieses Studium wird ihnen ermöglichen, in unterschiedlichen psychosozialen Arbeitsfeldern (z. B. in der Einzelfall- oder Familienhilfe) fachlich kompetent zu arbeiten.

Studienabschnitte

Das Grundlagenstudium (zwei Semester)


Das Grundlagenstudium umfasst 30 ECTS, das entspricht dem Arbeitsaufwand für zwei Semester. Die Studierenden durchlaufen vier Basis-Module. Sie erlangen differenziertes Wissen über die menschliche Entwicklung und ihre Störungen sowie verschiedene Beratungsansätze und -methoden. Darüberhinaus erlangen sie grundlegende Beobachtungs-, Berater- und Interventionskompetenzen.

Das Schwerpunktstudium (vier Semester)


Das Schwerpunktstudium (vier Semester, insgesamt 60 ECTS) mit seinen drei Studienrichtungen ermöglicht es dem Studierenden, sein individuelles Bildungsinteresse und seinen Weiterbildungsbedarf zur Geltung zu bringen. Zur Auswahl stehen die Studienrichtungen "Delinquenzprävention", "Frühe Hilfen/Frühförderung" und "Psychodynamische Beratung".

1. Studienrichtung "Delinquenzprävention"

Diese Studienrichtung ist für solche Sozialberufler attraktiv, die in dem sehr weiten Praxisfeld jugendlicher Delinquenz arbeiten, aber in ihrer Hochschulausbildung nur ungenügend fachlich vorbereitet wurden. Zur Zielgruppe gehören auch solche Pädagogen, Juristen, Mediziner und andere Sozialwissenschaftler, die den Wunsch haben, in den Einrichtungen der Jugendhilfe, der Jugendgerichtshilfe oder Bewährungshilfe, bei Freien Trägern oder im Strafvollzug oder in Arrestanstalten, im Maßregelvollzug oder in der Forensischen Psychiatrie Leitungsverantwortung zu übernehmen oder/und die sich wissenschaftlich weiter qualifizieren möchten.

Lernziele
Absolventen dieses Studienganges werden fachlich sowohl für die wissenschaftliche Arbeit als auch für die Arbeit mit delinquenten Jugendlichen qualifiziert. Sie werden gelernt haben, Theorien der Delinquenz anzuwenden, diagnostische Verfahren zu beurteilen, Interventionsmethoden zu evaluieren sowie neue, wissenschaftlich fundierte Methoden zu entwickeln und ihre Wirksamkeit zu prüfen. Absolventen des Studienganges können Leitungsverantwortung in Einrichtungen der Jugendhilfe, der Jugendgerichtshilfe oder Bewährungshilfe, bei Freien Trägern, im Strafvollzug oder in Arrestanstalten, im Maßregelvollzug und in der Forensischen Psychiatrie übernehmen.

2. Studienrichtung "Frühe Hilfen/Frühförderung"
Diese Studienrichtung richtet sich an Absolventen der gegenwärtig zahlreich an den Fachhochschulen und Universitäten angebotenen Bachelor-Studiengänge "Bildung und Erziehung in der Kindheit", "Frühförderung" oder "Frühpädagogik", ferner Sozialpädagogen (Universität oder Fachhochschule, mit BA oder Diplom), Lehrer, sowie Krankengymnasten, Logopäden und Hebammen, sofern sie einen Bachelor-Abschluss bzw. ein Staatsexamen vorweisen können. Die Studierenden sollen in ihrer bisherigen Hochschulausbildung Handlungskompetenzen erworben haben für die Arbeit mit Säuglingen, Kleinkindern und deren Eltern. Sie besitzen Kenntnisse über rechtliche Rahmenbedingungen und institutionelle Kontexte.

Lernziele
Absolventen dieses Studiums werden befähigt, Mitarbeiter in Einrichtungen der Frühen Hilfe anzuleiten, moderne Interventionsmethoden zu implementieren und ihre Wirksamkeit zu evaluieren, sowie Institutionen der Frühen Hilfe zu entwickeln und zu leiten. Die Absolventen sollen gelernt haben, mit anderen Institutionen (Kindertagesstätten, Familienzentren, Jugendhilfen, Kinder- und Jugendpsychiatrien, Schulen) erfolgreich zusammenzuarbeiten.   

3. Studienrichtung "Psychodynamische Beratung"
Zwischen den etablierten Praxisfeldern der Erziehung einerseits und der Psychotherapie andererseits entwickelt sich die Psychodynamische Beratung als eine neue, viel versprechende Profession. Sie ist mit ihrer Konzentration auf die Klient-Berater-Beziehung und ihrer Aufmerksamkeit für die nicht bewusste Beziehungsgestaltung im Hier und Jetzt auf vielfältige Konflikte und Problemstellungen anwendbar. Im Gegensatz zu verhaltensorientierten Beratungsmethoden hilft sie dem Klienten, die Geschichte seiner aktuellen Konflikte zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus selbst seine Lösungen zu finden. Diese Studienrichtung ist für solche Pädagogen, Psychologen, Mediziner und andere Sozialwissenschaftler attraktiv, die in den Einrichtungen psychosozialer Versorgung arbeiten und  den Wunsch haben, die Theorie und Methoden psychodynamischer Beratung zu erlernen.

Lernziele
Absolventen dieses Studienganges werden befähigt sein, in sehr unterschiedlichen Praxisfeldern (z.B. Erziehungsberatung, Krisenberatung, Lehrer- und Schulberatung, Beratung von psychosozialen Einrichtungen) zu arbeiten - sei es als Mitarbeiter eines Trägers in verantwortlicher Position, sei es als Berater in eigener, freier Praxis.

Das Aufbaustudium (zwei Semester)


Nach erfolgreichem Abschluss der Module des Schwerpunktstudiums besteht für interessierte Studierende die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Aufbaustudiums wissenschaftlich weiter zu qualifizieren und eine Master-Arbeit anzufertigen.

Lehrplan

  • Die Lehrveranstaltungen finden an allen 4 Blockwochenenden freitags von 14 - 19 Uhr und samstags von 9 - 18.15 Uhr statt (siehe Studium/Semestertermine).