Wissenschaftler

Wissenschaftliches Personal

Andreas Hamburger

Prof. Dr. phil., Entwicklungstheorie, Diagnostik, Intervention

1. Welche sind Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre?
Forschung: Qualitative und mikroanalytische Erforschung von Videozeugnissen von Holocaustüberlebenden, psychoanalytische Supervision.

Lehre: Psychologische und psychoanalytische Entwicklungspsychologie, Intervention und Diagnostik sowie Medienpsychologie (Filmanalyse)

2. Was sind die Inhalte Ihrer Studienmodule?
Modul Psychoanalytische Entwicklungstheorie
Die Entwicklungspsychologie, insbesondere die Säuglingsforschung, haben aus der Psychoanalyse wichtige Forschungsanregungen empfangen, aber sie umgekehrt auch vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Im Modul Entwicklungspsychologie versuche ich, diese Dialoge im Überblick und an ausgewählten Themen vertieft darzustellen. Schwerpunkte liegen auf Sprachentwicklung und Adoleszenz.

Modul Intervention
Der Masterstudiengang Klinische Psychologie soll zur selbständigen Tätigkeit als Psychologe ausbilden. Viele unserer Studierenden, vor allem im Teilzeitstudiengang, kommen aus der Berufspraxis. Mit ihnen strebe ich im Interventionsmodul ein "Problem Based Learning" an, das auf eigenen beruflichen Erfahrungen und Praxisübungen aufbaut, Theorien der Klinischen Psychologie und der Psychoanalyse an konkreten Fallbeispielen erarbeitet und auf klinisch-psychologische Beratungskompetenz abzielt. Am Herzen liegt mir die Suche nach einer je spezifischen Variante der psychoanalytischen Haltung in aderen berufsfeldern als der Psychotherapie.

Modul Diagnostik
In diesem Modul wird das weit ausdifferenzierte Gebiet der Diagnostik vorgestellt und auf seine konkrete, auftragsbezogene Anwendung in der klinisch-psychologischen Beratungspraxis zugespitzt; Testverfahren, Handlungs- und Auswertungskonzepte werden erarbeitet und diskutiert, diagnostische Prozesse eingeübt und reflektiert.

Wahl(pflicht)fach Filmanalyse
Das übergreifende Wahlfach-Modul Filmanalyse soll Studierenden aller Studiengänge Gelegenheit geben, psychoanalytische Ansätze der Medieninterpretation in eigener Auseinandersetzung mit Spielfilmen kennen und ausüben zu lernen. Der Akzent liegt dabei auf der Analyse der Rezeption und ihrer Steuerung durch formale Elemente des Films.

3. Was können Studierende von Ihnen persönlich lernen?
Respekt vor den Erkenntnissen anderer und die Fähigkeit zum bezogenen, kritischen Dialog. Und die Leidenschaft, zu lernen. Und Freude am Lehren.

4. Was begeistert Sie an der Psychoanalyse/Psychologie?
Die Möglichkeit, in dialogischer Erfahrung das im realen Handeln und Leiden Verborgene auf den Begriff zu bringen. Die Psychoanalyse hat die systematische Überprüfung des eigenen Urteils zur Erkenntnismethode erhoben. So wurde sie zu einer respektvollen und reflexiven Behandlungsmethode, und zugleich zur wichtigsten Theorie über den Zusammenhang Affekt/Kognition und seine Entwicklung in der Interaktion.

5. Haben Sie ein Lebensmotto oder einen Lieblingsspruch?
Das Leben ist doch zu lang und zu reich für einen einzigen Spruch. Mir gefällt es aber, im Lauf der Zeit immer neuen zu begegnen. Hoher Favorit zur Zeit Franz Beckenbauers peripathetisches Programm: "Schaung ma amoi, na seng ma's scho".

Foto Andreas Hamburger