Benigna Gerisch ist Hochschullehrerin für die Studienbereiche: Intervention, Prävention und Beratung im Master-Studiengang MA Psychologie (Vollzeit und Teilzeit) sowie im Teilzeitstudiengang MA Erziehungswissenschaft, (Schwerpunkt: Psychodynamische Beratung).
Modul 6: Paradigmata psychotherapeutischer und psychoanalytischer Interventionen
Lehrinhalte u.a.: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Analytische Psychotherapie, Analytische Fokaltherapie, analytische Gruppentherapie, Erwachsenen-, Kinder- und Jugendlichentherapie; Psychoanalytische Krisenintervention; Kognitive Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, Humanistische Psychotherapie, Systemische Therapie.
Psychoanalytische Grundbegriffe.
Exemplifizierung der schulenspezifischen Interventionsformen und Wirkfaktoren anhand von Kasuistiken und Fallvignetten.
Modul 9: Beratung und Prävention
Lehrinhalte: Psychoanalytische Konzeptualisierungen und Interventionsmethoden in klinischen und außerklinischen Beratungssettings sowie Vermittlung von klassischen und psychoanalytisch orientierten Präventionskonzepten: Voraussetzungen psychischer Gesundheit und Ursachen psychischer Erkrankung; Interdisziplinäre Verknüpfung mit empirischer und qualitativer Bildungs- und Biographieforschung; gesellschafts- und kulturabhängige Produktion von psychischer Erkrankung etc.
Ziele
Zuvorderst ist es mir ein Anliegen, den Studierenden meine ungebrochene Leidenschaft für die und Faszination von der Psychoanalyse zu vermitteln, da sie die einzige Wissenschaft ist, die mittels ihres ausgefeilten Interpretationsreservoires von mikroskopische Binnenanalysen der verästelten Tiefendimensionen des Unbewussten einen Verstehenszugang zu dem bietet, was das Menschsein an sich und menschliches Leiden ausmacht. Und durch diese originäre und spezifische Methodik ist zugleich auf das ihr inhärente gesellschafts- und kulturkritische Potenzial verwiesen. Mein Ziel an der IPU ist ferner, einerseits die komplexen Konzeptualisierungen der theoretischen und klinischen Psychoanalyse (im Bereich Intervention, Prävention und Beratung) zu vermitteln und andererseits an einer praxisnahen, anwendungsorientierten und damit fallkonzentrierten Lehre und Forschung mitzuwirken. Darüber hinaus gilt mein besonderes Interesse der Themenklammer von "Psychoanalyse und Kulturtheorie", das heißt die Vermittlung ihrer produktiven Indienstnahme als Interpretations- und Deutungsmethodik in verschiedenen Fachdisziplinen sowie die Exemplifizierung und Entwicklung transdisziplinärer Kooperationen und Forschungsperspektiven
Studium
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1982 - 1988
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Studium der Psychologie in Hamburg
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1982 - 1986
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Parallelstudium der Sprachwissenschaft/Literaturwissenschaft in Hamburg. Schwerpunkt: Literaturwissenschaft und Psychoanalyse, Romantik, Dramen um 1900, Texte und Dramen des "Jungen Deutschland"
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Berufstätigkeit
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1988 - 1990
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Tätig als Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin und Projektleiterin bei der Hamburger Gesundheitshilfe e.V. Aufbau und Leitung der Abteilung für psychosoziale Hausbetreuung chronisch psychisch Kranker ("Projekt März")
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1990 - 2011
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Tätig als Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Therapie- und Forschungszentrum für Suizidgefährdete der Klinik u. Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf; Aufgabenbereich: Beratung, Krisenintervention und psychoanalytisch orientierte Psychotherapie einschließlich Fokaltherapie mit Suizidgefährdeten; Lehre, Fortbildung, Supervision und wissenschaftliche Begleitforschung.
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Seit 2000
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Tätig als Psychoanalytikerin in eigener Praxis (Nebentätigkeit)
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Weiterbildungen
- 1990 - 1992: Ausbildung zur systemischen Familientherapeutin in Heidelberg bei der Internationalen Gesellschaft für systemische Therapie e.V. (Prof. Dr. Dr. Stierlin, Prof. Dr. Simon)
- 1992: Anerkennung als Klinische Psychologin vom Berufsverband Deutscher Psychologen e.V. (BDP)
- 1998: Erwerb der Bereichsbezeichnung "Psychotherapie" nach Abschluss der psychotherapeutischen Weiterbildung am Michael-Balint-Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse in Hamburg (DPV), Falkenried 7, 20251 Hamburg
- 2000: Approbation als Psychologische Psychotherapeutin bei der BAGS (Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Hamburg)
- 2000: Psychoanalytikerin der Internationalen- und Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
- 2000: Erwerb der Bereichsbezeichnung "Psychoanalyse" im Rahmen der KV-Institutsprüfung am Michael-Balint-Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse in Hamburg (DPV), Falkenried 7, 20251 Hamburg
Qualifikationen
- 1996: Promotion zum Dr. phil. am Psychologischen Fachbereich in Hamburg. Thema: Suizidalität bei Frauen. Eine kritische Analyse der vorliegenden Erklärungsmodelle zur Suizidalität. Diese Arbeit erschien 1998 im Verlag edition diskord unter dem Titel: Suizidalität bei Frauen. Mythos und Realität - eine kritische Analyse
- 2000: Habilitation am Fachbereich Medizin zum Thema: "Zum psychoanalytischen Verständnis der Suizidalität bei Frauen unter besonderer Berücksichtigung der Konstituierung weiblicher Identitätsentwicklung - Kasuistische Ergebnisse anhand von 20 psychoanalytisch-orientierten Kurztherapieverläufen" (12.9.2000)
- 2000: Verleihung der Venia Legendi für das Fach Psychotherapie durch den Fachbereich Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (22.11. 2000)
Lehr- und Dozententätigkeit
- Dozentin am Fachbereich Medizin für Studierende der Medizin und Psychologie, Schwerpunkt: Psychotherapie, Psychoanalyse, Entwicklungspsychologie und Suizidologie und am FB Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft, Schwerpunkt: Interdisziplinäre Untersuchungen von Entwicklungs-, Bildungs- und Identitätsprozessen; Veränderungen gesellschaftlicher Zeitstrukturen (insbesondere Beschleunigung und Verdichtung) und Körperpraktiken (insbesondere Technologisierung) und damit verbundene gendertypische Entwicklungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozesse.
- Anteiliger Lehrexport für den Nebenstudiengang "Gender Studies" an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt: Psychoanalyse, Interdisziplinarität und Gender
- Dozentin, Supervisorin und Lehrtherapeutin bei der Arbeitsgemeinschaft des Adolf-Ernst-Meyer-Institutes (AEMI) zur Weiterbildung in der Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
- Seit WS 2009/10 Hochschullehrerin an der International Psychoanalytic University in Berlin
Mitgliedschaften/Fachgesellschaften
- Internationale Psychoanalytische Vereinigung (IPV/IPA)
- Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV)
- Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs)
- Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Hamburg (PAH) am Michael-Balint-Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse
- Arbeitsgemeinschaft des Adolf-Ernst-Meyer-Institutes (AEMI) zur Weiterbildung in der Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
- Arbeitsgruppe zur Erforschung suizidalen Verhaltens der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS)
Arbeitsgruppen (Auswahl)
- 1990 - 2011: Forschungsgruppe "Suizidalität und Psychotherapie" am Therapiezentrum für Suizidgefährdete
Funktionen (Auswahl)
- 1998 - 2011: Leitung des Arbeitsschwerpunktes "Interdisziplinäre psychoanalytische Genderforschung" im Therapiezentrum für Suizidgefährdete"
- 2001 - 2009 Associate Member des European Editorial Board des International Journal of Psychoanalysis
- Mitglied der Hochschul- und Forschungskommission der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
- 2003 - 2007 Öffentlichkeitsreferentin der Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Hamburg (PAH) am Michael-Balint-Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse (DPV)
- 2004 - 2006 DPV-Repräsentantin der Working Party on Interface Issues der Europäischen Psychoanalytischen Föderation (EPF)
- Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift "Suizidprophylaxe"
Auszeichnung
- 2000: Verleihung des DPV- Nachwuchspreises für die Arbeit "Suizidalität bei Frauen. Mythos und Realität - Eine kritische Analyse", gestiftet von der René A. Spitz-Gesellschaft und der Lotte-Köhler-Stiftung.
Forschung
- Seit 1992 zahlreiche Forschungsprojekte, Publikationen und Vorträge zu den Themen: "Suizidalität bei Frauen", "Suizidalität und Gender", wissenschaftstheoretische Aspekte der Suizidforschung, Psychotherapieforschung, Suizidprävention, psychoanalytische Kurztherapieverläufe mit Hochrisikopatienten; adoleszenztypische Körperpraktiken; sadomasochistische Beziehungsstrukturen. Nationale und internationale Implementierung des Forschungsschwerpunktes Suizidalität und Geschlechterdifferenz, gefördert u.a. von der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung.
- Im Rahmen der Forschungsgruppe Suizidalität und Psychotherapie am TZS mitbeteiligt an der Untersuchung und Weiterentwicklung von Konzepten zum Verständnis suizidalen Erlebens und Verhaltens, der Entwicklung und Evaluation von Behandlungskonzepten für die Psychotherapie suizidalen Verhaltens, der Entwicklung und Evaluation von Inter- und Supervisionsprozessen in Kooperation mit nationalen und internationalen Psychoanalytikern und Wissenschaftlern, der Entwicklung und Evaluation von Instrumenten zur Diagnostik der Suizidalität, der Dokumentation ambulanter psychoanalytischer Psychotherapien sowie der epidemiologischen Untersuchung von Versorgungsstrukturen für die Behandlung suizidaler Patienten.
- Zahlreiche interdisziplinäre und transdisziplinäre Studien, Forschungskooperationen und Publikationen zur Themenklammer: Suizidalität und Geschlechtstypik in der Belletristik, im Film und im Theater. Diese Forschungstätigkeit dient der vertiefenden interdisziplinären Vernetzung und Implementierung psychoanalytischer Schwerpunkte im interdisziplinären Diskurs: Soziologie, Erziehungswissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaft, Literatur- und Theaterwissenschaft.
- Gemeinsam mit Prof. Dr. Vera King vom FB Erziehungswissenschaft, Psychologie Bewegungswissenschaft an der Universität Hamburg: Seminarreihen und Publikationen zur Themenklammer: Zeit - Pathologie - Gender sowie Organisation und Leitung - mit Prof. Dr. Vera King - des international-interdisziplinären Symposions 2008: "Zeitgewinn und Selbstverlust - Folgen und Grenzen der Beschleunigung in der späten Moderne", gefördert u.a. von der ZEIT-Stiftung, der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, der Edmund-Siemers-Stiftung und des EU-Fonds der Universität Hamburg.
- Im Aufbau befindlich, gemeinsam mit Prof. Dr. Vera King, eine interdisziplinär besetzte Fachgruppe zum Forschungsprojekt: Körper - Zeit - Gender: Veränderungen gesellschaftlicher Zeitstrukturen (insbesondere Beschleunigung und Verdichtung) und Körperpraktiken (insbesondere Technologisierung) und damit verbundene gendertypische Entwicklungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozesse.