Wer ist ...

 

Jun. Prof. Dr. phil. Svenja Taubner

1. Welche sind Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre?

Ich lehre im Bachelor Entwicklungspsychologie und im Master allgemeine psychoanalytische Theorie. Mein Forschungsschwerpunkt zentriert sich um Mentalisierung und Bindung. Einerseits interessiert mich Mentalisierung für das Verständnis von Gewalttaten, besonders bei Jugendlichen, und als Schlüsselfunktion für die Behandlung von externalisierenden Verhaltensstörungen. Andererseits beschäftige ich mich mit den neuronalen Korrelaten von sozialer Kognition und therapeutischer Veränderung. Dazu habe ich mehrere interdisziplinäre Forschungsprojekte mit gewalttätigen jungen Männern, depressiven Patienten und Gesunden durchgeführt. Aktuell untersuchen wir in Kooperation mit dem Bernstein-Center der Charité und dem Institut für Hirnforschung in Bremen neuronale Veränderungen nach dem Denkzeittraining bei jungen Straftätern. Darüber hinaus untersuche ich in einem längsschnittlichen Design die Entwicklung der Störung des Sozialverhaltens von der Jugend in junge Erwachsenenalter.

2. Welche Inhalte vermitteln Sie in Ihrem Modul?

Die Entwicklungspsychologie beschäftigt sich mit Veränderungen des menschlichen Erlebens und Verhaltens über die Lebensspanne. Die Studierenden lernen die biologischen Grundlagen und wichtigsten Theorien der Entwicklungspsychologie. In der Vertiefung im Seminar entwickeln die Studierenden einen forschenden Blick, um die Anwendungen der Entwicklungspsychologie (z.B. in der Frühförderung) und deren Begleitforschung kritisch betrachten zu können. Wichtig ist mir dabei die vertiefte Diskussion und gemeinsame Textarbeit. In der allgemeinen psychoanalytischen Theorievorlesung werden die Studierenden die allgemeine Psychologie mit der allgemeinen Psychoanalyse vergleichen. Während die allgemeine Psychologie für alle Menschen gleichermaßen gilt, beschäftigt sich die Psychoanalyse mit dem zutiefst individuellen Erleben. Im Zentrum stehen Theorien zum Denken, Bewusstsein, Gedächtnis, Motivation und Trieb, Emotionen und Affekte.

3. Was können Studierende von Ihnen persönlich lernen?

Die Studierenden können von mir lernen, dass eine Verbindung aus Psychoanalyse und strenger empirischer Forschung schwierig aber möglich ist. Ich möchte mit ihnen meine Begeisterung für die Forschung teilen und sie an meiner psychotherapeutischen Erfahrung teilhaben lassen. Als Privatperson hoffe ich zeigen zu können, dass eine Psychoanalytikerin spontan sein kann, nicht alles deutet und Humor hat.

4. Was begeistert Sie an der Psychoanalyse/Psychologie?

An der Psychologie begeistert mich der Versuch, den Menschen möglichst akkurat und allgemein zu beschreiben. An der Psychoanalyse fasziniert mich, dass sie den Menschen in seinen verschiedenen manchmal zutiefst irrationalen Anteilen verstehen möchte. Ich finde mich in ihrem Menschbild sehr wieder und auch in ihrem Anspruch, dem Menschen einen emanzipatorischen Lebensweg über eine Einsicht in seine unbewussten Wünsche und Phantasien zu ermöglichen.

5. Haben Sie ein Lebensmotto? Oder einen Lieblingsspruch?

"Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre" von Sigmund Freud

Kontakt

Jun. Prof. Dr. Svenja Taubner

Hochschullehrerin

IPU Berlin
Stromstr. 2
10555 Berlin

Tel.: +49 30 300 117-714
Fax: +49 30 300 117-509

E-Mail: svenja.taubner@ipu-berlin.de

Sprechstunde: nach Vereinbarung

Jun. Prof. Dr. Svenja Taubner